Bäckerhandwerk überreicht Brotkorb an Bundeskanzler Scholz

Unter dem Motto „Vielfalt verbindet“ wurde gestern (18. Mai) der Tag des Deutschen Brotes gefeiert. Bäcker machen auf die Bedeutung des Kulturguts Brot und ihr Handwerk aufmerksam. Im Namen aller Innungsbäcker überreichte Michael Wippler, Präsident vom Zentralverband, Bundeskanzler Olaf Scholz einen Brotkorb und sprach mit ihm über die aktuelle Situation des Bäckerhandwerks.

Bereits zum zehnten Mal feiern die Deutschen Innungsbäcker den Tag des Deutschen Brotes – sowohl in den Bäckereien und in den sozialen Medien als auch mit großen und vielfältigen Aktionen: So verteilte bereits am Morgen in Berlin das Präsidium des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks e.V. mit Mitgliedern der Bäckernationalmannschaft Brote an Passanten. „Zum Tag des Deutschen Brotes möchten wir das Bewusstsein der Verbraucher für unser Handwerk und das Kulturgut Brot stärken“, so Präsident Michael Wippler. „Mit unseren rund 3.000 Brotspezialitäten sind wir ein wichtiger Baustein der Nahversorgung und schaffen mit handwerklich hergestellten Kreationen jeden Tag aufs Neue abwechslungsreiche Brotmomente.“

Doch nicht nur die Passanten freuten sich über den überraschenden Start in den Tag: Auch Bundeskanzler Olaf Scholz erhielt anlässlich des Tags des Deutschen Brotes einen Brotkorb der Innungsbäcker, den Präsident Wippler und Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider überreichten. Dabei machte sich der Bundeskanzler ein Bild vom Bäckerhandwerk vor Ort. In der Berliner Bäckerei Johann Mayer sprach der Regierungschef im Anschluss über die aktuelle Lage im Bäckerhandwerk. Vor allem die rasant gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten, aber auch mögliche Engpässe bei der Gasversorgung machen den Bäckereibetrieben derzeit Sorgen. Olaf Scholz sicherte zu, die Belange des Bäckerhandwerks zu berücksichtigen: „Die deutsche Brotkultur ist weltweit einmalig. Aufgrund der dezentralen Struktur haben die Betriebe des Bäckerhandwerks eine große Bedeutung bei der Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln und müssen daher unterstützt werden.“

Ukraine-Krieg belastet Baukonjunktur

„Die Bauunternehmen sind bei guter Auftragslage und günstigen Witterungsbedingungen dynamisch in das Baujahr 2022 gestartet. Das zeigen die Daten des Statistischen Bundesamtes zur Konjunkturentwicklung im Bauhauptgewerbe zum Februar 2022. Demnach lag der Umsatz in den Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten per Februar bei 11,1 Mrd. Euro. Das waren 23,5% mehr als vor einem Jahr. Dabei ist allerdings auch zu berücksichtigen, dass wir im Vorjahr eine niedrige Basis hatten, da es infolge der Absenkung der Mehrwertsteuer zu Vorzieheffekten in 2020, gerade im Wohnungsbau, gekommen war“, berichtet Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe.

„Auch der solide Orderzugang per Februar mit +9% signalisiert einen gelungenen Start in das Jahr. Allerdings bilden die Februardaten nicht die aktuelle die Situation nach der Aggression Russlands gegen die Ukraine Ende Februar ab. Die Sanktionen gegen Russland und ausbleibende Importe aus der Ukraine haben zu neuerlichen Problemen bei der Verfügbarkeit und erheblichen Preiserhöhungen von Baustoffen geführt. So berichten nach unserer aktuell laufenden Konjunkturumfrage 80% der Unternehmen über Lieferschwierigkeiten bei Material.

Das betrifft insbesondere Stahl- und erdölbasierte Produkte wie Bitumen, Kunst- und Dämmstoffe. Gerade hier verzeichnen wir erhebliche Preiserhöhungen, die die Unternehmen auch versuchen müssen, an die Kunden weiter zu geben. Bei laufenden Verträgen ist das problematisch. Und bei neuen Verträgen geben das die Budgets der Kunden nicht immer her. So kommen angebahnte Verträge jetzt häufig nicht mehr zum Abschluss und zur Umsetzung. Weniger als ein Viertel unserer Bauunternehmen erwarten in 2022 noch höhere Umsätze, gut 40% hingegen niedriger Umsätze als in 2021. Uns steht ein schwieriges Jahr bevor“, so Pakleppa weiter.

„Das gilt insbesondere für den Wirtschaftsbau und den öffentlichen Bau. Aber auch der Wohnungsbau, bisher Impulsgeber der Bauwirtschaft, verliert an Schwung. Das abrupte Förder-Aus bei der KfW-Förderung bringt Bauherren in Schwierigkeit, ihre Finanzierungen darzustellen. Unsere Unternehmer berichten schon seit dem 1. Förderstopp im Januar über eine nachlassende Beauftragung. Es muss jetzt politisch alles getan werden, damit die Rahmenbedingungen besser und das Bauen günstiger und einfacher werden“, betont der Hauptgeschäftsführer abschließend.

Geschäftsstelle und HBZ in Lübbecke am 4. Mai kurzfristig geschlossen

Die Geschäftsstelle Lübbecke der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland und das angeschlossene Handwerksbildungszentrum werden kurzfristig am
Mittwoch, 4. Mai 2022, ganztägig geschlossen. Grund dafür ist eine unvorhersehbare Versorgungsunterbrechung im Leitungssystem. Dies bedeutet auch, dass alle Auszubildenden, die derzeit an einer überbetrieblichen Ausbildung im HBZ Lübbecke teilnehmen, am morgigen Mittwoch ihre Ausbildungsbetriebe aufsuchen sollen. In der Kreishandwerkerschaft wird davon ausgegangen, dass vom 5. Mai an wieder der bewährte Geschäftsbetrieb aufgenommen werden kann.

Corona-Virus weiterhin ein Gesundheitsrisiko

Auch wenn die allgemeine Maskenpflicht nicht mehr gilt – das Corona-Virus bleibt ansteckend und ein Gesundheitsrisiko: Wer an Covid-19 erkrankt, leidet oft noch Monate später unter Symptomen wie Erschöpfung, Gedächtnisstörungen und Atemnot.

Bis zum 1. April 2022 haben sich laut Robert-Koch-Institut (RKI) bundesweit mehr als 21 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Viele von ihnen sind noch Monate später ständig erschöpft, leiden unter Atemnot, sind vergesslich und können sich nur schlecht konzentrieren. Sie leiden unter dem, was manche Expertinnen und Experten schon als „neue Volkskrankheit“ bezeichnen: Long- oder Post-Covid.

Darunter verstehen Medizinerinnen und Mediziner einen anhaltenden Symptomkomplex bis zu drei Monate nach der Akuterkrankung mit Covid-19. „Gehen die Beschwerden über diese Zeit hinaus, spricht man vom Post-Covid-Syndrom“, erklärt Dr. Kai Wohlfarth. Er ist Direktor der Kliniken für Neurologie, Frührehabilitation und Stroke Unit der BG Klinik Bergmannstrost in Halle (Saale) und Teil der Arbeitsgruppe Neurotraumatologie der BG Kliniken.

Unter Post-Covid leiden nicht nur die Betroffenen selbst: Immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können nach ihrer Covid-19-Infektion für längere Zeit nicht in den Arbeitsalltag zurückkehren. Dies bedeutet besonders in den Handwerksbetrieben weniger Planbarkeit und Mehrbelastungen für Kolleginnen und Kollegen, für Versicherer und letztlich die ganze Volkswirtschaft.

Informationsveranstaltung: „Fit für die Betriebsprüfung“

Nach wie vor sind in den Unternehmen die Themen „Betriebsprüfung“ und „Steuern“ nicht geliebt, aber von zentraler Bedeutung – spätestens wenn Mitarbeiter des Finanzamtes im Büro der Geschäftsführung stehen. Es gibt Wege, sich darauf vorzubereiten und damit umzugehen. Diese Wege – und die Besonderheiten in Zeiten der Corona-Pandemie – stellt die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld in der kostenfreien, nicht-öffentlichen  Informationsveranstaltung „Fit für die Betriebsprüfung“ vor. Dazu eingeladen sind auch alle Mitgliedsunternehmen der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland. Die Infoveranstaltung findet statt am Donnerstag, 12. Mai 2022, 19.00 Uhr bis ca. 20.45 Uhr in der „Alten Stallung“, Schloss Benkhausen, Schlossallee 1 (Neustadtstraße 40), 32339 Espelkamp.

Die beiden Betriebsprüfungsexperten Olaf Lohmeier, Finanzamt für Groß- und Konzernbetriebsprüfung Detmold, und Sascha Burde, Finanzamt Lübbecke, werden die Teilnehmenden gerne informieren und in der Diskussion mit alten Vorurteilen aufräumen, beispielsweise was die Kassenführung oder das Fahrtenbuch bei privater Nutzung des Geschäftswagens betrifft. Eine Anmeldung ist bis zum 10. Mai 2022 ausschließlich über den Link https://veranstaltungen.ostwestfalen.ihk.de/fitfuerdiebetriebspruefung möglich. Nach einer erfolgreichen Anmeldung gibt es als Bestätigung eine E-Mail mit einem QR Code für die Einlasskontrolle. Einlass ist ab 18:45 Uhr.

Viele Ausbildungsstellen unbesetzt, viele Bewerber noch ohne Zusage

Mit dem März 2022 ist die Hälfte des Berichtsjahres zum Ausbildungsmarkt verstrichen – die Agentur für Arbeit Herford kann erste Zahlen zur Entwicklung in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke veröffentlichen.

Zur Halbzeit des Berichtsjahres ist die Zahl der im Kreis Herford gemeldeten Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Die Betriebe und Verwaltungen meldeten von Oktober 2021 bis März 2022 insgesamt 1.442 freie Ausbildungsstellen, 52 oder 3,7 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. 1.541 junge Menschen meldeten sich im gleichen Zeitraum auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber im Wittekindkreis um 34 Personen oder 2,2 Prozent gesunken.

Rechnerisch treffen 107 Jugendliche auf 100 gemeldete Ausbildungsstellen – es bleibt im Kreisgebiet also weiterhin eine Lücke zwischen Ausbildungsangebot und -nachfrage (Vorjahr: 115 Bewerber auf 100 Stellen). Von den insgesamt 1.541 gemeldeten jungen Menschen haben aktuell 864 keine Zusage für einen Ausbildungs- oder Studienplatz. Von den 1.442 Stellen waren im März noch 944 unbesetzt.

Zur Halbzeit des Berichtsjahres ist auch die Zahl der im Kreis Minden-Lübbecke gemeldeten Ausbildungsstellen. Die Betriebe und Verwaltungen meldeten im oben genannten Zeitraum insgesamt 1.973 Ausbildungsstellen und damit 36 oder 1,9 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. 1.450 junge Menschen meldeten sich im gleichen Zeitraum auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber im Mühlenkreis um 191 Personen oder 11,6 Prozent.

Rechnerisch treffen 74 Jugendliche auf 100 gemeldete Ausbildungsstellen – das Stellenangebot übersteigt somit die Zahl der Bewerber stark (Vorjahr: 85 Bewerber auf 100 Stellen). Von den insgesamt 1.450 gemeldeten jungen Menschen haben 806 der Bewerber noch keine Zusage für einen Ausbildungs- oder Studienplatz. Von den 1.973 Stellen waren im März ebenfalls noch 1.1453 unbesetzt.

Baugewerbe: Bundeserlass zu Lieferengpässen und Stoffpreisänderungen

Vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs haben Bundesbauministerin Klara Geywitz und Bundesverkehrsminister Volker Wissing einen Erlass veröffentlicht, mit dem das Thema Lieferengpässe und Stoffpreisänderungen für den gesamten Bundesbau einheitlich geregelt werden soll.

„Engpässe bei Baustoffen und Preissprünge bestimmen derzeit das Baugeschehen und machen eine seriöse Kalkulation von Bauprojekten zunehmend unmöglich. Angesichts dieser schwierigen Ausgangslage begrüßen wir den Erlass des Bundes ausdrücklich,“ so Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe.

Der Erlass des Bundes ermöglicht in der gegenwärtigen Krisensituation die Anwendung der Stoffpreisgleitklausel, mit der Preissprünge während eines Bauprojekts aufgefangen werden sollen. Bislang lehnen nämlich viele Vergabestellen die Einbeziehung der Gleitklausel in Verträge ab, da in den einschlägigen Baukostenindizes noch keine Veränderungen festzustellen sind. Dieses Problem wird durch den neuen Erlass behoben. Dieser ordnet nämlich für bestimmte Baustoffe wie z. B. Stahl oder Bitumen die Anwendung der Stoffpreisgleitklausel an. „Dadurch werden die Bauunternehmen überhaupt erst wieder in die Lage versetzt, Angebote abgeben zu können,“ so Pakleppa.

Pakleppa weiter: „Ein weiterer wichtiger Punkt für die Anwendbarkeit der Stoffpreisgleitklausel ist die Verkürzung des Mindestabstands zwischen Angebotsabgabe und Einbau von sechs auf einen Monat. Dadurch können, anders als in der Vergangenheit, auch viele kurzlaufende Bauverträge in die Preisgleitung einbezogen werden.

Angesichts der rasanten Preisentwicklung ist das Signal des Bundes für laufende Verträge von großer Bedeutung. Hier wird durch den Erlass in Einzelfällen auch eine nachträgliche Einbeziehung der Stoffpreisgleitklausel ermöglicht. Jetzt sind Länder und Kommunen aufgefordert, den Erlass in gleicher Weise zu übernehmen.“

Landtagskandidaten äußerten sich zu Fragen aus OWL-Handwerk

Das Bild zeigt (v. l.) Heiner Dresrüsse, Vizepräsident der Handwerkskammer OWL, Daniel Sieveke (MdL, CDU), Ulrich Birkemeyer, Kreishandwerksmeister im Wittekindsland, Wiebke Brems (MdL, Bündnis 90/Die Grünen), Georg Effertz, Kreishandwerksmeister im Kreis Gütersloh, Christina Kampmann (MdL, SPD), Michael Friemuth, stellvertretender Kreishandwerksmeister in den Kreisen Paderborn und Lippe, Martina Hannen (MdL, FDP), Frank Wulfmeyer, Kreishandwerksmeister in Bielefeld, und Peter Eul, Präsident der Handwerkskammer OWL. Foto: Thomas F. Starke

Vor der Landtagswahl haben sich Landtagskandidatinnen und -kandidaten von CDU, FDP, SPD und Bündnis 90/Grüne in der Handwerkskammer den Fragen des OWL-Handwerks gestellt. Die Veranstaltung mit Wiebke Brems (Bündnis 90/Die Grünen), Christina Kampmann (SPD), Daniel Sieveke (CDU) und Martina Hannen (FDP) wurde von der Handwerkskammer OWL gemeinsam mit den fünf Kreishandwerkerschaften organisiert und online live übertragen.

Präsident Peter Eul begrüßte die Gäste aus der Politik und die Spitzen des regionalen Handwerks vor Ort und zahlreiche Interessierte an den Bildschirmen. Eul betonte die Bedeutung des Handwerks für das Land Nordrhein-Westfalen: „An der Zukunft des Landes zu bauen, heißt auch einem starken Handwerk vertrauen.“ Besonders in den Bereichen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Bildung nehme das Handwerk unverzichtbare Aufgaben wahr. Marcus Werner vom WDR moderierte die Diskussion.

Über alle Parteien hinweg waren sich die Politiker einig: Der schleppende Glasfaserausbau, der immer größer werdende Fachkräftemangel und die überbordende Bürokratie stellen große Hürden für das Handwerk dar. Die angebotenen Lösungen waren aber recht kontrovers und die Diskussion lebhaft. Am meisten Einigkeit bestand bei der Notwendigkeit, zügig vor allem Gewerbegebiete mit einer Glasfaseranbindung auszustatten. „In Nordrhein-Westfalen verfügen nur ein Drittel der Gewerbegebiete über Glasfaseranschlüsse“, erklärte Christina Kampmann. Im Zuge der Digitalisierung, bei der das Handwerk eine Schlüsselposition einnimmt, ist das ganz und gar nicht ausreichend. Dies gilt umso mehr, als die Handwerksbetriebe ja oftmals nicht in Gewerbegebieten konzentriert sind, sondern sich über die gesamte Fläche OWLs verteilen, wo schnelles Internet noch seltener verfügbar ist. „Die Sehnsucht des Handwerks nach Digitalisierung ist groß“, bestätigte Michael Lutter, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. Die Handwerksfamilie beschäftige mehrere Digitalberaterinnen und -berater, um Betriebe dabei zu unterstützen, digitale Prozesse einzuführen.

Unbestritten ist auch der akute Fachkräftemangel. „Deutschlandweit werden im Jahr 2030 knapp 440.000 Handwerkerinnen und Handwerker fehlen“, erklärte Präsident Peter Eul, fünf Jahre später liege die Zahl schon bei 800.000. Handwerkerinnen und Handwerker seien die Umsetzer der anstehenden Energiewende so Eul, daher müsse alles unternommen werden, um mehr junge Leute für das Handwerk zu begeistern.

„20 Milliarden Euro will die Landesregierung nach der mittelfristigen Finanzplanung für die Stärkung der Hochschulen und damit für die akademische Ausbildung ausgeben“, betonte Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer OWL. Das Handwerk und damit die berufliche Bildung bekomme nur einen Bruchteil davon. Damit sei die politisch gerne postulierte Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung nicht gegeben. Die ostwestfälisch-lippische Handwerksfamilie habe sich auf den Weg gemacht und baue ihre Bildungsstätten zu „Leuchttürmen“ aus, die die Konkurrenz mit akademischen Einrichtungen nicht scheuen müssen. Dafür brauche es aber langfristig mehr Geld, so Prager.

CDU-Politiker Sieveke sprach sich dafür aus, die Meisterausbildung und Fort- und Weiterbildung im Handwerk finanziell stärker zu fördern. Für die Entscheidungen müsse aber der Bund mitgenommen werden. „Wir müssen die Talente zur Entfaltung bringen“, betonte die FDP-Politikerin Hannen und lobte die aktuelle Imagekampagne, die Kinder im Vorschul- und Grundschulalter anspricht. Hannen stellte die Vorteile eines gegliederten Schulsystems heraus. Ab den Klassen 4 und 5 sollte die Schulform ausgewählt werden, die den Talenten der Schülerinnen und Schüler entspreche. Kampmann von der SPD kann sich vorstellen, dass an der gymnasialen Oberstufe ein handwerklicher Zweig eingeführt wird. Die Grünen-Politikerin Brems forderte eine verstärkte Unterstützung von Schülerinnen und jungen Frauen, die sich für technische Berufe interessieren.

CDU-Politiker Sieveke wies auf die Schwierigkeit hin, an Gymnasien und Gesamtschulen für das Handwerk zu werben. Anfragen würden dort oft abgeblockt, Hauptziel sei das Abitur. Der Gütersloher Kreishandwerksmeister Georg Effertz berichtete von ähnlichen Erfahrungen im Kreis Gütersloh. „Wir brauchen Zugang zu den Schulen“, forderte Effertz.

Die überbordende Bürokratie lähmt das wirtschaftliche Geschehen, diese Tatsache erkannten die politischen Gäste gleichermaßen an. „50 Prozent der Zeit einer handwerklichen Führungskraft entfallen auf bürokratische Aufgaben“, erläuterte Heiner Dresrüsse, Vizepräsident der Handwerkskammer. Aus dem Livechat bestätigte ein Handwerksmeister, dass die bürokratischen Auflagen für kleine und mittlere Betriebe im Vergleich viel zu hoch sind. Hannen und Sieveke wiesen auf die in der laufenden Legislaturperiode beschlossenen Entfesselungspakete hin. Diese Politik möchten sie gerne fortsetzen. Grundlage für die Überlegungen zur Abschaffung bürokratischer Regeln müsse ein „Vertrauensvorschuss für die Unternehmen sein“. Die Vertreterin der SPD versprach einen „Check aller bürokratischen Vorgaben“ nach der Wahl und kritisierte die Ergebnisse der Entfesselungspakete als unzureichend.

Warnung vor gefälschten E-Mails

Momentan sind wieder vermehrt gefälschte E-Mails im Umlauf – dieses Mal getarnt als offizielle Meldung vom Internetdienstleister STRATO. Sie zielen darauf ab, unbefugt an Zugangsdaten zu gelangen. Es sind also sogenannte Phishing E-Mails.

Wer eine solche E-Mail erhält, kann recht leicht prüfen, ob diese echt ist oder nicht. Zuerst ist zu kontrollieren, ob die Absender-E-Mail überhaupt den offiziellen STRATO-E-Mails entspricht und ob die E-Mail an die vom Betroffenen  bei den Internetdienstleister hinterlegte Vertrags-E-Mail adressiert wurde. Außerdem sendet STRATO zu keinem Zeitpunkt eine E-Mail ohne persönliche Anrede zu, wie der Internetdienstleister mitteilt. Dies ist somit ebenfalls sofort zu prüfen und bei Abweichungen die E-Mail am besten sofort zu löschen. Keinesfalls sollte auf Links in dem Schreiben geklickt bzw. ihnen gefolgt werden, da sonst Pishing droht.

Generell werden Internetdienstleister ihre bestehenden Kundinnen udn Kunden nicht dazu auffordern, über Links in einer E-Mail bereits vorher vorhandene  Zugangsdaten zu validieren. Alle vertraglichen Informationen einschließlich der Rechnung werden im Regelfall über den gewohnten Kundenlogin geführt.

Spitzenverbände starten Hilfsinitiative

Die vier Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft BDA, BDI, DIHK und ZDH haben zur Koordinierung von Ukraine-Hilfen die Initiative #WirtschaftHilft ins Leben gerufen: Unter www.WirtschaftHilft.info erhalten Unternehmen und Verbände umfangreiche Informationen zu bedarfsgerechtem Spenden, zur Arbeitsmarktintegration Geflüchteter und zu den Auswirkungen auf Betriebe und Beschäftigte.

Kfz-Gewerbe: Verbandskästen für die Ukraine sammeln

Unterstützung für die Ukraine mit dringend benötigtem Verbandsmaterial können die Autohäuser und Kfz-Werkstätten mit Verbandskästen leisten, die noch komplett bestückt sind, auch wenn das Ablaufdatum kurz bevorsteht. Der ZDK ruft daher die Kfz-Innungsbetriebe dazu auf, solche Sammelaktionen auf eigene Initiative durchzuführen. Es wird empfohlen, die Verbandskästen direkt bei einer örtlichen Sammelstelle für Hilfsgüter zum Transport in die Ukraine abzugeben.

Handwerkspolitischer Dialog für OWL mit Fragen an die Politik

Mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen laden die Handwerkskammer und die fünf Kreishandwerkerschaften in Ostwestfalen-Lippe zu einer Online-Diskussionsveranstaltung (17. März 2022,18 Uhr) mit Vertreterinnen und Vertretern der politischen Parteien in OWL ein. In einem konstruktiven Austausch möchten wir vor allem darüber diskutieren, wie es in der nächsten Legislaturperiode gelingen kann, Betriebe zu stärken, Fachkräfte zu qualifizieren, die Digitalisierung voranzutreiben und Nachhaltigkeit zu gestalten.

Handwerker und Handwerkerinnen aus Ostwestfalen-Lippe werden über einen Youtube-Chat mit ihren Fragen in das Format durch WDR-Moderator Marcus Werner eingebunden. Auch Ihre Meinung interessiert uns: Wir laden Sie ein, Ihre Fragen und Anmerkungen im Youtube-Livestream per Chat zu übermitteln und damit live in die Runde zu tragen. Gerne können Sie uns auch Ihre Fragen im Vorfeld der Veranstaltung per ">E-Mail zusenden.

Rohstoffengpässe betreffen auch Bauhandwerker

„Die deutschen und europäischen Sanktionen gegen Russland sind richtig und werden von der deutschen Bauwirtschaft nachdrücklich unterstützt. Die Sanktionen führen aber auch zu Belastungen der heimischen Bauwirtschaft, die getragen werden müssen. Die Folgen des russischen Krieges auf die Bautätigkeit in Deutschland werden von Tag zu Tag sichtbarer. Es ist daher ein Gebot der Vernunft, die negativen Auswirkungen auf heimische Betriebe und Arbeitsplätze so gering wie möglich zu halten.“ Dieses erklärte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa, heute in Berlin. Der ZDB vertritt auf Bundesebene auch die fachspezifischen Interessen der Handwerkssparten im Bauhaupt- und Baunebengewerbe.

Aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine und der weltweiten Sanktionen gegen Russland drohen Lieferengpässe und deutliche Preissteigerungen bei vielen Baustoffen. Bereits jetzt ist ein signifikanter Anstieg der Preise bei dem vor allem im Straßenbau notwendigen Bitumen sowie bei Stahl erkennbar. Durch die Abhängigkeit zentraler Raffinerien von Lieferungen aus Russland droht ein Ausfall von bis zu einem Drittel der hiesigen Bitumenversorgung, mit entsprechenden Auswirkungen auf den deutschen Straßenbau.

Darüber hinaus berichten Bauunternehmen über deutliche Preissteigerungen bei Stahl bzw. bei Stahlerzeugnissen. Rund 30 % des Baustahls kommen aus Russland, der Ukraine und Weißrussland. Hinzu kommt der hohe Anteil von Roheisen (40 % aus diesen Ländern) und diverser weiterer Rohstoffe, die für die Stahllegierung notwendig sind (Nickel 25 % und Titan 75 %).

„Vor dem Hintergrund dieser Situation brauchen wir unbürokratische Maßnahmen zur Sicherung der Bautätigkeit in Deutschland. Notwendig ist die sofortige Einführung von Stoffpreisgleitklauseln, auch für laufende Verträge, um wichtige Bauaufgaben fortführen zu können. Wir brauchen daher schnell vertragsspezifische Lösungen, um der aktuellen Destabilisierung durch die Rohstoffkosten entgegen zu wirken. Schlussendlich müssen wir uns aber, wie bei Gas, von der Abhängigkeit von wenigen Anbietern befreien. Dieses muss dringend in einer nationalen Rohstoffstrategie münden,“ so Pakleppa abschließend.

Praktikumsbörse für den Kreis Herford benötigt Input

Praktika und Berufsfelderkundungstage sind wichtige Elemente der Berufsorientierung. Bei der Suche nach einem Praktikumsplatz ist es aber manchmal nicht leicht bei den vielen Betrieben und Unternehmen im Kreis Herford den Überblick zu behalten. Im Rahmen des Landesprogramms „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)“ wurde daher 2015 eine Buchungsplattform für Berufsfelderkundungen vom Kreis Herfrod freigeschaltet.

Insbesondere in den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der Angebote hier – wenn auch pandemiebedingt – sehr zurückgegangen. Zukünftig möchte die Kreisverwaltung bezüglich des Online-Angebotes neue Wege gehen. Die „Kommunale Koordinierung“ arbeitet mit den Partnern vor Ort an
einer Internetseite, die die Themen Berufliche Orientierung und Ausbildung abbildet. Da Praktikumsplätze aber bereits jetzt gesucht werden, möchte der Kreis Herford auf seiner Internetseite eine Praktikumsbörse anbieten. Hierbei liegt der Fokus auf einem einfachen und schnellen Verfahren,
um die Kommunikationswege zwischen Schülerinnen und Schüler und Betrieben zu vereinfachen. So können u. a. Handwerksunternehmen ihre Praktikumsangebote dem Kreis bis zum 10. März 2022 melden. Weitere Auskünfte dazu sind bei Frau Butenuth unter Tel. 05221-131477 oder per E-Mail zu bekommen.

Nach Fertigstellung der Praktikumsbörse wird die Kreisverwaltung den Schulen im Kreis Herford den hinführenden Link zur Verfügung stellen. Parallel dazu werden alle teilnehmenden Unternehmen über die Freischaltung des Angebotes informiert.

Rund 240 neue Handwerker im Wittekindsland

In den sogenannten Winterprüfungen haben dieses Mal rund 240 Azubis in rund 15 Handwerksberufen ihre Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen und konnten ihre Gesellenbriefe entgegennehmen – und damit rund 40 mehr als ein Jahr zuvor.

Die meisten neuen Handwerker gibt es naturgemäß in den Gewerken, in denen die reguläre Ausbildungszeit dreieinhalb Jahre dauert. Im Metallhandwerk gibt es somit 35 neue Fachkräfte im Wittekindland. Die größte Gruppe stellt aber wieder das Kfz-Handwerk mit 75 Kfz-Mechatronikern für Pkw und Lkw. Das Elektro-Handwerk darf sich über 45 neue Gesellinnen und Gesellen freuen, das SHK-Handwerk über 37 und damit beide über deutlich mehr Absolventen.

Erwartungsgemäß bestand nicht jeder Prüfling alle Teile der Gesellenprüfung und muss weiter ausgebildet werden, um zu einem erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildungsjahre zu kommen. Besonders betroffen davon sind Azubis in den Ausbildungen zu SHK-Anlagenmechanikern oder zu Elektronikern.

Minijob-Erhöhung kaschiert Verschärfung der Dokumentationspflichten

In dem Referentenentwurf der Regierungskoalition zur geplanten Erhöhung der Minijob-Grenze ist auch eine weitreichende Verschärfung der Dokumentationspflichten für nahezu alle Arbeitnehmer untergebracht worden. Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz kritisiert diese Verschärfung, da sie einen weiteren enormen Verwaltungs- und Kostenaufwand für die Betriebe des Maler- und Lackiererhandwerks bedeutet.

Im Zuge der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von 12 Euro sollen ab Oktober 2022 die Verdienstschwellen für geringfügige Beschäftigungen von 450 Euro auf 520 Euro im Monat angehoben werden. Doch in dem dazugehörigen Gesetzentwurf hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ein weiteres Vorhaben untergebracht, das in der Branche Kopfschütteln auslöst und in Anbetracht seiner Auswirkungen erheblich überrascht: Eine verschärfte Dokumentationspflicht der Arbeitszeiten soll zukünftig nicht nur für Minijobber, sondern für nahezu alle Beschäftigten gelten, die unter die Branchen des § 2a Abs. 2 Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz fallen. Alle Arbeitgeber der im Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz aufgeführten elf Branchen, zu dem auch das Bau- und Ausbaugewerbe mit dem Maler- und Lackiererhandwerk zählt, will Heil verpflichten, Arbeitsbeginn, -ende und -dauer „jeweils am Tag der Arbeitsleistung elektronisch und manipulationssicher aufzuzeichnen“ und die Daten digital zu speichern.

Bundesverband kritisiert die Dokumentationspflichtverschärfung scharf

Für die über 40.000 Maler- und Lackiererbetriebe in Deutschland, deren Beschäftigte auf wechselnden Baustellen arbeiten, heißt das: Um eine mobile Zeiterfassung werden sie nicht herumkommen. Für Mitarbeiter, die nicht freiwillig ihr privates Mobiltelefon zur Verfügung stellen, muss ein Mobilfunkvertrag nebst Smartphone angeschafft werden. Nur so können sie bei Ankunft auf der Baustelle den Beginn ihrer Arbeitszeit manipulationssicher und digital vermerken. Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz hat in einer Stellungnahme an das Bundesarbeitsministerium, zusammen mit der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, gegen das neue Bürokratiemonster protestiert: „Natürlich wehren wir uns nicht gegen eine korrekte Erfassung der Arbeitszeiten. Wir kritisieren aber, dass jedem Betrieb ungeachtet seiner Größe ein Verwaltungsapparat aufgezwungen wird, der nur mit erheblichen Kosten zu bewältigen ist“, so Hauptgeschäftsführer Mathias Bucksteeg.

Wissen kann Leben retten: EU-Notruftag am 11. Februar

41 Prozent der EU-Bürger wissen nicht, welche Nummer sie bei einem Notfall im europäischen Ausland wählen müssen. Deshalb hat die Europäische Kommission den 11. Febraur zum EU-Notruftag erklärt. Feuerwehren, Rettungsdienste und Notärzte machen am Aktionstag mobil, um die europäische Notrufnummer bekannter zu machen. Eine Befragung im Auftrag der EU-Kommission hat ergeben, dass noch immer 41 Prozent der Europäer nicht wissen, dass die 112 auch in anderen EU-Staaten gilt.

Seit 2008 ist die 112 der EU-Notruf. Auch wenn landeseigene Notrufnummern in einigen Ländern parallel existieren, funktioniert die 112 in allen EU-Mitgliedsstaaten – aus dem Festnetz und dem Mobilfunknetz. Und nicht nur dort: Schweiz, Norwegen, Russland und Israel haben die 112 übernommen, auch in Südafrika und Kanada funktioniert sie.

Das Wissen um die richtige Notrufnummer kann Leben retten. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall etwa muss es besonders schnell gehen, weil wichtige Nervenzellen im Gehirn absterben. Jede Minute, die vergeht, steigt das Risiko zu sterben oder einer lebenslangen Behinderung.

2019 – im Jahr vor der Pandemie – wurden in Deutschland 16 Millionen Notrufe ausgelöst, in der gesamten EU waren es 266 Millionen. 73 Prozent der Notrufe in Europa gehen mittlerweile von Mobilfunktelefonen ein.

KFZ-NRW will Recht auf Servicevertrag stärken

Auf ihrer Klausurtagung in Mönchengladbach analysierten die Vorstandsmitglieder des nordrhein-westfälischen Kfz-Gewerbes intensiv die Situation von Autohandel und Servicegeschäft. Die Branche stehe vor großen Herausforderungen, betonte Präsident Frank Mund und zeigte in seinem Bericht die zahlreichen Baustellen auf: von Mobilitätswende, Halbleiterkrise, Agenturmodell, über Datentransfer bis zum Fachkräftemangel. Insbesondere der durch zahlreiche Faktoren getriebene Konzentrationsprozess im Handel und im Service fordere die Kfz-Unternehmer, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken und sich neu aufzustellen. „Wir müssen als Unternehmer mehr und mehr einen ganzheitlichen Blick auf Individualmobilität als Dienstleistung entwickeln“, so Mund. „Es genügt nicht, E-Bikes in den Showroom zu stellen. Sondern wir müssen im Rahmen der Mobilität Geschäftsmodelle entwickeln, bevor es andere ohne uns tun.“

Aus Sicht der Autohausunternehmer bereiten vor allem die Agenturmodelle, sowie die Kündigung von Vertriebsverträgen, zahlreicher Hersteller und deren Vorstöße für einen Direktvertrieb Sorge. Für eine wesentliche Perspektive sorgt der Anspruch, bei Erfüllung der qualitativen Anforderungen weiterhin Teil des Servicenetzes bleiben zu können. „Allerdings ist dieser Anspruch durch die deutsche Rechtsprechung stark verwässert worden“, kritisiert Mund. Daher fordert das nordrhein-westfälische Kfz-Gewerbe eine Klarstellung dieses Anspruches in den Leitlinien der Kfz-GVO, die nach Aussage der EU-Kommission verlängert werden soll.

Lehnt der Hersteller den Zugang zum Servicenetz ab und versucht der Kfz-Unternehmer, den Abschluss eines Servicevertrags gerichtlich durchzusetzen, scheitert er nicht selten am (deutschen) Prozessrecht. Denn deutsche Gerichte fordern vom Kfz-Betrieb die Nachweisführung, dass er Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten für Fahrzeuge der betreffenden Automarke als freie Werkstatt nicht oder nicht wirtschaftlich sinnvoll erbringen kann. “Im Ergebnis nehmen deutsche Richter dem ohnehin kleinen David auch noch seine Steinschleuder weg, die ihm die EU-Kommission ganz bewusst in die Hand gedrückt hatte”, erläutert Mund das Problem, “hier müsse der ZDK in dem noch verbleibenden Zeitfenster eine Klarstellung in den Leitlinien zur KFZ-GVO einfordern.”

Was bedeutet „Isolierung“, was „Quarantäne“?

Die derzeit hohe und voraussichtlich weiter steigende Zahl der Neuinfektionen führt zu Überlastungen der Labore und zu Engpässen bei den verfügbaren PCR-Tests. Dies bedeutet auch, dass sich immer mehr Mitarbeitende in den Unternehmen infizieren und dann in Quarantäne müssen und im Betrieb fehlen. Wie läuft das also mit der Isolation beim Arbeitgeber? Was bedeutet überhaupt „Isolierung“, was „Quarantäne“? Informationen zu den Quarantäneregeln sind hier beim Land NRW zu finden.

BG Bau: Bis 16. Februar elektronischen Lohnnachweis abgeben

Am Jahresanfang müssen Unternehmen die Arbeitsentgelte, die geleisteten Arbeitsstunden ihrer Beschäftigten sowie deren Anzahl an die Unfallversicherungsträger übermitteln. Die Meldefrist für das Jahr 2021 endet am 16. Februar 2022. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) gibt Tipps, damit die Abgabe der Daten reibungslos klappt.

Mit dem elektronischen Lohnnachweis melden die Unternehmen für das zurückliegende Jahr die Anzahl ihrer Beschäftigten, das an sie gezahlte Arbeitsentgelt sowie die dafür geleisteten Arbeitsstunden. Das gilt auch für Aushilfen, Teilzeitkräfte oder Auszubildende. Bis zum 16. Februar haben die Unternehmen aus der Bauwirtschaft und dem Reinigungsgewerbe Zeit, die elektronischen Lohnnachweise für das Jahr 2021 an die BG BAU zu übermitteln.

Die Übermittlung erfolgt über das Entgeltabrechnungsprogramm oder alternativ über die Ausfüllhilfe sv.net. Vor der Abgabe des elektronischen Lohnnachweises muss das Unternehmen einen Stammdatenabruf durchführen. Dabei werden die hinterlegten Unternehmensdaten abgeglichen und die Beschäftigten einer Gefahrtarifstelle zugeordnet. Nachweispflichtig sind Arbeitsentgelte bis zu einer Höhe von 78.960,00 Euro je Beschäftigen. Für Unternehmen, die im Jahr 2021 keine Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oder Aushilfen beschäftigt haben, entfällt die Meldepflicht. Sollte in diesem Fall bereits ein Stammdatenabruf durchgeführt worden sein, ist dieser dringend wieder zu stornieren.

Der elektronische Lohnnachweis ist die Grundlage für die Berechnung des Beitrags an die BG BAU. Unternehmen sollten die Abgabefrist für die Meldung einhalten. Andernfalls muss die BG BAU gegebenenfalls die Bruttoarbeitsentgelte schätzen und der Beitragsberechnung zugrunde legen. Im Gegensatz zu Arbeitsentgelten und Gefahrtarifstellen werden die gemeldeten Arbeitsstunden nicht zur Berechnung des Beitrags zur Unfallversicherung herangezogen. Diese Angaben wirken sich aber auf die Zuweisung des Unternehmens zum jeweiligen arbeitsmedizinischen und sicherheitstechnischen Betreuungsmodell aus.

Geänderte Anforderungen an Impf- und Genesenen­­nachweise

Mit der am 15. Januar 2022 in Kraft getretenen Verordnung zur der Corona-Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung wurden auch die Anforderungen an Impf- und Genesenennachweise neu geregelt. Arbeitgeber sollten zusätzlich diese Änderung zum Anlass nehmen, gemäß ihrer Verpflichtung nach § 5 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung die Beschäftigten nochmals über die Gefahren einer COVID-19 Erkrankung und bestehende Impfmöglichkeiten aufzuklären.

Auch sollten sie die betroffenen Beschäftigten gegebenenfalls für die Wahrnehmung eines Impfangebotes freistellen. Weiterhin müssen die Arbeitgeber im Zusammenhang mit den nach § 28b des Infektionsschutzgesetzes vorgeschriebenen Kontrollen vor Betreten der Arbeitsstätte bei Änderung der Anforderungen an 3G-Nachweise ggf. auch die Gültigkeit von Impf- und Genesenennachweisen der Beschäftigten nochmals neu erfassen sowie deren Dokumentation aktualisieren. Darauf hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales jetzt noch einmal hingewiesen. Weitere Informationen dazu sind hier erhältlich.

Verlängerte Antragsfristen für Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Mit Beginn 1. Januar 2022 ist eine Änderungsbekanntmachung der ersten Förderlinie des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ in Kraft getreten. Mit ihr wurden die Fristen des Förderprogramms aufgrund der anhaltenden pandemischen Lage verlängert. Anträge für Ausbildungsprämien (plus), für Zuschüsse zur Vermeidung von Kurzarbeit sowie für den „Lockdown-II-Sonderzuschuss für Kleinstunternehmen“ können nunmehr bis zum 15. Mai 2022 gestellt werden. Nicht verlängert wurde die Antragsfrist für Prämien bei der Übernahme von Auszubildenden aus Insolvenzbetrieben aufgrund der geringen Nachfrage. Diese endete am 31. Dezember 2021.

Weitere Informationen sowie die Antragsformulare und Formulare für die notwendigen Bescheinigungen stehen auf folgender Webseite zum Download bereit: https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern

Verkehrsausschuss des EU-Parlaments befürwortet Handwerkerausnahme

Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, alle Fahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen ohne Ausnahmemöglichkeit in die streckenabhängige Lkw-Maut einzubeziehen. Aktuell gilt in Deutschland eine Ausnahmeregelung für Handwerkerfahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen. Diese drohte dadurch zu entfallen.

Im Dezember 2020 hatten die EU-Verkehrsminister eine Einigung erzielt, die es den EU-Mitgliedsländern überlässt, diese Fahrzeuge von Unternehmen außerhalb des Transportgewerbes von der Maut auszunehmen, wenn sie damit ihre Materialien befördern. Jetzt hat der Verkehrsausschuss des Europaparlaments diese Ausnahme bestätigt. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe: „Wir haben die Handwerkerausnahme gefordert und begrüßen dieses Zwischenergebnis daher. Jetzt muss das Plenum des Europaparlaments abschließend zustimmen.“

„Die Handwerkerausnahme ist dringend erforderlich. Denn in Deutschland wären die baugewerblichen Betriebe von einer Mautpflicht durch das im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten extrem große Mautnetz finanziell unverhältnismäßig belastet“, so Pakleppa. „Das deutsche Mautnetz erstreckt sich nämlich mittlerweile neben den Autobahnen auch auf das gesamte Bundesstraßensystem und damit auf insgesamt 52.000 km.“

Anders als im Transportgewerbe kann die streckenbezogene Maut im Baugewerbe keine Lenkungswirkung entfalten, da die Baubetriebe die Transporte nicht auf andere Verkehrsträger verlagern können. Gerade im ländlichen Raum sind längere Anfahrtswege unumgänglich.

Fatal wäre es, wenn gerade in der jetzigen Situation, die so dringend notwendigen Leistungen des Baugewerbes für den Wohnungsbau, die energetische Sanierung und die Ertüchtigung der Verkehrsinfrastruktur unnötig behindert und verteuert würden.

„Wir begrüßen das Votum des Verkehrsausschusses ausdrücklich und fordern das Europaparlament auf, in seiner abschließenden Befassung die Ausnahmeoption für Fahrzeuge von Handwerksunternehmen zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen zu beschließen. Damit werden den Bauunternehmen zusätzliche Bürokratie und Kosten erspart, so Pakleppa abschließend.“

Beitragserhöhung bei der AOK führt zu Sonderkündigungsrecht

Zum 1. Januar 2022 hat die AOK NordWest den Zusatzbeitrag für ihre Versicherten um 0,4 Prozentpunkte erhöht. Durch die Erhöhung des Zusatzbeitrages besteht für die bei der AOK Versicherten noch bis Ende Januar 2022 ein Sonderkündigungsrecht. Dies können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dazu nutzen, zu einer Krankenversicherung zu wechseln, die ihren Beitragssatz stabil hält (z. B. die IKK classic). 0,4 Prozentpunkte günstiger versichert zu sein bedeutet, dass bei einem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro monatlich die Beschäftigten wie auch ihre Arbeitgeber jeweils 72 Euro im Jahr sparen können. In einem Betrieb mit mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedeutet dies schnell eine deutliche Ersparnis bei den Lohnzusatzkosten.

Förderprogramme für Unternehmen neu aufgestellt

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und die KfW stellen zum Beginn des Jahres 2022 die Förderprogramme für kleine und mittelständische Unternehmen neu auf: Kleinen und mittleren Unternehmen sowie größeren Mittelständlern steht künftig jeweils ein eigenes Förderprogramm zur zinsgünstigen Finanzierung von Vorhaben im In- und Ausland sowie von Gründungen und Unternehmensübernahmen zur Verfügung.

Der neue ERP-Förderkredit KMU bietet allen Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis 50 Mio. EUR, mit nicht mehr als 249 Beschäftigten und einer Bilanzsumme von max. 43 Mio. EUR zinsgünstige Kredite mit attraktiven Konditionen aus dem ERP-Sondervermögen an. Für junge Unternehmen, die weniger als 5 Jahre am Markt sind, sowie für Vorhaben von KMU in Regionalfördergebieten gelten nochmals verbesserte Konditionen. Für größere Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis 500 Mio. EUR wird der KfW-Förderkredit großer Mittelstand mit zinsgünstigen, aber beihilfefreien Konditionen eingeführt. In beiden Programmen beträgt der Kredithöchstbetrag 25 Mio. EUR pro Vorhaben. Je nach Finanzierungszweck kann eine Laufzeit von bis zu 20 Jahren vereinbart werden. Den durchleitenden Banken und Sparkassen bietet die KfW die Option einer teilweisen Übernahme des Kreditrisikos (Haftungsfreistellung) von 50 % für Unternehmen, die seit mindestens 3 Jahren am Markt sind, um eine positive Kreditentscheidung zu erleichtern.

Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Dr. Robert Habeck, führt aus: „Wir unterstützen den Mittelstand bei den großen Herausforderungen unserer Zeit, insbesondere der Transformation zu einer klimaneutralen und digitalen Wirtschaft. Die vereinfachte Förderlandschaft und die verbesserten Konditionen unserer ERP- und KfW-Förderkreditprogramme erlauben unseren mittelständischen Unternehmen, ihre Vorhaben zu günstigen und attraktiven Konditionen zu finanzieren. Junge Unternehmen und solche in den regionalen Fördergebieten unterstützen wir weiterhin besonders stark.“

Die neuen Programme lösen den KfW-Unternehmerkredit, den ERP-Gründerkredit Universell sowie das ERP-Regionalförderprogramm ab. Die Programmvarianten des KfW-Unternehmerkredits und des ERP-Gründerkredits Universell unter dem Dach des KfW-Sonderprogramms werden bis zu dessen Auslaufen fortgeführt. Unverändert bestehen bleiben der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit, die Nachrangprodukte ERP-Mezzanine für Innovation und ERP-Kapital für Gründung sowie der ERP-Gründerkredit StartGeld.

Weitere Informationen unter www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Investitionen-und-Wachstum/

Plädoyer fürs Bäckerhandwerk im Podcast #Angehört

Im Podcast #Angehört der Bundesagentur für Arbeit stellt die Deutsche Meisterin der Bäckerjugend und zukünftige Backfluencerin Susanna Rupp ab sofort die Ausbildungsberufe Bäcker/in und Konditor/in vor. Die jungen Zuhörer erfahren im Interview mit dem Berufsberater Kai Hochstuhl, was eine Ausbildung im Bäckerhandwerk mit Liebe zu tun hat und welche Karrierechancen sie erwarten.

Warum ist Bäcker ein spannender Beruf? Muss man wirklich so früh aufstehen und verdiene ich ausreichend in der Ausbildung? Wenn Schüler über eine Ausbildung im Bäckerhandwerk nachdenken, gibt es viele Fragen. Diese beantwortet die Bundesagentur für Arbeit jetzt gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks im Podcast „Schon in die Zukunft gehört?“. Ab sofort können Interessierte, Absolventen und auch Eltern der Backfluencerin Susanna Rupp im Gespräch mit dem Berufsberater Kai Hochstuhl lauschen, die in rund 20 Minuten alles Wissenswerte über ihre Ausbildung zur Bäckerin und Konditorin berichtet. Die deutsche Meisterin der Bäckerjugend schwärmt davon, jeden Tag selbst etwas erschaffen zu können, beeindruckt den Moderator mit ihrer Leidenschaft und Liebe zum Produkt und berichtet von ihrem „Wow-Moment am Morgen“, wenn sie vor der vollen und duftenden Ladentheke steht.

„Ziel des Podcasts ist es, junge Menschen für eine Ausbildung im Bäckerhandwerk zu begeistern, ihnen die Vielseitigkeit des Berufsfelds sowie die Weiterentwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen“, erklärt Susanne Fauck, Geschäftsführerin der Werbegemeinschaft des Deutschen Bäckerhandwerks. Die Produktion mit der Bundesagentur für Arbeit entstand im Rahmen der Nachwuchskampagne Back dir deine Zukunft, die vor allem auf den sozialen Kanälen Lust aufs Bäckerhandwerk macht. Ab Januar ergänzt Susanna Rupp das Team der Backfluencer und berichtet in regelmäßigen Posts von ihrem abwechslungsreichen Arbeitsalltag.

Der Podcast kann über YouTube und Spotify abgerufen und geteilt werden: https://t1p.de/l8sz.

Landgericht Hamburg untersagt Selbsttest-Zertifikate ohne Arztkontakt

Das Land­ge­richt Ham­burg hat einem Ham­bur­ger Un­ter­neh­men ohne münd­li­che Ver­hand­lung vor­läu­fig un­ter­sagt, für die Aus­stel­lung von Co­ro­na-Selbst­test­zer­ti­fi­ka­ten zu wer­ben oder Co­ro­na-Test­zer­ti­fi­ka­te aus­zu­stel­len, so­fern der Test nicht von dem aus­stel­len­den Arzt oder der Ärz­tin vor­ge­nom­men und über­wacht wird. Die Wett­be­werbs­zen­tra­le hatte die Wer­bung als ir­re­füh­rend be­an­stan­det, darauf weist der Info-Dienst Beck-aktuell hin.

Fürs Friseurhandwerk gilt 3G-Regel

Mit der seit Samstag, 4. Dezember, geltenden neuen Coronaschutzverordnung für NRW hat es für das Friseurhandwerk keine Änderungen gegeben. Für Friseurleistungen gilt weiterhin die 3G-Regel. Kundinnen und Kunden müssen also geimpft oder genesen sein. Sie können aber auch einen negativen Coronatestnachweis vorlegen.

„Offenbar hat diese Information viele nicht erreicht.“, erklärt Hartmut Vahle, Obermeister der Friseur-Innung Minden-Lübbecke. „Aktuell gibt es dazu jede Menge Nachfragen“, so Vahle weiter. Dies bestätigt auch Olaf Hölling, Obermeister der Friseur- und Kosmetik-Innung Herford.

Für sonstige körpernahe Dienstleistungsbereiche hat sich allerdings nichts verändert. Hier galt schon vorher in NRW die 2G-Regelung. Im Falle von 2G dürfen Kundinnen und Kunden das Geschäft nur noch mit einem Impf- oder Genesenen-Nachweis betreten.

Wie Vahle und Hölling betonen, sind Friseurleistungen hiervon in der aktuellen Coronaschutzverordnung namentlich ausgenommen. Somit gilt für Friseure ausdrücklich 3G.

Digital überwachte Selbsttests für 3G-Regel nicht anerkannt

Bekanntlich gilt seit dem 24. November 2021 die 3G-Pflicht für alle Beschäftigten am Arbeitsplatz. Seitdem werben diverse Anbieter im Internet mit digital überwachten Selbsttests mit Testzertifikat. Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium weist ausdrücklich darauf hin, dass nur Tests, die vor Ort durch Dritte durchgeführt oder überwacht worden sind und werden, mit einem 3G-fähigen Testzertifikat bestätigt werden dürfen. Testzertifikate, die das Ergebnis eines digitalen Testverfahrens bescheinigen, sind somit ungültig.

Zur Ausstellung von Testzertifikaten sind in Nordrhein-Westfalen daher nur die in den Landesverordnungen vorgesehenen Teststellen sowie Arbeitgeber, die sich für die Beschäftigtentestung registriert haben, berechtigt. Dabei handelt es sich ausschließlich um in Präsenz von geschultem Personal vorgenommene Testungen oder beaufsichtigte Selbsttestungen vor Ort. Digitale Beobachtungen bei Selbsttestungen erfüllen diese Anforderung nicht und berechtigen nicht zur Ausstellung eines Testnachweises. Die Verwendung solcher Testnachweise im Rechtsverkehr (also zum Beispiel bei Zugangskontrollen nach der Coronaschutzverordnung) stellt sogar eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann.

Laut dem Fachverband Tischler NRW weist das Bundesministerium für Gesundheit auf seiner Internetseite ebenfalls auf die Unzulässigkeit von digitalen Testverfahren hin. Die Schutzmaßnahmenausnahmeverordnung des Bundes sieht die Ausstellung von Testnachweisen ausdrücklich nur für Testverfahren in Präsenz vor, womit eine digitale Überwachung ausgeschlossen ist.

Zuschuss zur Vermeidung von Kurzarbeit

Betriebe, die als Folge der Corona-Pandemie in Kurzarbeit sind, die Ausbildung aber trotz hohen Arbeitsausfalls fortsetzen, können für ihre Auszubildenden und Ausbildenden einen Zuschuss erhalten, um Kurzarbeit zu vermeiden. Dieser wird aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ finanziert. Der Zuschuss zur Vermeidung von Kurzarbeit richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bis 499 Beschäftigte. KMU können bei Fortführung der Berufsausbildung einen Zuschuss von 75 Prozent der Ausbildungsvergütung erhalten. Die Förderung wird für jeden Monat (bis einschließlich Dezember 2021) gezahlt, in dem ein Betrieb einen Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent angezeigt hat. Ebenfalls kann ein Teil der Lohnkosten der Ausbilderinnen und Ausbilder bezuschusst werden: Die Förderung umfasst die Hälfte der Brutto-Vergütung, gedeckelt auf 4.000 Euro, zuzüglich 20 Prozent Sozialversicherungspauschale. Weitere Informationen gibt die Bundesagentur für Arbeit.

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