ZDK: Wem nutzt der Tod der Autohäuser?

Vor den dramatischen Folgen der geplanten bundesweiten Corona-Regeln für den Automobilhandel warnt der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). “Wenn jetzt nach über vier Monaten Lockdown auch noch die Abholung bestellter Fahrzeuge verboten werden soll, ist das der Sargnagel für viele Autohäuser”, kommentiert ZDK-Präsident Jürgen Karpinski den vorliegenden Entwurf einer Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes. Dieser Entwurf wird allgemein so interpretiert, dass im Handel – anders als in der Gastronomie – bei Überschreiten des Sieben-Tage-Inzidenzwerts von 100 auch das sogenannte “Call & Collect”-Verfahren untersagt werden soll. “Damit zerstört man uns auch noch das Online-Geschäft”, konstatiert Karpinski mit Blick auf die dann nicht mehr zulässige Kombination eines Vertragsschlusses auf elektronischem Wege mit der Übernahme des Fahrzeugs vor dem Autohaus.

Durch diese unsinnige Verschärfung, so Karpinski, werde kein einziger Infektionsfall vermieden. Die Fahrzeugabholung erfordere keinerlei physischen Kontakt zwischen Personen. Und die etwaige Sorge vor einem Gedränge wartender Kunden vor dem Betrieb sei im Autohandel geradezu absurd, betont Karpinski. Ohnehin sei nicht nachvollziehbar, warum in dem Entwurf ohne jede Begründung die Autohäuser mit ihren großen Ausstellungsräumen, der vergleichsweise geringen Kundenfrequenz und den ausgefeilten Hygienekonzepten nicht in den umfangreichen Katalog der Ausnahmen vom Verkaufsverbot aufgenommen worden seien. “Ich gönne es jeder Buchhandlung und jedem Blumengeschäft, weiter verkaufen zu dürfen, aber warum darf das dann nicht auch der Autohandel, bei dem die Infektionsgefahr völlig unstreitig viel geringer ist?”, fasst Karpinski das Unverständnis der Mitgliedsbetriebe zusammen. Zweck der anstehenden Neuregelung sei erklärtermaßen der Infektionsschutz. Wenn man das ernst nehme, sei das nun drohende Sterben der Autohäuser ein völlig sinnloses Opfer, das niemandem nutze.

Einheitlicher Standard für elektronische Kassenbelege freigegeben

Die Ausgabepflicht an Kassen hat vor allem bei Bäckern und Fleischern zu unerwünschten Belegbergen geführt. Der Deutsche Fachverband für Kassen- und Abrechnungssystemtechnik im bargeld- und bargeldlosen Zahlungsverkehr e.V. und die ihm angeschlossenen Unternehmen wollen das ändern und haben sich auf einen Standard für elektronische Kassenbelege geeinigt. Der “Elektronische Kassen-Beleg-Standard” (EKaBS) ermöglicht eine sichere, umwelt- und benutzerfreundliche Alternative zu Kassenbons auf Papier.

“Wir sind stolz, dass die Fachbranche, die der DFKA e.V. vertreten darf, weiterhin die Entwicklung von Rechtssicherheit und Steuerehrlichkeit in Deutschland mitgestaltet und einen wichtigen Schritt hin zu durchgängig digitalen Prozessen rund um die Kasse macht”, sagte Udo Stanislaus, Vorstandsvorsitzender des DFKA e.V., zur Einführung des EKaBS.

Der neue Standard wird dem Anspruch der Kassenanwender und Kunden gerecht, einen verlässlichen und leicht zu handhabenden Ersatz für Papierbelege zu erhalten. Gleichzeitig erfüllt der EKaBS auch die Anforderungen, die die Finanzbehörden an einen gedruckten Papierbeleg haben, und bietet der Kassensystembranche, eine rechtsichere und rechtskonforme digitale Alternative.

Schon seit langer Zeit, aber besonders mit der Einführung der Belegausgabepflicht an Kassen, ist das Interesse an elektronischen Belegen angestiegen. In der Vergangenheit boten bereits einige Unternehmen ihren Kunden an, den Kassenbeleg auf elektronischem Wege entgegenzunehmen, allerdings fehlte bisher die universelle Nutzbarkeit und allgemeine Akzeptanz einer einzigen Lösung. Der EKaBS wurde deshalb in der Arbeitsgruppe “Elektronischer Beleg” in einer multilateralen Kooperation von Mitgliedern des DFKA e.V., weiteren Herstellern aus dem Fachgewerbe und den Verbänden ZDH, HDE und DEHOGA, erstellt.

Bisher verwendete Systeme zur Erzeugung von Belegen blieben so unterschiedlich und vielfältig, dass eine einheitliche Verwaltung und automatisierte Auswertbarkeit nicht gewährleistet werden konnte. Mit dem EKaBS wurde nun ein Standard geschaffen, der dieses Defizit beseitigt und die Lücken schließt. “Damit wurde Konsens geschaffen, wo vorher Ungewissheit und Uneinigkeit herrschte”, so Stanislaus.

ZDK: Irrfahrt durch die Inzidenzzonen geht weiter

Als Fortsetzung der Irrfahrt durch die Inzidenzzonen bewertet der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) den Änderungsentwurf des Infektionsschutzgesetzes. “Was bleibt von den vielversprechenden Konzepten vieler Kreise und Städte, mit Schnelltests und digitaler Kontaktnachverfolgung dem Handel erste Öffnungsperspektiven zu bieten?”, fragt ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Sobald der Inzidenz-Tacho die 100 überschreite, sei jetzt wieder eine Vollbremsung fällig. Und nur alle darüber hinausgehenden härteren Regelungen sollen fortbestehen. “Wie soll ein Unternehmer mit diesen Vorgaben vernünftig planen? Mögliches Öffnen und Schließen im Fünf-Tages-Rhythmus kann niemand mehr nachvollziehen. Im Zweifel bleiben die Kunden zuhause, und das nun schon seit vier Monaten.”

Dabei sei ein Besuch im Autohaus laut dem Robert-Koch-Institut fast so sicher wie ein Aufenthalt im Freien. Statt wechselnd zu bremsen und wieder Gas zu geben wäre es viel wirksamer, weiter auf Öffnungsschritte mit flächendeckenden Schnelltests und Systemen digitaler Kontaktnachverfolgung zu setzen – unabhängig vom starren Blick auf den Inzidenz-Tacho.

Laut Karpinski empfehle auch der ZDK den Autohäusern und Kfz-Werkstätten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Betrieben regelmäßig testen zu lassen. “Dieses Engagement ist in den vergangenen Wochen kontinuierlich ausgeweitet worden. Wir setzen hier auf das freiwillige Engagement der Betriebe und lehnen eine Zwangsverpflichtung ab”, so der ZDK-Präsident. Wenn die Politik die Übernahme der Testkosten durch die Betriebe als Beitrag zur Pandemiebekämpfung deklariere, werde komplett vergessen, welche wirtschaftlichen Belastungen der Automobilhandel aufgrund des monatelangen Verkaufsverbots bisher zu tragen habe. “Auch unter Infektionsschutzgesichtspunkten halten wir die Aufnahme des Automobilhandels in die vom Öffnungsverbot ausgenommenen Ladengeschäfte für gerechtfertigt und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sogar für zwingend notwendig. Aufgrund der großen Ausstellungsflächen und der typischerweise sehr geringen Zahl gleichzeitig anwesender Kunden ist das Infektionsrisiko im Automobilhandel minimal und sicherlich nicht größer als in den laut Entwurf privilegierten Gartenmärkten oder Buchhandlungen”, betont Karpinski.

Corona-Tests: Wirtschaft ist der Politik voraus

Schon wenige Tage nach dem gemeinsamen Aufruf der vier Spitzenverbände im März hat eine Umfrage klar gezeigt: Fast die Hälfte der Unternehmen und Betriebe bietet ihren Beschäftigten bereits regelmäßige Corona-Tests an oder plant, dies in Kürze zu tun. Das Engagement zeigt wieder einmal, was die Wirtschaft in kurzer Zeit mit Unternehmergeist und Pragmatismus auf die Beine stellen kann – ohne Bürokratie und gesetzliche Regulierung. Per Verordnung oder Testpflicht lassen sich diese Herausforderungen nämlich nicht beseitigen, sondern erschweren eher eine rasche Besserung. Das schnelle und engagierte private, eigenverantwortliche Engagement der Unternehmen in Handwerk, Handel, Industrie und Dienstleistungen wird durch Äußerungen aus dem politischen Bereich, die auf Zwang abzielen, daher eher massiv gefährdet denn unterstützt. Eine Fokussierung auf unbürokratische Lösungen und Hilfestellungen ist aus Sicht der Wirtschaftsverbände weitaus zielführender.

Eine Zusammenstellung aller wichtigen Informationen von den Wirtschaftsverbänden für die Unternehmen zum Thema Corona-Tests findet sich hier:

Beispiellose Welle von Materialpreiserhöhungen

Aktuell rollt eine beispiellose Welle von Preiserhöhungen bei Rohstoffen und Materialien für den Ausbau auf die deutschen Handwerker und damit auch auf Bauherren und Sanierer zu. Allein die Preise für Dämmstoffe wie EPS – Basis für die Wärmedämmung an Fassaden und landläufig bezeichnet als “Styropor” – steigen im April um rund 50 Prozent.

Auch die Preise für Trockenbauprofile und OSB-Platten gehen durch die Decke. Manche Hersteller von Rohstoffen und Vorprodukten kündigen bis Mai auch hier Erhöhungen bis zu 50 Prozent an. Die Preise für praktisch alle Baumaterialien, vom Sanitärsilikon bis zu Farben und Lacken, ziehen ebenfalls drastisch an. Selbst Farbeimer und andere Verpackungen werden von den Erhöhungen erfasst.

Märkte wie die Wärmedämmung und der Innenausbau, die die Branche in der Krise bisher stabilisiert haben, könnten abgewürgt werden. Das befürchtet der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz, als Arbeitgeberverband zuständig für die rund 40.000 Betriebe und 206.000 Beschäftigten des Maler- und Lackiererhandwerks in Deutschland. Bei der Wärmedämmung droht ein herber Rückschlag für die Energiewende im Bau, mit entsprechenden Folgen für die Klimaziele.

“Diese heftigen Preiserhöhungen treffen das Handwerk völlig unerwartet. Unsere Betriebe können das nicht abpuffern, in den Verträgen mit den Kunden ist dafür kein Spielraum”, sagt das für Technik und Märkte zuständige Vorstandsmitglied des Bundesverbandes, Dietmar Ahle. Die Preiserhöhungen treffen die Branche in einer Phase, in der die Kapitaldecke bei Bauherren ebenso wie bei den Handwerksbetrieben ohnehin dünner werde. Die befürchtete Konsequenz: Stillstand auf den Baustellen und eine Pleitewelle.

Die Gründe, die die Rohstofflieferanten anführen, sind extrem vielfältig: Lieferengpässe durch Corona-bedingte Ausfälle in der Logistik, unerwartete Verschiebungen der internationalen Nachfrage, Stilllegungen und Unfälle in Fabriken. Das Malerhandwerk glaubt nicht an Zufälle: “Es mag Lieferprobleme geben. Aber wir haben den Verdacht, dass einige Produzenten von Rohstoffen und Vorprodukten die Pandemie nutzen, um ihre Rendite zu verbessern”, so Dietmar Ahle.

Das Handwerk befürchtet, dass die Preise auch nach der Krise nicht mehr auf den alten Stand zurückfallen werden. Handwerker wie auch Bauherren sollten sich also auf langfristig deutlich höhere Baukosten einstellen.

#HeimatDesHandwerks wirbt Nachwuchs – jetzt auch mit Stellenbörse

Auch fürs Handwerk werden die sozialen Netzwerke immer wichtiger – nicht zuletzt, um Auszubildende und Fachkräfte zu finden. Die heute weithin bekannten Onlinedienste Facebook, Instagram, Twitter, LinkedIn, Xing oder Youtube machten Social Media zu einem Massenphänomen und eröffnen neue Kommunikationswege abseits der Printmedien. Sie lassen das Thema Kundenansprache auch vielschichtiger werden. So auch in der Nachwuchswerbung. Wer die künftigen Schulabgängerinnen und -abgänger erreichen will, muss sie auch digital dort treffen, wo sie zu finden sind – eben in den sozialen Medien. Die Kreishandwerkerschaft Wittekindsland hat daher in die „#HeimatDesHandwerks“ investiert.

Mit ihrem Projekt „#HeimatDesHandwerks“ hat die Kreishandwerkerschaft Wittekindsland mit Unterstützung von Arndt Birger Puls von der Unternehmensberatung Jean Van Arndt Brand Consulting in Bad Salzuflen eine Online-Marketing-Strategie geschaffen, die in erster Linie darauf abzielt, die digitale Nachwuchswerbung zu forcieren. Das Projekt soll aber auch ein Impulsgeber für alle Handwerksbetriebe sein, selbst mit bewegten Bildern, Fotos und Kreativität in den sozialen Netzwerken aktiv zu werden.

Folgende Ausgangslage bestimmt den Weg in die sozialen Netzwerke: Eine Ausbildung bzw. Tätigkeit im Handwerk gilt derzeit immer noch nicht als besonders attraktiv und prestigeträchtig.„Es gilt immer noch, Vorurteile zu überwinden“, so der Unternehmensberater. Und da der Trend in Deutschland weiterhin immer mehr zum Abitur führt, wird es fürs Handwerk nicht einfacher, Schulabgänger für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern. Corona macht die Nachwuchssuche zudem nicht einfacher, da sich potenzielle Azubis bis auf unbestimmte Zeit nicht über Berufmessen und Informationstage erreichen lassen.

Daher hat die Agentur Jean van Arndt den Auftrag erhalten, zunächst eine Online-Marketing-Strategie zu entwickeln und eine stark onlineorientierte Kampagne zu erstellen, die die Kreishandwerkerschaft als Informationsnetzwerk für Ausbildung präsentiert. Es geht darum, neben Abiturienten auch Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit Migrationshintergrund anzusprechen.

Ein weiteres Ziel ist, vermehrt Kooperationen mit allgemeinbildenden Schulen zu erreichen. Daher beinhaltet die Onlinekampagne die Darstellung von Karriere-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Sie bietet ferner Instrumente der Selbsteinschätzung, Praxishilfen und multimediale Anwendungen. Ein wichtiger Bestandteil der Kampagne sind Fotos und Videoclips. Über eine intensive Bildsprache können Emotionen erzeugt werden. Es geht darum, damit zielgruppenübergreifend zu begeistern – und dies möglichst authentisch, um Vertrauen ins Handwerk und seine Menschen aufzubauen.

Die Onlinekampagne ist 2020 mit der Verbreitung von bildgestützten Botschaften auf Instagram, Facebook, TikTok und der KH-Website. Instagram dient dabei als größtes Streumittel der Kampagne. Facebook und TikTok dienen der unterstützenden Verbreitung. Auch YouTube gehört zu den wichtigeren Kommunikationskanälen. Es dient als populäre Medienplattform für Clips, Tags und Werbefilme. Denn auf YouTube können auch solche Personen angesprochen werden, die bereits selbst interessante Videos zum Thema Handwerken hochgeladen haben. Sie sollen dazu animiert werden, auf den Zug aufzuspringen.

Kürzlich ist die „#HeimatDesHandwerks“ um eine Stellenbörse erweitert worden. Künftige Schulabgängerinnen und -abgänger können dort nach Ausbildungsplätzen im Handwerk suchen und sich über ein Online-Formular sofort bewerben. Und die Innungsbetriebe der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland können ihre Stellenangebote platzieren.

Materialengpässe und Preissteigerungen fürs Baugewerbe

“Unsere Unternehmen registrieren bei Preisanfragen zu verschiedenen Baumaterialien seit dem vierten Quartal 2020 Preissteigerungen insbesondere bei Stahl, Holz wie auch Dämmstoffen, und das mit einer sehr dynamischen Entwicklung. Teilweise gibt es heute schon Lieferschwierigkeiten.” Dieses erklärte heute der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa.

Gegenüber September 2020 verzeichnet die Branche nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Preiszuwächse bei Holz um ca. 15 -20 %, bei Dieselkraftstoff um 20 %, bei Mineralölerzeugnissen um 15 % und bei Betonstahl um fast 30 %. Bei einem Blick auf die längerfristige Preisentwicklung von global gehandelten Baustoffen, wie z. B. von Stahl, erdölbasierten Produkten, Bitumen und Dämmstoffen, zeigt sich eine hohe Volatilität.

Pakleppa begründet die derzeitige Preisentwicklung mit der Corona-Pandemie: “Im Zusammenhang mit der weltweiten Ausbreitung der Pandemie wurden im ersten Halbjahr 2020 infolge des Nachfrageeinbruchs weltweit Produktionskapazitäten heruntergefahren. Insbesondere mit dem Anspringen der Konjunktur in China im dritten Quartal 2020 wuchs die Nachfrage schneller, als weltweit die Produktionskapazitäten wieder hochgefahren werden konnten. Das Anfahren der Produktionskapazitäten im vierten Quartal wurde zudem durch den Wintereinbruch in den USA erschwert.”

Bei den stark regional, d. h. in Deutschland bzw. Europa, produzierten und verbrauchten mineralischen Baustoffen zeigt sich keine Volatilität bei der Preisentwicklung. Die stetige Aufwärtsentwicklung der Einkaufspreise für Kies, Sand, Zement und Beton folgt hier der starken Baukonjunktur.

Vor diesem Hintergrund fordert Pakleppa, auch in Deutschland wieder vermehrt Kies, Sand und Gips abzubauen. “Es kann nicht sein, dass wir von importierten Baustoffen abhängig sind, wenn wir über große Mengen mineralischer Baustoffe im eigenen Land verfügen. Darüber hinaus muss das Recycling von mineralischen Baustoffen mehr Fahrt aufnehmen. Hier kommt der öffentlichen Hand als großem Auftraggeber eine wichtige Vorbildfunktion zu. Als Folge wären wir dann in Deutschland ganz gut aufgestellt.”

Corona-Testzentren stehen auch Firmen zur Verfügung

Die Unternehmen sind von der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten aufgefordert worden, Mitarbeiter regelmäßig auf Corona testen zu lassen. Das ist auch in den Drive-in-Testzentren in Minden, Lübbecke, Löhne und Herford möglich. „Vor der Arbeit, in der Pause oder auf dem Heimweg können sich Mitarbeiter problemlos bei uns testen lassen“, wird Professor Dr. Franz-Josef Schmitz, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin der Mühlenkreiskliniken in heimischen Zeitungen zitiert. Anmeldungen sind demnach über die Internetseite www.muehlenkreiskliniken.de/testzentrum möglich. Die Drive-ins auf Kanzlers Weide in Minden und dem Blasheimer Markt in Lübbecke sind täglich in der Zeit von 6 bis 20.30 Uhr geöffnet.

Beschluss zur „Osterruhe” zurückgenommen

Soeben hat Kanzlerin Merkel bei einer Pressekonferenz mitgeteilt, dass der Beschluss zur „Osterruhe” zurückgenommen wurde. Fast zeitgleich hat NRW Ministerpräsident Armin Laschet den NRW Landtag zu diesem Beschluss informiert. Aus Sicht des Handwerk die richtige Entscheidung! Damit können nunmehr die Handwerksbetriebe sowohl am 1. April (Gründonnerstag) als auch am 3. April (Karsamstag) öffnen.

Zur Aufhebung der „Osterruhe” erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH): „Das ist eine richtige Entscheidung! Dass die Bundeskanzlerin sie so rasch und bei Übernahme persönlich voller Verantwortung getroffen hat, verdient großen Respekt. Aber um es auch deutlich zu machen: Es ist eine Entscheidung, die jetzt erst recht verantwortungsvolles Handeln von allen verlangt, Gesundheitsschutz nicht zu vernachlässigen. Wir appellieren an alle Betriebe und Beschäftigten des Handwerks, durch Beachtung der AHAL-Regeln und eine Reduzierung der eigenen Kontakte eine Ausbreitung des Virus zu verhindern und auf diese Weise aktiv zur Eindämmung dieser Pandemie beizutragen gemäß unserer Handlungsmaxime: Wir wollen, dass alle gesund bleiben!”

Breiterer Schutzschirm für Ausbildungsplätze

Die außergewöhnliche Krisensituation wirkt sich auf die Stabilität des Ausbildungsmarktes aus: Bereits im Jahr 2020 war ein Rückgang an Ausbildungsverträgen feststellbar, der sich 2021 nicht weiter verstetigen oder gar erhöhen sollte.

Um die Zahl der Ausbildungsverträge zu stabilisieren, wird die seit 1. August 2020 bestehende Erste Förderrichtlinie des Bundesprogramms “Ausbildungsplätze sichern” verlängert. Hier alle Infos:

Was gilt aktuell?
  • Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat die Erste Förderrichtlinie des Bundesprogramms vom 1. August 2020 bereits im Dezember 2020 fortentwickelt, um mehr Betriebe und Ausbildungsverträge in die Förderung einzubeziehen.
  • Ausbildungsprämien an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) für neue Ausbildungsverträge bei Erhalt (bisher einmalig 2.000 Euro) oder Erhöhung (bisher einmalig 3.000 Euro) des bisherigen Ausbildungsniveaus, Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung zur Verhinderung von Kurzarbeit und Übernahmeprämien bei Insolvenz des ursprünglichen Ausbildungsbetriebes.

    Was soll geändert oder verlängert werden?

    In der zweiten Weiterentwicklung der Ersten Förderrichtlinie sind folgende Änderungen vorgesehen:

    • Nahtlose Verlängerung der Ausbildungsprämien für Frühjahr 2021: Die Förderung mit Ausbildungsprämien wird nicht mit dem 15. Februar 2021 enden, sondern nahtlos fortgesetzt. Dazu werden die bislang geltenden Fördermöglichkeiten bis zum 31. Mai 2021 verlängert.

    • Für Ausbildungen, die ab dem 1. Juni 2021 beginnen, – somit für das kommende Ausbildungsjahr – wird die neue (höhere) Fördersystematik in Kraft gesetzt werden: Verdoppelung der Ausbildungsprämien (von derzeit 2.000 bzw. 3.000 Euro) auf 4.000 bzw. 6.000 Euro

    • Zum 1. Juni 2021 erfolgt bei den Ausbildungsprämien auch eine Erweiterung der Unternehmensgröße: Gefördert werden können dann kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeiter*innen (bislang bis zu 249 Mitarbeiter*innen).

    • Zuschüsse zur Vermeidung von Kurzarbeit werden bis Ende 2021 verlängert und die Förderung mit Inkrafttreten der Änderungen deutlich verbessert: Zukünftig wird zusätzlich die Hälfte der Brutto-Vergütung des Ausbilders (gedeckelt auf 4.000 Euro, zuzüglich 20 Prozent Sozialversicherungspauschale) übernommen. Auch hier folgt eine Erweiterung der Unternehmensgröße auf kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeiter*innen (bislang bis zu 249 Mitarbeiter*innen).

    • Als neue Leistung wird ein „Lockdown II-Sonderzuschuss“ für Kleinstunternehmen mit bis zu vier Mitarbeiter*innen eingeführt. Dieser wird einen einmaligen Zuschuss von 1.000 Euro je Azubi beinhalten, wenn die Geschäftstätigkeit aufgrund coronabedingter behördlicher Anordnung eingestellt oder nur in geringem Umfang (zum Beispiel in Hotels: Geschäftsreisende; in der Gastronomie: Außerhausverkauf) weitergeführt werden konnte, die Ausbildung aber gleichwohl an mindestens 30 Tagen fortgesetzt wurde.

    • Die Übernahmeprämie wird bis Ende 2021 verlängert und – wie die neue Ausbildungsprämie plus – auf 6.000 Euro angehoben. Außer bei Insolvenz wird auch eine Förderung möglich sein, wenn die Kündigung durch den Ausbildungsbetrieb erfolgt ist oder droht, weil diesem die Fortführung der Ausbildung in Folge der Corona-Krise bis zum Ende nicht mehr möglich oder zumutbar ist.

     

    Wie können Ausbildungsbetriebe die Prämie in Anspruch nehmen?

    Die Bundesagentur für Arbeit setzt die Erste Förderrichtlinie um und ist für die Anträge auf die Förderleistungen und deren Bewilligung zuständig. Ausbildungsbetriebe können sich an die für sie zuständige Agentur für Arbeit wenden und den Antrag auf Förderung mittels des vorgesehenen Antragsformulars stellen. Dieses können sie online auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit aufrufen. Dort stehen ebenfalls Informationen zum Bundesprogramm zur Verfügung.

Kirchlengern ermöglicht Betrieben kostenlose Kontaktnachverfolgung

In Kirchlengern können Gastronomen, Kulturanbieter und andere Betriebe zur Kontaktnachverfolgung kostenlos die von der Gemeinde beschaffte Plattform darfichrein einsetzen. Die Kommune hat dafür die Stadtlizenz der Software erworben, und bietet damit eine einheitliche, einfache und kostenfreie Möglichkeit, die verschlüsselten Besucherdaten bei Bedarf schnell und digital an die Gesundheitsämter zu melden.

Ich freue mich, diese praktische Hilfe nicht nur den Besucherinnen und Besuchern im Rathaus sondern auch den Geschäftsleuten und Gewerbetreibenden in ganz Kirchlengern anbieten zu können. Die ‚analoge Zettelwirtschaft‘ gehört damit der Vergangeheit an“, begrüßt Kirchlengerns Bürgermeister Rüdiger Meier die Möglichkeit, die Betriebe in Kirchlengern in dieser schwierigen Zeit untersützen zu können.

Die datenschutzkonforme Lösung „darfichrein.de“ des Partnerunternehmens AKDB macht handschriftlich geführte Listen, die mühsam zu führen und auszuwerten sind, überflüssig, und speichert die Daten auf sicheren Servern. Mit ihrem bisher einzigartigen „privacy-by-design“-Ansatz müssen keine personenbezogenen Daten auf den Benutzer-Smartphones gespeichert werden; Damit ist ein Missbrauch durch Hacking oder nach Diebstahl bzw. Verlust des Smartphones ausgeschlossen. Außerdem eröffnet die flexible Architektur viele Wege, die Gesundheitsämter anzubinden.

Nach einer Registrierung können sich die Betriebe in wenigen Sekunden ein Konto erstellen. Dabei wird ein QR-Code generiert, der ausgedruckt und sichtbar für die Besucher, Gäste und Kunden im Betrieb angebracht werden kann. Die Besucher scannen den QR-Code mit dem Smartphone und geben ihre Kontaktdaten an – ohne Stift und Papier, die evt. durch viele Hände gehen. Im Gegensatz zu einer App müssen die Gäste dafür nichts installieren oder herunterladen. Die Daten werden verschlüsselt und sicher im AKDB-Rechenzentrum gespeichert. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben werden die Kontaktdaten nach vier Wochen automatisch gelöscht.

Wenn ein Gast später positiv getestet wurde und angibt, an einem bestimmten Tag den Betrieb besucht zu haben kann dieser – und zwar nur der Betrieb selbst, und dies einzig auf Aufforderung der Gesundheitsbehörden – die relevanten Kontaktdaten per Knopfdruck digital an die Gesundheitsbehörden übermitteln. Dabei hat auch der Betrieb keine Dateneinsicht, da die Daten nur verschlüsselt vorliegen. So entfallen die Archivierung und die anschließende Vernichtung der Daten für die Unternehmen komplett.

Und auch für die Bürgerinnen und Bürger bietet darfichrein.de eine Erleichterung. Wer als Gast einen persönlichen PIN erstellt, kann bei allen teilnehmenden Betrieben einchecken, ohne die Kontaktdaten immer wieder neu eintragen zu müssen.

An über 3.700 Standorten ist die Anwendung bereits im Einsatz und über 2,5 Mio aktive Check-Ins sprechen für sich. Komplexe Anwendungsfälle wie Events, Hochschulen und Messen lassen sich praxisgerecht abbilden und auch in sensiblen Bereichen von Verwaltungen, Universitäten oder Gerichten, die besonders hohe Ansprüche an die IT-Sicherheit stellen müssen, ist darfichrein bereits vermehrt im Einsatz. Darüber hinaus ist darfichrein gemeinsam mit anderen Kontaktnachverfolgungslösungen Teil einer Plattform, die mehrere Kontaktverfolgungslösungen bündelt und im Moment getestet wird.

Im krz Verbandsgebiet sind bereits acht weitere Kommunen an der Lösung interessiert und testen sie teilweise bereits. Indem es den lokalen Betrieben die Auswahl und Einrichtung einer Kontaktnachverfolgung erleichtert, geht Kirchlengern mit gutem Beispiel voran.

AKDB und krz verdienen an dem Angebot nichts und bieten den Kommunen die Stadtlizenz gegen eine sehr geringe Gebühr an, die damit sowohl ihre Gesundheitsämter als auch die lokalen Gewerbe entlasten. Auch andere Körperschaften (Kreise, Verbände etc.) können dieses Lizenzmodell einsetzen.

Darfichrein.de entstand aus dem WirvsVirus Hackathon der Bundesregierung und ist ein Tochterunternehmen der Anstalt für kommunale Datenverarbeitung (AKDB) und des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (Bayerische Gastgeber AG).

Warnung vor vermeintlichen „Rechnungen“ vom Amtsgericht

Die heimischen Wirtschaftsverbände erhalten momentan Anfragen von Unternehmen zu Briefen, die vorgeblich im Zusammenhang mit einer Eintragung im Handelsregister stehen. Die Schreiben erweckten den nicht zutreffenden Eindruck, vom Amtsgericht zu stammen: Als Blickfang und als zentrale Überschrift erscheint das Landeswappen von Nordrhein-Westfalen und der Hinweis „Rechnung”.

Während bei Aussendungen im Bereich der sogenannten und altbekannten Formularfalle in der Regel versteckt der Hinweis auf ein Angebot erfolge, fehlt ein solcher Hinweis bei den aktuellen Forderungs-Schreiben gänzlich. Dagegen werden Zahlungsfristen genannt, bei deren Nichteinhaltung „selbstverschuldete Mahngebühren” und eine „zwangsweise Einziehung des Betrags” drohten. Alle Wirtschaftsverbände raten angeschriebenen Unternehmen, auf diese “Rechnungen” keinesfalls ungeprüft Zahlungen zu leisten. Besonders genau hinschauen sollten solche Handwerksunternehmen, die tatsächlich in der jüngeren Vergangenheit Eintragungen in das Handelsregister haben vornehmen lassen.

2020 Umsatzsteigerungen nur im Bauhandwerk

Das zulassungspflichtige Handwerk in Deutschland hat im Jahr 2020 trotz der Corona-Krise einen 1,4 % höheren Umsatz als 2019 erzielt. Treibende Kraft der positiven Entwicklung waren die Umsatzsteigerungen im Bauhauptgewerbe und im Ausbaugewerbe. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse aus den Umsatzsteuervoranmeldungen mit. Die Zahl der Beschäftigten im zulassungspflichtigen Handwerk sank im Jahresdurchschnitt 2020 im Vergleich zu 2019 um 1,3 %. Damit verzeichnete das zulassungspflichtige Handwerk das schwächste Umsatzwachstum der letzten sieben Jahre und den ersten Beschäftigtenrückgang seit fünf Jahren.

Umsatzsteigerungen nur im Baugewerbe

Fünf der sieben Gewerbegruppen des zulassungspflichtigen Handwerks meldeten im Jahr 2020 niedrigere Umsätze als 2019. Die größten Umsatzverluste hatten dabei die Handwerke für den privaten Bedarf (-5,3 %). Lediglich das Bauhauptgewerbe (+6,2 %) und das Ausbaugewerbe (+4,6 %) des zulassungspflichtigen Handwerks meldeten im Jahr 2020 höhere Umsätze als 2019.

In sechs Gewerbegruppen des zulassungspflichtigen Handwerks waren im Jahr 2020 durchschnittlich weniger Personen beschäftigt als 2019. Im Handwerk für den privaten Bedarf nahm die Zahl der Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr am stärksten ab (-4,3 %), während sie im Bauhauptgewerbe marginal zunahm (+0,1 %).

Stärkste Umsatzverluste im Konditoren- und Friseurhandwerk

Im Vergleich mit anderen zulassungspflichtigen Handwerken verzeichneten die Konditor- (-14,0 %) und Friseurunternehmen (-12,1 %) die größten Umsatzverluste. Auch die Zahl der Beschäftigten nahm bei den Konditor- (-6,0 %) und Friseurunternehmen (-4,9 %) am stärksten ab. Die pandemiebedingten Einschränkungen haben diesen beiden Gewerbezweigen besonders zugesetzt. Im Gegensatz dazu erzielten die Zweiradmechaniker im Vergleich zum Vorjahr einen Rekordanstieg beim Umsatz (+29,9 %) und bei den Beschäftigten (+6,8 %).

Friseur-Innung Minden-Lübbecke beschließt Resolution

Den Betrieben des Friseurhandwerks in Minden-Lübbecke war es in der Zeit vom 16.12.2020 bis zum 28.02.2021 verwehrt, ihrer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Seit dem 1.03.2021 sind die Betriebe wieder geöffnet. Die Zwischenzeit haben die Mitgliedsbetriebe der Friseur-Innung Minden-Lübbecke genutzt und sich ausdrücklich für die Einhaltung der jeweils gültigen Hygiene- und Arbeitsschutzregeln in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Per Beschluss haben sich die Mitglieder in Form einer Resolution für die Einhaltung der Regeln bekannt.

„Als Friseure sind wir Experten für Gesundheit und Hygiene. Alle unsere Mitglieder haben Hygienekonzepte entwickelt und setzen diese konsequent um. Das wir das können, haben wir im letzten Jahr bewiesen.“, so Hartmut Vahle, Obermeister der Friseur-Innung Minden-Lübbecke. „Es ist jetzt wichtig, dass Friseure und Kunden gemeinsam Verantwortung übernehmen, damit sich in den Friseursalons niemand infoziert und die Betriebe nicht
erneut geschlossen werden.“, sagt Vahle weiter.

Die Friseur-Innung Minden-Lübbecke vertritt die Gesamtinteressen des Friseurhandwerks in Minden-Lübbecke. In ihr sind über 60 Mitgliedsbetriebe organisiert. Obermeister der Friseur-Innung Minden-Lübbecke ist Friseurmeister Hartmut Vahle aus Bad Oeynhausen.

Öffnungsperspektive in fünf Schritten

Bund und Länder haben sich auf fünf Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie geeinigt. Die Ländern sollen Lockerungen der geltenden Corona-Maßnahmen teils in Abhängigkeit von der Entwicklung des Infektionsgeschehens umsetzen können.

Die fünf Öffnungsschritte im Überblick:

Öffnungsschritt 1 – Schulen, Kitas, Friseure

Der erste Öffnungsschritt ist bereits zum 1. März erfolgt. Angesichts sinkender Infektionszahlen konnten Bereiche der Schule und der Kinderbetreuung wieder öffnen. Auch Friseurbetriebe haben bundesweit unter Hygieneauflagen wieder geöffnet. Außerdem gibt es einzelne weitere Öffnungen in den Ländern.

Öffnungsschritt 2 – Buchhandlungen und körpernahe Dienstleistungen

Der zweite Öffnungsschritt ist ab dem 8. März vorgesehen. Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte werden dem Einzelhandel des täglichen Bedarfs zugerechnet. Sie können somit auch mit entsprechenden Hygienekonzepten und einer Begrenzung der Anzahl von Kunden wieder öffnen. Vorgesehen sind eine Kundin oder ein Kunde pro 10 Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und ein weiterer für jede weiteren 20 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Ebenfalls ab 8. März können die bisher noch geschlossenen körpernahen Dienstleistungsbetriebe sowie Fahr- und Flugschulen mit entsprechenden Hygienekonzepten wieder öffnen. Für Dienstleistungen, bei denen nicht dauerhaft eine Maske getragen werden kann (etwa Kosmetik oder Rasur), sind ein tagesaktueller negativer Covid-19 Schnell- oder Selbsttest der Kundin oder des Kunden sowie ein Testkonzept für das Personal Voraussetzung.

Öffnungsschritt 3 – Einzelhandel, Museen, Außensport

Ein dritter Öffnungsschritt ist in den Ländern ab dem 8. März abhängig vom Infektionsgeschehen möglich.

Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

  • Öffnung des Einzelhandels. Dabei ist die Zahl der Kunden im Geschäft begrenzt – auf eine Kundin oder einen Kunden pro 10 Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und einem weiteren für jede weiteren 20 Quadratmeter.
  • Öffnung von Museen, Galerien, zoologischen und botanischen Gärten sowie Gedenkstätten
  • kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen von maximal zehn Personen im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen

Bei einer stabilen oder sinkenden 7-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

  • Einzelhandel kann mit Terminshopping-Angeboten öffnen („click and meet“): eine Kundin oder ein Kunde pro angefangene 40 Quadratmeter Verkaufsfläche mit Terminbuchung für einen begrenzten Zeitraum
  • Museen, Galerien, zoologische/botanische Gärten und Gedenkstätten mit Terminbuchung
  • Individualsport mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten und Sport in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren – im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen

Dabei ist eine sogenannte Notbremse vorgesehen: Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei aufeinander folgenden Tagen in dem Land oder der Region auf über 100, treten ab dem zweiten darauf folgenden Werktag die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft.

Öffnungsschritt 4 – Außengastronomie, Theater, Sport

Der vierte Öffnungsschritt  ist abhängig vom Infektionsgeschehen und kann erfolgen, wenn sich die 7-Tage-Inzidenz nach dem dritten Öffnungsschritt in dem Land oder der Region 14 Tage lang nicht verschlechtert hat.

Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

  • Öffnung der Außengastronomie
  • Öffnung von Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos
  • kontaktfreier Sport im Innenbereich, Kontaktsport im Außenbereich

Bei einer stabilen oder sinkenden 7-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

  • Öffnung der Außengastronomie mit Terminbuchung. Sitzen an einem Tisch Personen aus mehreren Hausständen, ist ein tagesaktueller negativer Schnell- oder Selbsttest erforderlich
  • Öffnung von Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos für Besucherinnen und Besucher mit tagesaktuellem negativem Schnell- oder Selbsttest
  • kontaktfreier Sport im Innenbereich und Kontaktsport im Außenbereich mit tagesaktuellem negativem Schnell- oder Selbsttest

Dabei ist eine sogenannte Notbremse vorgesehen: Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei aufeinander folgenden Tagen in dem Land oder der Region auf über 100, treten ab dem zweiten darauf folgenden Werktag die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft.

Öffnungsschritt 5 -Freizeitveranstaltungen, Einzelhandel, Sport

Der fünfte Öffnungsschritt kann – wiederum in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen – erfolgen, wenn sich die 7-Tage-Inzidenz nach dem vierten Öffnungsschritt in dem Land oder der Region 14 Tage lang nicht verschlechtert hat.

Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

  • Freizeitveranstaltungen mit bis zu 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Freien
  • Kontaktsport in Innenräumen

Bei einer stabilen oder sinkenden 7-Tage-Inzidenz zwischen 35 und 100 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

  • Öffnung des Einzelhandels. Dabei ist die Zahl der Kunden im Geschäft begrenzt – auf eine Kundin oder einen Kunden pro 10 Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und einem weiteren für jede weiteren 20 Quadratmeter.
  • kontaktfreier Sport im Innenbereich, Kontaktsport im Außenbereich (ohne Covid-19-Test)

Dabei ist eine sogenannte Notbremse vorgesehen: Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei aufeinander folgenden Tagen in dem Land oder der Region auf über 100, treten ab dem zweiten darauf folgenden Werktag die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft.

 

Baugewerbe: Klimaschutzziele sind nur gemeinsam zu erreichen

“Wir werden die Klimaschutzziele nicht durch Verbote erreichen können, sondern nur durch Innovation und kluge politische Rahmensetzung. Der öffentlichen Hand kommt dabei eine nicht zu unterschätzende Vorbildfunktion zu.” Dieses erklärte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, kürzlich in der Sachverständigenanhörung des Bauausschusses im Deutschen Bundestags.

Pakleppa verwies darauf, dass sich die Branche von der Überarbeitung der Mantelverordnung eine bessere Verwertung mineralischer Abfällen und eine höhere Akzeptanz von Recycling-Baustoffen erhofft. “Leider ist der Fehler im System geblieben: Selbst gütegesicherte Recyclingbaustoffe gelten als Abfall. Es fehlt weiter eine Gleichstellung mit Primärbaustoffen. Das verhindert einen höheren Einsatz der innovativen und nachhaltigen Baumaterialien. Hier kommt der öffentlichen Hand mit ihren vielen Ausschreibungen eine wichtige Rolle zu. Sie hätte es in der Hand, zur Verwendung von Recyclingbaustoffen wesentlich beizutragen.”

Auch der Forderung nach einer Abgabe auf Primärrohstoffe erteilte Pakleppa mit Verweis auf höhere Baukosten eine Absage: “Was schon bei der EEG-Umlage nicht funktioniert hat, wird auch bei Rohstoffen nicht weiter führen. Eine Abgabe würde zunächst einmal die Baukosten erhöhen. Gleichzeitig sollen wir kostengünstiges Bauen und Wohnen ermöglichen. Das passt nicht zusammen. Zum anderen würden Primärrohstoffe aus Nachbarländern importiert, wo es keine Abgaben gibt. Eine Lenkungswirkung in Richtung Recyclingbaustoffe kann so nicht erreicht werden.”

In seiner Stellungnahme für die Sachverständigenanhörung hatte der größte Bauverband bereits darauf hingewiesen, dass die Bauwirtschaft von der Digitalisierung eine Effizienzsteigerung erwartet, die sich auch positiv auf einen niedrigeren Ressourcenverbrauch auswirke. “Die Digitalisierung der Bauwirtschaft betrifft am Ende nicht nur Geschäftsprozesse, Planung und Bauausführung, sondern auch Baustoffe und Bauteile. Zu den Eigenschaften von Baustoffen und Bauteilen werden nicht nur Vernetzbarkeit und Kommunikationsfähigkeit, sondern auch der CO2-Footprint zählen,” so Pakleppa abschließend.

Nachhaltiger Planen und Bauen für den Klimaschutz

Zwölf Forderungen für mehr Nachhaltigkeit am Bau hat die Bayerische Ingenieurekammer-Bau pünktlich zum internationalen Tag des Ingenieurwesens für nachhaltige Entwicklung vorgelegt. Seit 2020 würdigt die UNESCO jährlich am 4. März mit dem „World Engineering Day“ den Beitrag der Ingenieur*innen zur Erreichung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung. 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Welt hat die UN in ihrer „Globalen Agenda 2030“ definiert. Mindestens acht davon betreffen unmittelbar die Aufgaben der am Bau tätigen Planer.

Möglichkeiten, nachhaltiger zu bauen, gibt es viele. Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau fordert:

 1. Das Cradle to cradle-Prinzip muss Grundlage eines jeden Bauprojektes sein.
 2. Einführung eines Katasters „städtische Ressourcen“.
 3. Sanieren vor Neubau.
 4. Beim Abriss von Gebäuden müssen die Baustoffe konsequent recycelt und wiederverwendet werden (Urban Mining).
 5. Variables Planen und flexibles Bauen sind das Gebot der Stunde.
 6. Die starre Trennung zwischen Wohnen, Infrastruktur, Grünflächen und Freizeit muss multifunktionalen Lösungen weichen.
 7. Städte sollten nach dem Prinzip der Schwammstadt errichtet werden.
 8. Sinnvoll ist eine finanzielle Belohnung derjenigen, die Flächen entsiegeln und in Retentions- und Grünflächen umwandeln.
 9. Dächer und Fassaden dürfen nicht ungenutzt bleiben.
10. Gebäude können und müssen deutlich über den im Gebäudeenergiegesetz geforderten Standard hinaus optimiert werden.
11. In der Verkehrsinfrastruktur muss den Systemen der Vorzug gegeben werden, die mit den geringsten Flächen auskommen.
12. Trennwassersysteme müssen in Neubaugebieten Pflicht werden.

Azubis des Bäckerhandwerks bekommen kostenlosen Zugang zur Lernplattform

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auch für die Auszubildenden im Bäckerhandwerk mit besonderen Herausforderungen verbunden. Auch wenn die Mehrheit der Ausbildungsbetriebe und Lehrer/Innen an den Bildungsstätten während des „Lockdowns“ Bemerkenswertes leisten, braucht es Unterstützung, um den Unterrichtsausfall abzufedern. Hilfe für die perfekte Prüfungsvorbereitung bietet die Lernplattform Pruefungsdoc.com des Verlags Europa-Lehrmittel (EUROPA) in Pfanneberg. Dank einer Kooperation des Zentralverbandes und des Verlages erhalten Azubis in den kommenden sechs Monaten kostenlos Zugang zu dieser Lernplattform. Bis September können alle Auszubildenden individuell mit den digitalen Kursen Inhalte nacharbeiten, Lücken schließen und sich gezielt auf Klassenarbeiten in der Berufsschule und ebenso auf Zwischenprüfungen und die Abschluss- bzw. Gesellenprüfung vorbereiten.

„Wir freuen uns, dass wir die Kompetenz des Bildungsverlages auf diesem Weg unserem Bäckernachwuchs zur Verfügung stellen können. Um den Weg aus der Krise heraus zu meistern, benötigen wir unsere künftigen Fachkräfte dringender als je zuvor. Mit dieser Kooperation unterstützen wir unsere Mitgliedsbetriebe und Azubis zielgenau und flexibel in dieser schwierigen Situation“, freut sich Michael Wippler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks.

Das Bäckereilehr- und Lernprogramm im Verlag Pfanneberg wird mit dieser Kooperation digital weiter ausgebaut und ergänzt die gedruckten Standardwerke. „Es ist uns wichtig, in dieser schwierigen Phase das Bäckereihandwerk zu unterstützen, um Fachkräfte für die Zukunft zu sichern. Das Bäckereihandwerk hat gerade in der aktuellen Situation einmal mehr seine große Bedeutung für die Ernährungsqualität und -sicherheit bewiesen. Der Beruf hat Zukunft und ist bereits heute digitaler als viele vermuten. Jetzt auch beim Lernen.“, so Dr. Jacob Kloepfer, Geschäftsführer Verlag-Europa-Lehrmittel.

Die Lernplattform Prüfungsdoc.com bietet den Azubis digitale Kurse verschiedener Themenbereiche, die die Lerninhalte wiederholen und vertiefen: Es wird der wesentliche und prüfungsrelevante Lernstoff für die Ausbildung zum/zur Bäcker/In bzw. Fachverkäufer/In vermittelt. Die Aufgaben entsprechen den üblichen Anforderungen der theoretischen Ausbildung und sind in einer leicht verständlichen Sprache formuliert. Die fachliche Richtigkeit und die laufende Aktualisierung werden durch den erfahrenen Autor Claus Schünemann gewährleistet“, verrät Nils Vogt, Bildungsreferent beim Zentralverband. „Dieses Angebot kann und soll den Berufsschulunterricht nicht ersetzen, die digitalen Kurse können aber den Distanzunterricht gezielt unterstützen.“

Der Gesamtkurs ist in Kataloge gegliedert, die sich auf die Lernfelder der drei Ausbildungsjahre im Rahmenlehrplan beziehen. Die Kurse erlauben die vollständig digitale Bearbeitung mit sofortiger digitaler Lösungskontrolle. Die 1.225 Aufgaben können auf jedem internetfähigen Endgerät bearbeitet werden.

Die Anmeldung zum Kurs ist unter folgenden Links möglich:

Bäcker/Bäckerin

https://www.pruefungsdoc.com/produkt/erfolgstrainer-baecker-baeckerin-gesamtkurs-sonderausgabe-zentralverband/

Fachverkäufer/Fachverkäuferin

https://www.pruefungsdoc.com/produkt/erfolgstrainer-baeckerei-fachverkaeufer-in-gesamtkurs-sonderausgabe-zentralverband/

Erstes Urteil eines Obergerichts zum Gewerbemietrecht bei Lockdown

Mit Urteil vom 24. Februar 2021 gab das OLG Dresden einer Gewerbemieterin Recht, die im Frühjahrs-Lockdown 2020 für ihr Geschäft eine Miete schuldig geblieben war. Nach dem Urteil der Vorinstanz hätte sie für ihren geschlossenen Laden noch die volle Summe nachzahlen müssen. Das Argument des OLG: Mit dem staatlich verordneten Lockdown sei die Geschäftsgrundlage für den Mietvertrag entfallen, weshalb der Schaden zwischen Mieter und Vermieter zu teilen sei. Eine wesentliche Grundlage für dieses Urteil bildet eine Gesetzesänderung, die im Dezember 2020 durch den Bundestag beschlossen wurde.

Wirtschaftsanwalt Prof. Dr. Volker Römermann, der zugleich an der Berliner Humboldt-Universität als Professor lehrt, hatte bereits unmittelbar nach Inkrafttreten des Gesetzes am 31. Dezember 2020 in der Fachpresse auf die möglichen Rechtsfolgen hingewiesen. Insbesondere vertrat Römermann die Auffassung, dass die Minderung der Gewerbemiete auch rückwirkend mit Blick auf die Lockdowns und Teil-Lockdowns in 2020 und 2021 gerechtfertigt sei. Das hat das OLG Dresden nun indirekt bestätigt.

Römermann begrüßt das Gesetz als gerecht, kritisiert aber, dass es nicht angemessen an die Öffentlichkeit gebracht wurde. Tausende von Gewerbemietern seien über die Einsparmöglichkeiten im Unklaren und würden entsprechend nicht profitieren. Dies gälte für kleinere Unternehmer ohnehin, aber auch für Filialisten, die kostenbedingt Arbeitnehmer entlassen oder ihre Geschäftstätigkeit aufgeben müssten. Auch wenn das OLG Karlsruhe erst jüngst ein dem OLG Dresden widersprechendes Urteil gefällt habe, gäbe es einige Anzeichen dafür, dass den Mietern deutliche Entlastungen ins Haus stünden.

Im Hinblick auf die praktischen Folgen des Urteils sei davon auszugehen, dass es zu einer großen Zahl an Verrechnungen in den kommenden Monaten kommen werde. Viele Mieter hätten voll durchgezahlt, auch weil die Vermieter eine Reduzierung der Gewerbemiete oder sogar schon ein Gespräch darüber verweigert hätten. Andere Mieter seien die Miete komplett schuldig geblieben und müssten nun nachzahlen. Besser als der Gang vors Gericht sei stets eine einvernehmliche Lösung auf Basis der geltenden Gesetzgebung, indem man Probleme offen bespricht und Differenzen beilegt.

Prof. Dr. Römermann: “Zwischen vielen Mietern und Vermietern sind die Fronten aktuell verhärtet. Es sollte aber nicht übersehen werden, dass auch viele Vermieter hohe laufende Kosten haben und auf die Mieten finanziell angewiesen sind. Im Sinne einer guten Geschäftsbeziehung sollte eine gütliche Einigung an erster Stelle stehen. Denn darauf kommt es in der Wirtschaft ja an: Fairness beim Umgang miteinander.”

Mehr als 200 neue Handwerker im Wittekindsland

In den sogenannten Winterprüfungen haben dieses Mal mehr als 200 Azubis in rund 15 Handwerksberufen ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und konnten ihre Gesellenbriefe in Einzelübergaben entgegennehmen – beides war unter Einhaltung der Corona-AHA-Regeln nicht immer einfach.

Die meisten neuen Handwerker gibt es naturgemäß in den Gewerken, in denen die reguläre Ausbildungszeit dreieinhalb Jahre dauert. Im Metallhandwerk gibt es somit 47 neue Fachkräfte im Wittekindland. Die größte Gruppe stellt das Kfz-Handwerk mit 64 Kfz-Mechatronikern für Pkw und Lkw. Das SHK-Handwerk und das Elektrohandwerk darf sich über jeweils 29 neue Gesellinnen und Gesellen freuen.

Erwartungsgemäß bestand nicht jeder Prüfling alle Teile der Gesellenprüfung und muss weiter ausgebildet werden, um zu einem erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildungsjahre zu kommen. Am größten war die Durchfallerquote bei den SHK-Anlagenmechanikern.

Kostenloses Online-Seminar über die Berufsanerkennung für Einwanderer

In den vergangenen Monaten erhielten viele relevante Themen nicht die Aufmerksamkeit, die ihnen zukommen sollten. Eines davon ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Es trat bereits am1. März 2020 in Kraft. Auch wenn für die Betriebe des Handwerks in der Corona-Pandemie andere Themen in den Vordergrund gerückt sind, bleibt eine Fragestellung nach wie vor aktuell – die Sicherung von Fachkräften. Darauf ab zielt das Projekt „Unternehmen BerufsanerkennungHWK“. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Projekt beinhaltet, Handwerksbetriebe über eine wichtige Möglichkeit der Fachkräftesicherung zu informieren: die Beschäftigung von Fachkräften mit ausländischer Berufsqualifikation und die damit einhergehende Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.

Das Projektteam in Düsseldorf entwickelt in diesem Zusammenhang ein multimediales Schulungspaket bestehend aus Präsenzveranstaltungen, Online-Seminaren und sogenannten eTutorials. Aufgrund der aktuellen Lage werden ausschließlich Online-Seminare durchgeführt. Für die nächste Veranstaltung wird daher herzlich eingeladen zum kostenlosen Online-Seminar „Fachkräfteeinwanderungsgesetz – Chance für die Berufsanerkennung im Handwerk“ am Donnerstag 11. März 2021, ab 10 und ab 17 Uhr. Es dauert rund 60 Minuten. Für eine Teilnahme erforderlich ist eine Anmeldung unter https://www.edudip.com/de/webinar/fachkrafteeinwanderungsgesetz-chance-fur-die-berufsanerkennung-im-handwerk/936586.

Der Veranstlater weist ausdrücklich darauf hin, dass während des Seminars nur die Aspekte des Gesetzes behandelt werden, die für die Berufsanerkennung im Handwerk relevant sind. Es handelt sich bei dem Online-Seminar um keine Rechtsberatung bzw. die Teilnahme am Online-Seminar ersetzt eine solche nicht. Bei Fragen und für weitere Informationen stehen Carina Hösl-Hartwig () und Alina Schmidt () gerne zur Verfügung.

Informationen zum Projekt und weitere Informationen sowie Umsetzungshilfen sind online unter: https://www.unternehmen-berufsanerkennung.de/ zu finden.

Feuchtigkeitsschäden durch Schmelzwasser

Die zur Hilfe gerufenen Dachdecker beobachten gegenwärtig eine extreme Zunahme von Feuchtigkeitsschäden, häufig in Dachgeschosswohnungen unter Steildächern. Nicht selten verfügen diese Dächer über eine im Normalfall ausreichende zweite Dichtungsebene in Form einer Unterspannbahn, wo entsprechende Schneeverwehungen zunächst aufgehalten werden. Sobald der Schnee bei steigenden Temperaturen in den flüssigen Zustand übergeht, sucht das Wasser seinen Weg in die darunter liegenden Gebäudeteile.

Das Schmelzwasser stellt aber auch insgesamt den Gebäudeteil „Dach“ in puncto Material, Dichtigkeit und Wasserablauf auf die Probe. Es macht Sinn, sich beim Dachdecker des Vertrauens rechtzeitig einen Termin zur Bewertung und gegebenenfalls Reparatur geben zu lassen. In vielen Fällen ist zunächst angeraten, erst einmal abzuwarten, bis das Schmelzwasser abgelaufen und die betroffenen Stellen getrocknet sind. Sofern die Betroffenen noch keinen Dachdecker ihres Vertrauens haben, empfiehlt der Innungsverband des Dachdeckerhandwerks Westfalens die Betriebssuche auf der verbandseigenen Homepage www.dachdecker-westfalen.de

Update: Antragstellung für Überbrückungshilfe III

Die Antragstellung für die Überbrückungshilfe III ist inzwischen freigeschaltet und online. Die Überbrückungshilfe III kann rückwirkend für den Zeitraum November 2020 bis Juni 2021 beantragt werden. Es handelt sich um Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Die endgültige Entscheidung über die Anträge und die reguläre Auszahlung durch die Länder wird ab März erfolgen. Bis dahin können Unternehmen Abschlagszahlungen von bis zu 100.000 Euro pro Fördermonat erhalten. Die ersten Abschlagszahlungen mit Beträgen von bis zu 400.000 Euro haben am 15. Februar 2021 begonnen.

Mit den Anpassungen soll die Überbrückungshilfe III und deren Beantragung deutlich einfacher, die Förderung großzügiger werden und einem größeren Kreis an Unternehmen zur Verfügung stehen.

Zugang zur Überbrückungshilfe III

  • Antragsberechtigung bei Umsatzeinbruch in einem Monat von mindestens 30 Prozent
  • Für Unternehmen mit Jahresumsatz von bis zu 750 Mio. Euro Fördervolumen und Abschlagshöhe
  • Bis zu 1,5 Mio. Euro Überbrückungshilfe pro Monat
  • Abschlagszahlungen von bis zu 100.000 Euro
  • Überbrückungshilfe III auch für November und Dezember 2020

Die Antragstellung für die Überbrückungshilfe III erfolgt über die bundesweit einheitliche Plattform: LINK

Bäckerhandwerk fordert Nachbesserung der Wirtschaftshilfen und Öffnungsperspektive

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks hat am heutigen Wirtschaftsgipfel von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier teilgenommen und macht sich für eine Nachbesserung der Wirtschaftshilfen stark: “Um das krisengebeutelte Bäckerhandwerk zu stützen, muss die Überbrückungshilfe III nachjustiert werden. Zudem braucht die Branche nach mehr als 100 Tagen Lockdown eine Öffnungsperspektive.”

Beim heutigen Wirtschaftsgipfel des Bundeswirtschaftsministeriums waren Vertreter von mehr als 40 Wirtschaftsverbänden dabei und zeichneten ein düsteres Bild der aktuellen Wirtschaftslage. Für das Bäckerhandwerk nahm Michael Wippler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, an dem Spitzengespräch teil und setzte sich dort gemeinsam mit anderen Wirtschaftsvertretern für eine Nachbesserung der Wirtschaftshilfen ein. Präsident Wippler fasst im Nachgang zum Wirtschaftsgipfel die Position des Zentralverbandes wie folgt zusammen: „Seit mehr als 100 Tagen sind die Bäckerei-Cafés geschlossen und die Betriebe haben einen erheblichen Umsatz- und Ertragsverlust erlitten. Nicht unerhebliche Teile der Branche sind in Schieflage geraten. Um wirtschaftliche Verwerfungen der Handwerksbranche abzuwenden, fordern wir die Bundesregierung auf, die Wirtschaftshilfen nachzubessern.“ Auch Unternehmen, die weniger als 30 Prozent Umsatzeinbruch erlitten hätten, sollten die Überbrückungshilfe III beantragen dürfen. „Ein Umsatzverlust von 30 Prozent ist als alleinige Bezugsgröße ungeeignet, um die wirtschaftliche Krise der Unternehmen zu beurteilen. Die Schwelle zur Beantragung der Wirtschaftshilfen sollte abgesenkt werden, was nach EU-Recht (sog. Kleinbeihilfen) zulässig ist“, so Wippler weiter.

Thematisiert wurde während des Wirtschaftsgipfels auch die schleppende Auszahlung der November- und Dezemberhilfen. Diese gelte es kurzfristig und unbürokratisch an die betroffenen Unternehmen auszuzahlen, fordert Michael Wippler: „Die Wirtschaftshilfen müssen schnellstmöglich dort ankommen, wo sie benötigt werden. Es kann nicht sein, dass Betriebe hierauf weiter warten.“

Darüber hinaus wurden weitere Probleme an die Bundesregierung adressiert: Die Café-Betriebe brauchen eine Öffnungsperspektive für die kommenden Wochen: Nach fast 100 Tagen Lockdown benötigen die gastronomischen Betriebe einen Stufenplan zur schrittweisen Öffnung. Die Unternehmen müssen verlässlich für die Zukunft planen können. Es liegen gewissenhaft ausgefeilte Hygiene- und Sicherheitskonzepte vor. Zudem belegen Studien, dass in Gastronomie und Einzelhandel ein geringeres Ansteckungsrisiko besteht. Des Weiteren sollten Hygiene-, Test- und Impfstrategien schnell bundesweit optimiert werden.

Foto: Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerk/Shutterstock

ZDK: Hilfen für Kfz-Unternehmen müssen verlängert werden

Eine Verlängerung der finanziellen Hilfsmaßnahmen für die Kfz-Unternehmen fordert der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) nach den aktuellen Beschlüssen des Corona-Gipfels. Demnach bleibt der stationäre Automobilhandel weiterhin bis zum 7. März untersagt. “Wir hatten uns eine Öffnungsperspektive für das wichtige Frühjahrsgeschäft unter Berücksichtigung der vergleichsweise sehr geringen Infektionsgefahr in Autohäusern erhofft”, so ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Offensichtlich folge die politische Entscheidung gegen diese Perspektive der Furcht vor einer weiteren Verbreitung der aggressiven Virusmutationen.

Mit einer Fortsetzung des Lockdowns werde es jedoch immer schwieriger, ausreichend Auftragseingänge zu generieren. “Die Umsätze fehlen uns nicht nur jetzt, sondern in den kommenden Monaten. Das liegt am mehrmonatigen Zeitversatz zwischen Auftragseingang und Lieferung des Fahrzeugs”, erläutert Karpinski. “Was heute nicht bestellt wird, fehlt uns in einigen Monaten als Umsatz. Das lässt sich auch nicht ausgleichen.”

Der ZDK fordere daher die Bundesregierung auf, die bisher bis zum 30. Juni 2021 befristeten Corona-Hilfsmaßnahmen für Unternehmen, wie etwa die Überbrückungshilfe III, das KfW-Sonderprogramm 2020 und den KfW-Schnellkredit 2020, auf die zweite Jahreshälfte 2021 auszudehnen. Die überwiegend kleinen und mittelständischen Kfz-Unternehmen dürften jetzt nicht im Regen stehen gelassen werden. Zudem gehe selbst finanzstarken Händlern langsam die Puste aus: “Auftragseingänge brechen ein, gleichzeitig werden den Händlern aber die Höfe mit Fahrzeugen vollgestellt, die im vergangenen Jahr vor Beginn des Lockdowns bestellt wurden”, so Karpinski. “Diese Fahrzeuge müssen natürlich finanziert werden. Das bedeutet eine enorme Kapitalbindung für den Handel.”

Es sei höchste Zeit, dem Handel eine verbindliche Perspektive zur Wiedereröffnung für die Zeit nach dem 7. März zu geben. Die jetzt ins Spiel gebrachte Lösung, Lockerungen dann ab einer 7-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnern zu erlauben und den Ländern die Umsetzung zu überlassen, könne nicht der Weisheit letzter Schluss sein. “Wir brauchen eine klare, bundesweit verbindliche Regelung und keinen Flickenteppich von Insellösungen. Dafür werden wir uns mit allem Nachdruck einsetzen”, bekräftigt der ZDK-Präsident.

Gemeinschaftsaktion des Friseurhandwerks geht in die nächste Runde

„Licht an, bevor es ganz ausgeht“ – die Gemeinschaftsaktion geht in die nächste Runde. Nachdem viele tausend Friseurunternehmer deutschlandweit bereits am vergangenen Wochenende bundesweit bei der Aktion „Licht an, bevor es ganz ausgeht!“ mitgemacht und ihre Salons 24 Stunden lang beleuchtet haben, ruft der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) erneut alle Betriebsinhaberinnen und -inhaber dazu auf, sich weiter an der Aktion zu beteiligen. Denn es geht dem ZV darum, die Kernforderungen ihres Friseurhandwerks nach außen zu tragen, um die Bevölkerung auf die Notsituation des Friseurhandwerks im zweiten Lockdown aufmerksam zu machen.

Olaf Kraußlach und Olaf Hölling (Bild oben l. und r.) lassen im Kompetenz-Zentrum von Samstag bis Montag das Licht an – als Beitrag zur Gemeinschaftsaktion des Friseurhandwerks.

Olaf Kraußlach und Olaf Hölling (Bild oben l. und r.) lassen im Kompetenz-Zentrum von Samstag bis Montag das Licht an – als Beitrag zur Gemeinschaftsaktion des Friseurhandwerks.

Die Gemeinschaftsaktion hat schon heute begonnen: Erneut sind Friseurunternehmen bundesweit aufgerufen, das Salonlicht für eine Nacht (Sonntag auf Montag) angeschaltet zu lassen, um so ein sichtbares Signal für die corona-bedingte Notlage des Friseurhandwerks zu setzen. Wer mag, kann aber auch schon heute mit der Aktion beginnen und bis Montag, den 8.2.2021 ausdehnen – also “Licht an!” fürs gesamte Wochenende. In der Region setzt dieses sichtbare Signal auch die Friseur- und Kosmetik-Innung Herford um, indem von Sonnabend an die Beleuchtung in ihrem Kompetenz-Zentrum in Kirchlengern bis Montag eingeschaltet wird. Zudem bitten Obermeister Olaf Kraußlach und sein Stellvertreter Olaf Hölling alle heimischen Kolleginnen und Kollegen, sich an der bundesweiten Gemeinschaftsaktion zu beteiligen und ihr damit eine besonders große Strahlkraft zu geben.

Bäckerhandwerk fordert: Bürokratieabbau jetzt angehen

Die Bundesregierung muss die Unternehmen von überbordender Bürokratie befreien und das versprochene Bürokratieentlastungsgesetz IV endlich auf den Weg bringen. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks hat dazu erneut 48 Vorschläge auf den Tisch gelegt. Zudem sollten in der Corona-Krise und im anschließenden Aufschwung bürokratische Pflichten ausgesetzt werden, um die Wirtschaft schnell wieder auf Wachstumskurs zu bringen.

„Die Bürokratiebelastung hat für kleine und mittelständische Unternehmen in den vergangenen Jahren ein Ausmaß erreicht, das nicht mehr zu bewältigen ist und für viele Betriebe sogar existenzbedrohend wirkt“, so Michael Wippler, Präsident des Zentralverbandes. Das von der Großen Koalition verabschiedete „Bürokratieentlastungsgesetz III” war zwar ein wichtiger Schritt, habe aber keine spürbare Erleichterung für den Mittelstand gebracht. Die zahlreichen Bürokratiepflichten führen mittlerweile sogar dazu, dass Betriebe aufgeben oder keinen Nachfolger finden. „Der Unternehmergeist in diesem Land nimmt stetig ab, und das schwächt den Wirtschaftsstandort Deutschland“, stellt Wippler weiter fest.

„Wir spüren enormen Unmut in unserer Branche. Die Regierung muss daher dringend das versprochene Bürokratieentlastungsgesetz IV auf den Weg bringen und dabei unsere Vorschläge zum Bürokratieabbau berücksichtigen“, fordert Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider. „Die Große Koalition hat der deutschen Wirtschaft versprochen, das Gesetz noch in dieser Legislatur zu verabschieden. Bislang hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier aber noch nicht einmal einen Entwurf vorgelegt.“ Gerade aufgrund der aktuellen Corona-Belastungen und mit Blick auf die Bundestagswahlen im Herbst dränge die Zeit, so Schneider. Andernfalls drohe die Gefahr, dass gerade viele kleine und mittelständische Unternehmen nicht nur den Betrieb aufgeben, sondern sich bei Wahlen enttäuscht von den etablierten Parteien abwenden – mit entsprechenden Folgen für unsere Demokratie.

Gerade derzeit belastet die Corona-Krise die Betriebe enorm. Um die Folgen der Krise zu bewältigen, brauchen sie kurz- und vor allem langfristig ein wirtschaftliches Umfeld, das möglichst wenig belastet und eine schnelle und spürbare Erholung möglich macht. „Wir brauchen daher dringend ein Belastungsmoratorium für die Dauer der Corona-Krise und die Zeit danach, damit die Betriebe wieder Luft zum Atmen und Freiräume für Investitionen bekommen“, fordert Schneider.

Bürokratisch überbordende Pflichten, so etwa zahlreiche Dokumentationspflichten oder die Bon-Pflicht, sollten mindestens für die Dauer der Corona-Krise ausgesetzt werden und den Betrieben so eine dringend notwendige Entlastung bringen.

Konkrete Vorschläge zum Bürokratieabbau gibt es genug: Der Zentralverband hat im Herbst insgesamt 48 Vorschläge für ein neues Bürokratientlastungsgesetz vorgelegt, der Normenkontrollrat Baden-Württemberg vor kurzem 20 Vorschläge zum Bürokratieabbau vorgelegt. Beispiele:

- Die Statistikpflichten effizienter und belastungsärmer gestalten.
- Um die Betriebsnachfolgen zu erleichtern, sollte kurzfristig der Bestandsschutz ausgeweitet werden.
- Für KMU sollten bei den Kennzeichnungspflichten für Backwaren in Fachgeschäften Ausnahmen geschaffen und Sonderregelungen für Verpackungen in Selbstbedienung abgeschafft werden. 
- Bei der Gefährdungsbeurteilung im Arbeitsschutz sollte wieder eine Kleinbetriebsklausel eingeführt werden. 
- Die - europarechtlich nicht gebotene – Verpflichtung zur Benennung eines Datenschutzbeauftragten sollte gestrichen werden. 
- Die zulässige Arbeitszeit in der Herstellung von Backwaren an Sonn- und Feiertagen sollte auf acht Stunden ausgeweitet werden. 
- Die Verdienstgrenze für Minijobber sollte kurzfristig und zügig angehoben werden.

„Licht an, bevor es ganz ausgeht!“ im Friseurhandwerk

Die rund 80.000 Salons des deutschen Friseurhandwerks sind seit dem 16. Dezember 2020 im zweiten Lockdown geschlossen. Viele Familienbetriebe im Friseurhandwerk können die damit verbundenen Umsatzverluste nicht mehr überbrücken. Ssie stehen vor dem existenziellen Aus. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) kämpft daher für einen Re-Start ab dem 15. Februar 2021 und rief dazu nach dem Vorbild der Friseur-Innung Lindau alle Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber bundesweit dazu auf: “Macht vom 31. Januar auf den 1. Februar 2021 das Licht in den Salons an, bevor es ganz ausgeht!” – Daran beteiligten sich auch zahlreiche Friseutgeschäfte und Salons im wittekindsland.

Das Licht sollte 24 Stunden in den Salons brennen, um die Bevölkerung auf die dramatische Situation des Friseurhandwerks im zweiten Lockdown aufmerksam zu machen. „Wir wollen für unsere Kundinnen und Kunden sichtbar bleiben und geben nicht auf“, so Harald
Esser, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks. „Wir kämpfen um unsere Existenz und wollen arbeiten. Unsere Kundinnen und Kunden warten auf uns.“

Alle Friseurinnen und Friseure waren aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen und die vier Kernforderungen ihres Friseurhandwerks nach außen zu tragen:
1. Die Überbrückungshilfen müssen passgenau gestaltet und schnell und unbürokratisch
gewährt werden.
2. Eine nachhaltige Förderung unserer Ausbildungsleistung ist jetzt notwendig, um die duale
Berufsausbildung zu sichern.
3. Auch der Chef oder die Chefin als wichtigster Mitarbeiter des Betriebs muss berücksichtigt
werden. Wir gehen in den aktuellen Regelungen noch leer aus.
4. Schwarzarbeit muss gestoppt werden. Sichere Friseurdienstleistungen können nur wir Profis
unter Wahrung der Hygiene- und Arbeitsschutzstandards in den Salons bieten.

SOKA-BAU lässt sich auch für die Kollegenhilfe nutzen

Die Corona-Krise hält immer noch an; die Folgen sind von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich: Manche Baubetriebe können ihre Belegschaft nicht mehr komplett beschäftigen, während andere händeringend Fachkräfte suchen. Die SOKA-BAU bietet Bauunternehmen daher ab sofort bis zum 30.06.2021 wieder kostenlose Expressanzeigen auf der Jobbörse bau-stellen.de an.

Bereits von April bis September 2020 hatte SOKA-BAU dieses Angebot gemacht. Der Service wurde sehr gut angenommen. Knapp 600 Baubetriebe haben über 1.000 Anzeigen geschaltet. Bei weiteren Fragen zu dieser Unterstützungsmöglichkeit können sich Bauunternehmen unter melden. Ein Merkblatt zum Thema Arbeitnehmerüberlassung/Kollegenhilfe gibt es auf der Internetseite soka-bau.de.

Betriebe des Baugewerbes dürfen Arbeitskräfte innerhalb der Branche verleihen, wenn der verleihende sowie der aufnehmende Betrieb seit mindestens drei Jahren unter den gleichen Rahmen- oder Sozialkassentarifvertrag fallen und eine Verleiherlaubnis der Agentur für Arbeit vorliegt. Eine schriftliche Anzeige bei der Agentur für Arbeit reicht bei einem brancheninternen Verleih von Arbeitskräften (Kollegenhilfe) dann aus, wenn der verleihende Baubetrieb weniger als 50 Beschäftigte hat und durch den maximal zwölfmonatigen Verleih Entlassungen oder Kurzarbeit vermieden werden sollen.

Hendrik Drees als Bundessieger ausgezeichnet

Preußisch Oldendorf. Seit Jahren schon gehören auf den Lossprechungsfeiern im Wittekindsland Auszubildende der Heinz Schwarz GmbH & Co. KG Werkzeugbau in Preußisch Oldendorf zu den Jahrgangsbesten. Dies war auch vor rund einem Jahr bei der bislang letzten Lossprechungsfeier in der Stadthalle Lübbecke so. Damals gehörte der Zerspanungsmechaniker Hendrik Drees zu den heimischen Besten. Im Dezember 2020 wurde der 21-Jährige auch als 1. Bundessieger benannt.

Nachdem Hendrik Drees als 1. Landessieger feststand, erhielt er im Sommer die Mitteilung, dass zum Bundeswettbewerb eingeladen werden könnte. Dazu beigetragen haben seine schriftlichen Leistungen für den Landeswettbewerb. Aufgrund der Corona-Abstandsregeln erfolgte die Prüfung im Bundeswettbewerb am 13. November in einer Online-Veranstaltung: Anstatt wie sonst üblich ein Bauteil herzustellen, wurde dieses Mal anhand von Zeichnungen und Erläuterungen das fachliche Wissen und Können abgeprüft. Kurze Zeit später erhielt Drees die Mitteilung zu seinem Bundessieg. Die Ehrung erfolgte am 5. Dezember – ebenfalls online aber als Live-Übetragung mit eingespieltem Grußwort des Bundespräsidenten Frank- Walter Steinmeier, der bedauerte, die Bundessieger nicht auf die sonst übliche Weise auszeichnen zu können.

Freuen sich mit Bundessieger Hendrik Drees (2. v. l.), über den beruflichen Erfolg, den der Zerspanungsmechaniker nach seiner Gesellenprüfung bereits erreicht hat – Diedrich Diedrichsen (2. v. r.), Geschäftsführer von Schwarz Werkzeugbau, Ausbildungsmeister Dirk Hawighorst (r.) und Schichtleiter Dietmar Damke (l.). Foto: C.Weber

Bei Schwarz Werkzeugbau hatte es 2014 schon einmal einen Bundessieger gegeben und 2015 einen Landessieger. Aber auch die zahlreichen Jahrgangsbesten verdeutlichen, wie wichtig Ausbildung in dem Unternehmen genommen wird. Wie Hendrik Drees, ist es nicht nur die intensive Prüfungsvorbereitung und individuelle Betreuung und Förderung der Azubis durch Ausbildungsmeister Dirk Hawighorst. Auch das durchweg kollegiale Miteinander von Gesellen und Azubis erleichtert die Ausbildungszeit. „Ich hatte nie Bauchschmerzen, zur Arbeit zu gehen.“

Dies ist auch für Geschäftsführer Diedrich Diedrichsen ein bedeutsamer Aspekt für eine erfolgreiche Ausbildung. Seinen Worten zufolge hat das Unternehmen derzeit 22 Azubis: 15 Feinwerkmechaniker, 5 Zerspanungsmechaniker und 2 Azubis im Bereich IT und Verwaltung. Wenn möglich, werden alle Azubis übernommen.

Als einen wichtigen Baustein seiner Ausbildung sieht Drees auch die überbetriebliche Ausbildung im HBZ Lübbecke an. Bei deren Leiter Johann Albert habe er die Grundlagen für die CNC-Programmierung gelernt. Gut fand er zudem, in den Lehrgängen Kontakt zu andern Azubis erhalten zu haben und zu erfahren, wie in anderen Betrieben gearbeitet wird.

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