Sonderregelungen zum Kurzarbeitergeld bis Ende 2022 verlängert

Die Bundesregierung hat die Verlängerung der Zugangserleichterungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld bis Ende des Jahres beschlossen. Bis zum 31. Dezember 2022 ist es weiterhin ausreichend, wenn in Betrieben mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsausfall von mehr als 10 Prozent haben. Zudem wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden verzichtet. Diese Zugangserleichterungen umfassen auch Betriebe, die ab dem 1. Oktober 2022 neu oder nach einer mindestens dreimonatigen Unterbrechung erneut Kurzarbeit anzeigen müssen.

Unverändert bleibt: Die Sozialversicherungsbeiträge werden für die ausgefallenen Arbeitsstunden bis maximal Juli 2023 zur Hälfte erstattet, wenn die Kurzarbeit mit einer beruflichen Weiterbildung verbunden wird, die bestimme Voraussetzungen erfüllt. Die wichtigsten Informationen zum Kurzarbeitergeld und zur Qualifizierung während Kurzarbeit sind auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit zusammengestellt:
Corona-Virus: Informationen für Unternehmen zum Kurzarbeitergeld
Förderung von Weiterbildung

Kfz-Gewerbe: Energiekosten fressen Margen auf

Gezielte Unterstützung der Kfz-Betriebe beim Abfedern der Energiepreisexplosion hat der Vorstand des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) gefordert. „Die horrenden Energiepreise fressen die ohnehin schmalen Margen der Kfz-Betriebe auf“, so ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. „Im 65 Milliarden Euro umfassenden Maßnahmenpaket III der Bundesregierung fehlen klar definierte Hilfen für die mittelständische Wirtschaft. Unsere 37.000 Autohäuser und Werkstätten mit ihren 435.000 Mitarbeitenden sind das Herz des Mittelstands, denn ohne uns ist die individuelle Mobilität in unserem Land nicht aufrecht zu erhalten.“

Aktuell haben die Autohäuser mit massiven Rückgängen beim Neufahrzeugverkauf und im Gebrauchtwagengeschäft zu kämpfen, weil es an lieferbaren Fahrzeugen fehlt. Nach Ansicht des ZDK-Vorstands leitet die Energiekrise den nächsten Rückschlag ein. „Viele Betriebe stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand“, zeigt sich Präsident Karpinski besorgt. „Wir bekommen Schreiben von Betriebsinhabern, die um ihre Existenz fürchten und damit um die Arbeitsplätze vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Im Sinne der Kundenzufriedenheit sei es das Ziel der Betriebe, jetzt in der wichtigen Herbst-Saison mit traditionell hoher Kundenfrequenz die gewohnte Dienstleistungsqualität von Montag bis Samstag und im Notfall sogar rund um die Uhr aufrecht zu halten. „Wir laufen allerdings Gefahr, dies aufgrund der Kostenexplosion im Energiesektor auf’s Spiel zu setzen. Denn wer gerade in Herbst und Winter Energie sparen muss, kommt an einschränkenden Maßnahmen wohl kaum vorbei“, so Karpinski. „Die Regierung muss sich fragen lassen, ob für eine systemrelevante Branche nicht gezielte und massive Unterstützungsmaßnahmen notwendig sind, um die Verkehrssicherheit sowie die für unsere Volkswirtschaft unverzichtbare Mobilität mit Pkw und Lkw in gewohnter Weise zu gewährleisten.“

Die Leidtragenden seien am Ende die vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ohne ihr Auto nicht auskommen könnten, und insbesondere auch die gewerblichen Kunden, die auf betriebsbereite Fahrzeugflotten angewiesen seien. „Wir brauchen für unsere Betriebe dringend Entlastung bei den Energiekosten“, fordert Karpinski. „Der Mittelstand trägt dieses Land entscheidend mit, und dafür muss er in solch einer Krise gestärkt werden.“

ZDH-Umfrage zu den Auswirkungen der aktuellen Krisensituation

Die andauernde geopolitische Krisensituation belastet auch die geschäftliche Situation vieler Handwerksbetriebe durch hohe Energiekosten und Lieferengpässe weiterhin und zunehmend. Um die betrieblichen Belastungen und Herausforderungen besser einschätzen zu können, führt der ZDH gemeinsam mit vielen Handwerkskammern und Fachverbänden des Handwerks eine Umfrage durch. Die hier gewonnenen Ergebnisse sollen den Gremien bei der politischen Arbeit auf Bundes- und Landesebene helfen. Hier geht’s zur Umfrage…

Duale Berufsausbildung: Handwerk etwas besser

Die Zahl neuer Ausbildungsverträge ist im Jahr 2021 auf einem historisch niedrigen Niveau geblieben: Insgesamt wurden 466.200 neue Ausbildungsverträge in der dualen Berufsausbildung abgeschlossen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war die Zahl der Neuverträge damit zwar um 0,6 % höher als im ersten Corona-Jahr 2020. Sie blieb jedoch noch immer 9 % hinter dem Ergebnis des Vorkrisenjahres 2019 zurück, als mehr als 500 000 Neuverträge verzeichnet worden waren. Insgesamt befanden sich Ende 2021 deutschlandweit 1.255.400 Personen in einer dualen Berufsausbildung. Das waren 3 % weniger als ein Jahr zuvor.

Damit setzte sich der durch die Corona-Pandemie verstärkte Trend langfristig sinkender Auszubildenden-Zahlen fort. Seit dem Jahresende 2011, als sich 1.460.700 Personen in der dualen Berufsausbildung befanden, sank die Azubi-Zahl bis Ende 2021 um 14 %. Dies lässt sich nur teilweise mit dem Rückgang der Zahl junger Menschen zwischen 15 und 24 Jahren zu erklären, die im selben Zeitraum lediglich um 6 % auf 7,4 Millionen sank. Die Handwerksberufe, in denen die Zahl der neuen Ausbildungsverträge im Corona-Jahr 2020 vergleichsweise schwach zurückgegangen war, verzeichneten im Jahr 2021 ein Plus von 1.400 oder 1 % mehr Neuverträgen.

Die Rangfolge der am häufigsten gewählten Ausbildungsberufe veränderte sich 2021 nicht: Wie im Vorjahr waren die meisten Neuabschlüsse im Beruf Kaufmann/-frau im Einzelhandel (24.300) zu verzeichnen, gefolgt von den Kaufleuten für Büromanagement (22.900), Verkäufer/-innen (20.100), Kraftfahrzeugmechatroniker/-innen (19.900) und Medizinischen Fachangestellten (17.400). Auch 2021 entfiel gut ein Fünftel (22 %) aller Neuverträge auf diese fünf Ausbildungen. Betrachtet man die am stärksten besetzten Berufe nach Geschlecht, waren es bei Frauen sogar knapp 40 %. Bei Männern verteilten sich die Neuabschlüsse auf weitaus mehr Berufe, nur 24 % begannen eine Ausbildung in einem der fünf am stärksten besetzten Berufe.

Gasumlage erfolgt nur auf Verbrauch von Erdgas

Die gestern bekannt gegebenen Gasumlage führt zu Irritationen. Daher weist die Kreishandwerkerschaft Wittekindsland darauf hin, das die Gasumlage nur für Erdgas gilt – und somit nicht für Flüssiggas (LPG). Betriebe die derzeit abseits des Erdgasnetzes mit Flüssiggas (LPG) heizen, sind somit nicht von der Gasumlage betroffen.

Die Versorgung Deutschlands mit Flüssiggas (LPG) ist international diversifiziert und dadurch dauerhaft sicher, ist vom Deutschen Verband Flüssiggas e.V. (DVFG) zu erfahren. Wichtigste Quelle für die Flüssiggasversorgung seien deutsche Raffinerien. Bei den Importen kommen mehr als 90 Prozent der Lieferungen aus EU-Ländern, vorwiegend aus den Niederlanden und Belgien. Auch Skandinavien und die USA sind weitere wichtige Lieferanten. Importe aus Russland spielen keine Rolle.

Flüssiggas (LPG)-Endverbraucher werden von ihrem Versorgungsunternehmen per Tankwagen beliefert. Sie sind nicht auf Leitungsnetze angewiesen und damit unabhängig von Erdgas und Fernwärme. Aufgrund dieser Leitungsunabhängigkeit ist Flüssiggas (LPG) eine beliebte Heizenergie von Ein- und Mehrfamilienhäusern, Gewerbe und Landwirtschaft insbesondere im ländlichen Raum.

Flüssiggas (LPG) – nicht zu verwechseln mit verflüssigtem Erdgas (LNG, Methan) – besteht aus Propan, Butan und deren Gemischen und wird bereits unter geringem Druck flüssig. Der Energieträger verbrennt CO2-reduziert und schadstoffarm. Die erneuerbaren Varianten sind als biogenes Flüssiggas und als Dimethylether (rDME) verfügbar. Flüssiggas wird für Heiz- und Kühlzwecke wie auch als Kraftstoff (Autogas) eingesetzt.

Checkliste zum Ausbildungsstart

Mehrere Hundert junge Leute starten im Wittekindsland in den nächsten Wochen in ihre Ausbildung. Mit dem Übergang von der Schule in ein Ausbildungsverhältnis beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Damit der Start in den Traumberuf von Anfang an ein Erfolg wird, sind Information und Aufklärung über Arbeitsschutz wichtig – gerade in der Bauwirtschaft. Um besonders kleine und mittelständische Unternehmen des Baugewerbes zu unterstützen, bietet die BG BAU eine überarbeitete Checkliste für die Einstellung von Auszubildenden an, die aus Sicht der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland für alle Gewerke interessant ist.

Der Kurzcheck „So starten Ihre Auszubildenden erfolgreich!“ enthält neben allgemeinen Ratschlägen wie „Informieren Sie schriftlich und mündlich über betriebliche Regeln“ oder „Benennen Sie für die Zeit der Ausbildung eine Mentorin oder einen Mentor“, auch konkrete Hinweise zum Arbeitsschutz. Dazu gehören: „Führen Sie eine Erstunterweisung, unter anderem zu Erste Hilfe und den Rettungswegen, durch“, „Bieten Sie die arbeitsmedizinische Erstuntersuchung an“ und „Übergeben Sie die persönliche Schutzausrüstung und unterweisen Sie die Auszubildenden“. „Gerade beim letzten Punkt ist es wichtig, den Jugendlichen von Anfang an mitzugeben, auf welche Details es bei der Schutzausrüstung ankommt: Ob Schutzhelm, S3-Sicherheitsschuhe, Auffanggurt, Schutzbrille, Gehörschutz oder Schutzhandschuhe – sie alle sind nicht nur sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit `wir vom Bau´, sie sind Lebensretter und es kommt darauf an, sie richtig zu verwenden“, sagt Frank Werner von der BG BAU.

Generell gilt in Deutschland: Wer bei einem Unternehmen beschäftigt ist, steht automatisch unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Dazu brauchen Auszubildende wie auch Beschäftigte weder einen Versicherungsvertrag abzuschließen noch müssen sie namentlich bei der Versicherung angegeben werden. Und Arbeitsschutz gilt für alle Mitarbeitenden gleichermaßen. Einzige Besonderheit bei den Azubis ist der Jugendschutz, dessen zusätzliche Regeln zu beachten sind. Denn manche der neuen Kolleginnen und Kollegen sind noch nicht 18 Jahre alt, wenn sie ihre Ausbildung beginnen.

Nach wie vor hohe Baumaterialpreise

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lagen die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Juni 2022 um 32,7 Prozent über dem Niveau von Juni 2021. Bei vielen Baumaterialien fällt der Preisanstieg sogar noch deutlich höher aus als der Durchschnitt. Die Bauunternehmen sind insbesondere von den Preissteigerungen bei Stahlprodukten betroffen: Der Preis für Betonstahl lag im Juni um 53,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Da fällt auch der jüngste Rückgang von Mai auf Juni um 2,8 Prozent kaum ins Gewicht.

Laut dem Hauptverband der Bauindustrie machen die steigenden Kosten den Bauunternehmen nach wie vor sehr zu schaffen. Zum einen müssen langlaufende Projekte, die mit deutlich niedrigeren Preisen kalkuliert wurden, zu höheren Kosten abgearbeitet werden. Und zum anderen erschweren die hohen Baumaterialpreise und auch insbesondere deren Volatilität die Kalkulation neuer Projekte. Hinzu kommt, dass der vereinzelte Materialmangel die Bautätigkeit behindert. Hiervon ist immer noch ein Großteil der Bauunternehmen betroffen. Der Anteil ist dem ifo Konjunkturtest  zufolge zwar von Mai mit ehemals 52 auf 44 Prozent im Juni gesunken, die Betroffenheit ist damit aber immer noch hoch und je nach Gewerk auch unterschiedlich. Am schlimmsten trifft es – mit einem Anteil von jeweils 48 Prozent – die Unternehmen des gewerblichen Hochbaus sowie des Wohnungsbaus.

Neben den hohen Stahlpreisen belasten auch die hohen und weiter steigenden Energie- und Mineralölpreise die Branche. Insbesondere Dieselkraftstoff schlägt hier zu Buche, schließlich entfällt hierauf die Hälfte des Energieverbrauchs im Baugewerbe. Und der Preis für Diesel ist binnen Jahresfrist um 52,4 Prozent gestiegen.

Neue Pflichten für Arbeitgeber vom 1. August 2022 an

Die Europäische Union (EU) hat eine neue Richtlinie erlassen, die Arbeitgeber dazu verpflichtet, den Arbeitsvertrag detailliert und verständlich zu
formulieren. Deutschland war verpflichtet, die Regelungen bis zum 1. August 2022 in deutsches Recht umzusetzen. Gerade noch rechtzeitig hat der Bundestag am 23. Juni den Gesetzentwurf verabschiedet, so dass das Gesetz am 1. August 2022 in Kraft treten kann, wenn der Bundesrat zustimmt. Es bringt zahlreiche arbeitsrechtliche Änderungen im Nachweisgesetz und anderen Gesetzen mit sich, die von großer Bedeutung für die Praxis sind.

So müssen künftig zusätzliche Punkte schriftlich dokumentiert werden – wie beispielsweise eine freie Wahl des Arbeitsorts durch den Arbeitnehmer, wenn dieser nach dem Arbeitsvertrag den Arbeitsort frei wählen darf oder die Zusammensetzung und die Höhe des Arbeitsentgelts einschließlich der Vergütung von Überstunden, der Zuschläge, der Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen sowie anderer Bestandteile des Arbeitsentgelts, die jeweils getrennt anzugeben sind und einige Punkte mehr. Die neuen Pflichten gelten bei Neueinstellungen ab dem 1. August 2022. Im Gegensatz zur früheren Regelung muss aber bereits am ersten Arbeitstag dem Arbeitnehmer die Niederschrift mit den Informationen über den Namen und die Anschrift der Vertragsparteien, das Arbeitsentgelt und seine Zusammensetzung sowie über die Arbeitszeit vorliegen. Die weiteren Nachweise müssen spätestens in sieben Kalendertagen nachgereicht werden. Auch für die übrigen Arbeitnehmenden enthält der Gesetzesentwurf eine Informationspflicht.

Die im Gesetz vorgesehenen Neuregelungen sind aus Sciht der Handwerkerorganisationen uind Kreishandwerkerschaften in vielerlei Hinsicht kaum nachvollziehbar. Am erstaunlichsten aber ist, dass es dabei bleibt, dass die wesentlichen Arbeitsbedingungen schriftlich niederzulegen sind. Die elektronische Form bleibt gemäß § 2 Abs. 1 Satz 3 NachweisG ausgeschlossen. Dies verwundert laut Kreishandwerkerschaft vor allem deshalb, weil Art. 3 der Arbeitsbedingungenrichtlinie ausdrücklich die elektronische Form zulässt. Es ist laut der Experten nicht zu verstehen, dass der deutsche Gesetzgeber diese Möglichkeit im digitalen Zeitalter nicht aufgegriffen hat.

Höhere Preise am Bau bringen keinen höheren Ertrag

Der Preis für den Neubau von Wohngebäuden ist im Mai auf ein neues Allzeithoch geklettert: Das Statistische Bundesamt meldete eine Zunahme von 17,6 Prozent im Vergleich zum Mai 2021. Solche Preissteigerungen beim Wohnungsneubau hatte es zuletzt 1970 gegeben.

„Für die Bauunternehmen bedeuten steigende Preise aber keinesfalls eine Ertragssteigerung. Im Gegenteil: die Baupreissteigerung ist ein Ergebnis explodierender Baumaterialpreise, auf denen die Unternehmen entweder sitzen bleiben, oder sich das Risiko erhöht, dass Investoren vor neuen Projekten zurückschrecken“, kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim Oliver Müller, die vom Statistischen Bundesamt heute veröffentlichten Baupreisindizes. „Schließlich hat der Erzeugerpreisindex für Stahl im Mai binnen Jahresfrist – je nach Sorte – um bis zu 94 Prozent, Bauholz um 34 Prozent und Dämmwolle um 20 Prozent zugelegt.

Hinzu kommt, dass Lieferanten kaum noch Preiszusagen machen. Für die Bauunternehmen ist eine Angebotsabgabe daher zurzeit mit erheblichen Risiken verbunden. Sie wissen schlicht nicht, ob ihre ursprüngliche Kalkulation bei Baubeginn noch Bestand hat, oder ob sie auf den gestiegenen Kosten sitzen bleiben. Um die Risiken angemessen zu verteilen, empfiehlt es sich, eine Stoffpreisgleitung zu vereinbaren“, rät Müller den Vertragsparteien.

Erlasse zu Preisgleitklauseln gelten nun bis Jahresende

Vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs hatten Bundesbauministerin Klara Geywitz und Bundesverkehrsminister Volker Wissing Ende März 2022 Erlasse veröffentlicht, mit denen Lieferengpässe und Stoffpreisänderungen für den gesamten Bundesbau einheitlich geregelt werden sollen. Die Erlasse sind nun bis zum 31. Dezember 2022 verlängert und um wichtige Punkte ergänzt worden. Bauunternehmen können so die steigenden Kosten für bestimmte Baustoffe, wie Stahl, Zement oder Bitumen, gegenüber der öffentlichen Hand weiter geltend machen.

„Engpässe bei Baustoffen und exorbitante Preissprünge bestimmen nach wie vor das Baugeschehen. Angesichts dieser schwierigen Ausgangslage begrüßen wir die Verlängerung ausdrücklich“, so Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe. „Viele Bauunternehmen konnten nur durch die Regelungen überhaupt ihre Angebote abgeben. Insbesondere für viele Straßenbaubetriebe waren die Erlasse ein Rettungsanker.“

Neu ist, dass innerhalb einer Auftragssumme bereits 0,5 Prozent des jeweiligen Baustoffs ausreichen, damit die Klauseln greifen. Bislang musste der Anteil mindestens 1 Prozent ausmachen, um Mehrkosten erstattet zu bekommen. Auch die Einführung eines neuen Formblatts für die Ermittlung des Basiswerts wird eine große Hilfe sein. Mit den neuen Regelungen werden voraussichtlich mehr Unternehmen von der Preisgleitung profitieren als bisher.

Urkunde der Handwerkskammer ehrt Karl Kühn als Ehrenkreishandwerksmeister

Im Rahmen der jüngsten Vorstandssitzung der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland haben Handwerkskammerpräsident Peter Eul und Kreishandwerksmeister Ulrich Birkemeyer dem vorherigen Amtsinhaber Karl Kühn einen Ehrenkreishandwerksmeister-Brief der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe überreicht. Sie würdigte damit die besonderen Verdienste und das jahrezehntelange Engagement des Maler- und Lackierermeister aus Lübbecke für alle Gewerke des heimischen Handwerks.

Nachdem er seine Meisterprüfung 1975 in Bielefeld abgelegt und 1981 den väterlichen Betrieb übernommen hatte, stellte sich Karl Kühn 1983 fürs erste handwerkliche Ehrenamt zur Wahl zum Lehrlingswart der Maler- und Lackierer-Innung. Dieses Amt füllte er bis November 2015 aus und kann sich darüber freuen, dass Sohn Simon in seine Fußstapfen trat und seither als Lehrlingswart fungiert.

Für das Thema Ausbildung hat sich Karl Kühn immer besonders Zeit genommen – so von 1986 an als Vorsitzender der Lehrgemeinschaft Lübbecker
Handwerksinnungen und von 1990 an auch als stellvertretender Kreislehrlingswart. 2001 wurde Karl Kühn zum alternierenden Vorsitzenden des Berufsbildungs-Ausschusses bei der Handwerkskammer gewählt und war als dieser bis 2018 tätig.

Ebenfalls 2001 wurde er Vorsitzender der Minden-Lübbecker Handwerksinnungen. Zu dem Zeitpunkt war er bereits stellvertretender Kreishandwerksmeister – erstmals dazu gewählt 1994. Erstmals zum Kreishandwerksmeister gewählt wurde Karl Kühn im Jahr 2002 und bis 2019 immer wieder im Amt bestätigt, das er dann aber altersbedingt abzugeben hatte. Zuvor konnte er aber noch den heutigen Kreishandwerksmeister Ulrich Birkemeyer davon überzeugen, das wichtige Ehrenamt zu übernehmen. Damals war Karl Kühn von der Delegiertenversammlung der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland zum Ehrenkreishandwerksmeister gewählt worden.

Nunmehr konnte Karl Kühn – nach den verschiedenen einschränkenden Corona-Verhaltensregeln – den Ehrenkreishandwerksmeister-Brief der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe entgegennehmen. Denn auch in Gremien der Handwerkskammer wirkte der Geehrte aktiv mit: Von 1999 bis 2014 war Karl Kühn Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer und gehörte von 2004 bis 2014 zudem zum Vorstand der für die Region Ostwestfallen-Lippe zuständigen Handwerksorganisation.

Wettbewerb „NRW – Wirtschaft im Wandel“ gestartet

Ob familiengeführter Handwerksbetrieb, traditionsreicher Großkonzern oder aufstrebendes Startup – ab sofort können sich innovative Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen für den Wettbewerb „NRW – Wirtschaft im Wandel“ unter www.nrw-wirtschaft-im-wandel.de bewerben. Gesucht werden engagierte Unternehmen, die Herausforderungen wie Digitalisierung oder Globalisierung mit neuen Lösungen begegnen und den wirtschaftlichen Transformationsprozess in NRW aktiv mitgestalten. Bewerbungen sind bis einshcließlich 30. Juni 2022 möglich.

Der Wettbewerb, der bereits zum fünften Mal stattfindet, wird von „Deutschland – Land der Ideen“ gemeinsam mit der Rheinischen Post und dem General-Anzeiger Bonn unter Schirmherrschaft des Wirtschaftsministeriums Nordrhein-Westfalens durchgeführt. Die Auszeichnung wird in drei Kategorien ausgelobt: Konzerne und Mittelständler, Handwerk und kleine Unternehmen sowie Startups.

Eine hochkarätige Expertenjury mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft wählt unter allen Einreichungen neun Preisträger aus, die beispielhaft die Innovationskraft des Standorts NRW sichtbar machen. Zusätzlich wird der Sonderpreis „NRW-Wandler“ vergeben, der eine herausragende Persönlichkeit aus Nordrhein-Westfalen würdigt, die sich durch ihr besonderes unternehmerisches und soziales Wirken auszeichnet. Die Gewinner werden im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Herbst 2022 geehrt.

Viele Sturmschäden in Paderborn: Handwerk hilft

Die Unwetter der vergangenen Tage haben auch in der Paderborner Innenstadt zu verheerenden Schäden geführt. Vor allem die Beschädigungen an Gebäuden und an Fahrzeugen sind erheblich. Nach einer ersten Einschätzung der Lage werden aus handwerklicher Sicht werden vor allem Gerüste und Gerüstbauer benötigt. Die ersten Sicherungsmaßnahmen werden derzeit von dortigen Handwerksbetrieben koordiniert und erledigt. Für die erforderlichen Sanierungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen sind dann Gerüste unerlässlich. Daher bittet die Kreishandwerkerschaft Wittekindsland ihre Mitgliedsunternehmen, den Paderbornern Handwerksbetrieben Hilfestellung zu geben, sofern möglich. Wer Unterstützungsleistungen anbieten möchte, kann hierfür die Hotline bzw. Tel. 05251/700-140 nutzen.

Bäckerhandwerk überreicht Brotkorb an Bundeskanzler Scholz

Unter dem Motto „Vielfalt verbindet“ wurde gestern (18. Mai) der Tag des Deutschen Brotes gefeiert. Bäcker machen auf die Bedeutung des Kulturguts Brot und ihr Handwerk aufmerksam. Im Namen aller Innungsbäcker überreichte Michael Wippler, Präsident vom Zentralverband, Bundeskanzler Olaf Scholz einen Brotkorb und sprach mit ihm über die aktuelle Situation des Bäckerhandwerks.

Bereits zum zehnten Mal feiern die Deutschen Innungsbäcker den Tag des Deutschen Brotes – sowohl in den Bäckereien und in den sozialen Medien als auch mit großen und vielfältigen Aktionen: So verteilte bereits am Morgen in Berlin das Präsidium des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks e.V. mit Mitgliedern der Bäckernationalmannschaft Brote an Passanten. „Zum Tag des Deutschen Brotes möchten wir das Bewusstsein der Verbraucher für unser Handwerk und das Kulturgut Brot stärken“, so Präsident Michael Wippler. „Mit unseren rund 3.000 Brotspezialitäten sind wir ein wichtiger Baustein der Nahversorgung und schaffen mit handwerklich hergestellten Kreationen jeden Tag aufs Neue abwechslungsreiche Brotmomente.“

Doch nicht nur die Passanten freuten sich über den überraschenden Start in den Tag: Auch Bundeskanzler Olaf Scholz erhielt anlässlich des Tags des Deutschen Brotes einen Brotkorb der Innungsbäcker, den Präsident Wippler und Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider überreichten. Dabei machte sich der Bundeskanzler ein Bild vom Bäckerhandwerk vor Ort. In der Berliner Bäckerei Johann Mayer sprach der Regierungschef im Anschluss über die aktuelle Lage im Bäckerhandwerk. Vor allem die rasant gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten, aber auch mögliche Engpässe bei der Gasversorgung machen den Bäckereibetrieben derzeit Sorgen. Olaf Scholz sicherte zu, die Belange des Bäckerhandwerks zu berücksichtigen: „Die deutsche Brotkultur ist weltweit einmalig. Aufgrund der dezentralen Struktur haben die Betriebe des Bäckerhandwerks eine große Bedeutung bei der Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln und müssen daher unterstützt werden.“

Ukraine-Krieg belastet Baukonjunktur

„Die Bauunternehmen sind bei guter Auftragslage und günstigen Witterungsbedingungen dynamisch in das Baujahr 2022 gestartet. Das zeigen die Daten des Statistischen Bundesamtes zur Konjunkturentwicklung im Bauhauptgewerbe zum Februar 2022. Demnach lag der Umsatz in den Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten per Februar bei 11,1 Mrd. Euro. Das waren 23,5% mehr als vor einem Jahr. Dabei ist allerdings auch zu berücksichtigen, dass wir im Vorjahr eine niedrige Basis hatten, da es infolge der Absenkung der Mehrwertsteuer zu Vorzieheffekten in 2020, gerade im Wohnungsbau, gekommen war“, berichtet Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe.

„Auch der solide Orderzugang per Februar mit +9% signalisiert einen gelungenen Start in das Jahr. Allerdings bilden die Februardaten nicht die aktuelle die Situation nach der Aggression Russlands gegen die Ukraine Ende Februar ab. Die Sanktionen gegen Russland und ausbleibende Importe aus der Ukraine haben zu neuerlichen Problemen bei der Verfügbarkeit und erheblichen Preiserhöhungen von Baustoffen geführt. So berichten nach unserer aktuell laufenden Konjunkturumfrage 80% der Unternehmen über Lieferschwierigkeiten bei Material.

Das betrifft insbesondere Stahl- und erdölbasierte Produkte wie Bitumen, Kunst- und Dämmstoffe. Gerade hier verzeichnen wir erhebliche Preiserhöhungen, die die Unternehmen auch versuchen müssen, an die Kunden weiter zu geben. Bei laufenden Verträgen ist das problematisch. Und bei neuen Verträgen geben das die Budgets der Kunden nicht immer her. So kommen angebahnte Verträge jetzt häufig nicht mehr zum Abschluss und zur Umsetzung. Weniger als ein Viertel unserer Bauunternehmen erwarten in 2022 noch höhere Umsätze, gut 40% hingegen niedriger Umsätze als in 2021. Uns steht ein schwieriges Jahr bevor“, so Pakleppa weiter.

„Das gilt insbesondere für den Wirtschaftsbau und den öffentlichen Bau. Aber auch der Wohnungsbau, bisher Impulsgeber der Bauwirtschaft, verliert an Schwung. Das abrupte Förder-Aus bei der KfW-Förderung bringt Bauherren in Schwierigkeit, ihre Finanzierungen darzustellen. Unsere Unternehmer berichten schon seit dem 1. Förderstopp im Januar über eine nachlassende Beauftragung. Es muss jetzt politisch alles getan werden, damit die Rahmenbedingungen besser und das Bauen günstiger und einfacher werden“, betont der Hauptgeschäftsführer abschließend.

Geschäftsstelle und HBZ in Lübbecke am 4. Mai kurzfristig geschlossen

Die Geschäftsstelle Lübbecke der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland und das angeschlossene Handwerksbildungszentrum werden kurzfristig am
Mittwoch, 4. Mai 2022, ganztägig geschlossen. Grund dafür ist eine unvorhersehbare Versorgungsunterbrechung im Leitungssystem. Dies bedeutet auch, dass alle Auszubildenden, die derzeit an einer überbetrieblichen Ausbildung im HBZ Lübbecke teilnehmen, am morgigen Mittwoch ihre Ausbildungsbetriebe aufsuchen sollen. In der Kreishandwerkerschaft wird davon ausgegangen, dass vom 5. Mai an wieder der bewährte Geschäftsbetrieb aufgenommen werden kann.

Corona-Virus weiterhin ein Gesundheitsrisiko

Auch wenn die allgemeine Maskenpflicht nicht mehr gilt – das Corona-Virus bleibt ansteckend und ein Gesundheitsrisiko: Wer an Covid-19 erkrankt, leidet oft noch Monate später unter Symptomen wie Erschöpfung, Gedächtnisstörungen und Atemnot.

Bis zum 1. April 2022 haben sich laut Robert-Koch-Institut (RKI) bundesweit mehr als 21 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Viele von ihnen sind noch Monate später ständig erschöpft, leiden unter Atemnot, sind vergesslich und können sich nur schlecht konzentrieren. Sie leiden unter dem, was manche Expertinnen und Experten schon als „neue Volkskrankheit“ bezeichnen: Long- oder Post-Covid.

Darunter verstehen Medizinerinnen und Mediziner einen anhaltenden Symptomkomplex bis zu drei Monate nach der Akuterkrankung mit Covid-19. „Gehen die Beschwerden über diese Zeit hinaus, spricht man vom Post-Covid-Syndrom“, erklärt Dr. Kai Wohlfarth. Er ist Direktor der Kliniken für Neurologie, Frührehabilitation und Stroke Unit der BG Klinik Bergmannstrost in Halle (Saale) und Teil der Arbeitsgruppe Neurotraumatologie der BG Kliniken.

Unter Post-Covid leiden nicht nur die Betroffenen selbst: Immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können nach ihrer Covid-19-Infektion für längere Zeit nicht in den Arbeitsalltag zurückkehren. Dies bedeutet besonders in den Handwerksbetrieben weniger Planbarkeit und Mehrbelastungen für Kolleginnen und Kollegen, für Versicherer und letztlich die ganze Volkswirtschaft.

Informationsveranstaltung: „Fit für die Betriebsprüfung“

Nach wie vor sind in den Unternehmen die Themen „Betriebsprüfung“ und „Steuern“ nicht geliebt, aber von zentraler Bedeutung – spätestens wenn Mitarbeiter des Finanzamtes im Büro der Geschäftsführung stehen. Es gibt Wege, sich darauf vorzubereiten und damit umzugehen. Diese Wege – und die Besonderheiten in Zeiten der Corona-Pandemie – stellt die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld in der kostenfreien, nicht-öffentlichen  Informationsveranstaltung „Fit für die Betriebsprüfung“ vor. Dazu eingeladen sind auch alle Mitgliedsunternehmen der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland. Die Infoveranstaltung findet statt am Donnerstag, 12. Mai 2022, 19.00 Uhr bis ca. 20.45 Uhr in der „Alten Stallung“, Schloss Benkhausen, Schlossallee 1 (Neustadtstraße 40), 32339 Espelkamp.

Die beiden Betriebsprüfungsexperten Olaf Lohmeier, Finanzamt für Groß- und Konzernbetriebsprüfung Detmold, und Sascha Burde, Finanzamt Lübbecke, werden die Teilnehmenden gerne informieren und in der Diskussion mit alten Vorurteilen aufräumen, beispielsweise was die Kassenführung oder das Fahrtenbuch bei privater Nutzung des Geschäftswagens betrifft. Eine Anmeldung ist bis zum 10. Mai 2022 ausschließlich über den Link https://veranstaltungen.ostwestfalen.ihk.de/fitfuerdiebetriebspruefung möglich. Nach einer erfolgreichen Anmeldung gibt es als Bestätigung eine E-Mail mit einem QR Code für die Einlasskontrolle. Einlass ist ab 18:45 Uhr.

Viele Ausbildungsstellen unbesetzt, viele Bewerber noch ohne Zusage

Mit dem März 2022 ist die Hälfte des Berichtsjahres zum Ausbildungsmarkt verstrichen – die Agentur für Arbeit Herford kann erste Zahlen zur Entwicklung in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke veröffentlichen.

Zur Halbzeit des Berichtsjahres ist die Zahl der im Kreis Herford gemeldeten Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Die Betriebe und Verwaltungen meldeten von Oktober 2021 bis März 2022 insgesamt 1.442 freie Ausbildungsstellen, 52 oder 3,7 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. 1.541 junge Menschen meldeten sich im gleichen Zeitraum auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber im Wittekindkreis um 34 Personen oder 2,2 Prozent gesunken.

Rechnerisch treffen 107 Jugendliche auf 100 gemeldete Ausbildungsstellen – es bleibt im Kreisgebiet also weiterhin eine Lücke zwischen Ausbildungsangebot und -nachfrage (Vorjahr: 115 Bewerber auf 100 Stellen). Von den insgesamt 1.541 gemeldeten jungen Menschen haben aktuell 864 keine Zusage für einen Ausbildungs- oder Studienplatz. Von den 1.442 Stellen waren im März noch 944 unbesetzt.

Zur Halbzeit des Berichtsjahres ist auch die Zahl der im Kreis Minden-Lübbecke gemeldeten Ausbildungsstellen. Die Betriebe und Verwaltungen meldeten im oben genannten Zeitraum insgesamt 1.973 Ausbildungsstellen und damit 36 oder 1,9 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. 1.450 junge Menschen meldeten sich im gleichen Zeitraum auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber im Mühlenkreis um 191 Personen oder 11,6 Prozent.

Rechnerisch treffen 74 Jugendliche auf 100 gemeldete Ausbildungsstellen – das Stellenangebot übersteigt somit die Zahl der Bewerber stark (Vorjahr: 85 Bewerber auf 100 Stellen). Von den insgesamt 1.450 gemeldeten jungen Menschen haben 806 der Bewerber noch keine Zusage für einen Ausbildungs- oder Studienplatz. Von den 1.973 Stellen waren im März ebenfalls noch 1.1453 unbesetzt.

Baugewerbe: Bundeserlass zu Lieferengpässen und Stoffpreisänderungen

Vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs haben Bundesbauministerin Klara Geywitz und Bundesverkehrsminister Volker Wissing einen Erlass veröffentlicht, mit dem das Thema Lieferengpässe und Stoffpreisänderungen für den gesamten Bundesbau einheitlich geregelt werden soll.

„Engpässe bei Baustoffen und Preissprünge bestimmen derzeit das Baugeschehen und machen eine seriöse Kalkulation von Bauprojekten zunehmend unmöglich. Angesichts dieser schwierigen Ausgangslage begrüßen wir den Erlass des Bundes ausdrücklich,“ so Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe.

Der Erlass des Bundes ermöglicht in der gegenwärtigen Krisensituation die Anwendung der Stoffpreisgleitklausel, mit der Preissprünge während eines Bauprojekts aufgefangen werden sollen. Bislang lehnen nämlich viele Vergabestellen die Einbeziehung der Gleitklausel in Verträge ab, da in den einschlägigen Baukostenindizes noch keine Veränderungen festzustellen sind. Dieses Problem wird durch den neuen Erlass behoben. Dieser ordnet nämlich für bestimmte Baustoffe wie z. B. Stahl oder Bitumen die Anwendung der Stoffpreisgleitklausel an. „Dadurch werden die Bauunternehmen überhaupt erst wieder in die Lage versetzt, Angebote abgeben zu können,“ so Pakleppa.

Pakleppa weiter: „Ein weiterer wichtiger Punkt für die Anwendbarkeit der Stoffpreisgleitklausel ist die Verkürzung des Mindestabstands zwischen Angebotsabgabe und Einbau von sechs auf einen Monat. Dadurch können, anders als in der Vergangenheit, auch viele kurzlaufende Bauverträge in die Preisgleitung einbezogen werden.

Angesichts der rasanten Preisentwicklung ist das Signal des Bundes für laufende Verträge von großer Bedeutung. Hier wird durch den Erlass in Einzelfällen auch eine nachträgliche Einbeziehung der Stoffpreisgleitklausel ermöglicht. Jetzt sind Länder und Kommunen aufgefordert, den Erlass in gleicher Weise zu übernehmen.“

Landtagskandidaten äußerten sich zu Fragen aus OWL-Handwerk

Das Bild zeigt (v. l.) Heiner Dresrüsse, Vizepräsident der Handwerkskammer OWL, Daniel Sieveke (MdL, CDU), Ulrich Birkemeyer, Kreishandwerksmeister im Wittekindsland, Wiebke Brems (MdL, Bündnis 90/Die Grünen), Georg Effertz, Kreishandwerksmeister im Kreis Gütersloh, Christina Kampmann (MdL, SPD), Michael Friemuth, stellvertretender Kreishandwerksmeister in den Kreisen Paderborn und Lippe, Martina Hannen (MdL, FDP), Frank Wulfmeyer, Kreishandwerksmeister in Bielefeld, und Peter Eul, Präsident der Handwerkskammer OWL. Foto: Thomas F. Starke

Vor der Landtagswahl haben sich Landtagskandidatinnen und -kandidaten von CDU, FDP, SPD und Bündnis 90/Grüne in der Handwerkskammer den Fragen des OWL-Handwerks gestellt. Die Veranstaltung mit Wiebke Brems (Bündnis 90/Die Grünen), Christina Kampmann (SPD), Daniel Sieveke (CDU) und Martina Hannen (FDP) wurde von der Handwerkskammer OWL gemeinsam mit den fünf Kreishandwerkerschaften organisiert und online live übertragen.

Präsident Peter Eul begrüßte die Gäste aus der Politik und die Spitzen des regionalen Handwerks vor Ort und zahlreiche Interessierte an den Bildschirmen. Eul betonte die Bedeutung des Handwerks für das Land Nordrhein-Westfalen: „An der Zukunft des Landes zu bauen, heißt auch einem starken Handwerk vertrauen.“ Besonders in den Bereichen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Bildung nehme das Handwerk unverzichtbare Aufgaben wahr. Marcus Werner vom WDR moderierte die Diskussion.

Über alle Parteien hinweg waren sich die Politiker einig: Der schleppende Glasfaserausbau, der immer größer werdende Fachkräftemangel und die überbordende Bürokratie stellen große Hürden für das Handwerk dar. Die angebotenen Lösungen waren aber recht kontrovers und die Diskussion lebhaft. Am meisten Einigkeit bestand bei der Notwendigkeit, zügig vor allem Gewerbegebiete mit einer Glasfaseranbindung auszustatten. „In Nordrhein-Westfalen verfügen nur ein Drittel der Gewerbegebiete über Glasfaseranschlüsse“, erklärte Christina Kampmann. Im Zuge der Digitalisierung, bei der das Handwerk eine Schlüsselposition einnimmt, ist das ganz und gar nicht ausreichend. Dies gilt umso mehr, als die Handwerksbetriebe ja oftmals nicht in Gewerbegebieten konzentriert sind, sondern sich über die gesamte Fläche OWLs verteilen, wo schnelles Internet noch seltener verfügbar ist. „Die Sehnsucht des Handwerks nach Digitalisierung ist groß“, bestätigte Michael Lutter, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. Die Handwerksfamilie beschäftige mehrere Digitalberaterinnen und -berater, um Betriebe dabei zu unterstützen, digitale Prozesse einzuführen.

Unbestritten ist auch der akute Fachkräftemangel. „Deutschlandweit werden im Jahr 2030 knapp 440.000 Handwerkerinnen und Handwerker fehlen“, erklärte Präsident Peter Eul, fünf Jahre später liege die Zahl schon bei 800.000. Handwerkerinnen und Handwerker seien die Umsetzer der anstehenden Energiewende so Eul, daher müsse alles unternommen werden, um mehr junge Leute für das Handwerk zu begeistern.

„20 Milliarden Euro will die Landesregierung nach der mittelfristigen Finanzplanung für die Stärkung der Hochschulen und damit für die akademische Ausbildung ausgeben“, betonte Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer OWL. Das Handwerk und damit die berufliche Bildung bekomme nur einen Bruchteil davon. Damit sei die politisch gerne postulierte Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung nicht gegeben. Die ostwestfälisch-lippische Handwerksfamilie habe sich auf den Weg gemacht und baue ihre Bildungsstätten zu „Leuchttürmen“ aus, die die Konkurrenz mit akademischen Einrichtungen nicht scheuen müssen. Dafür brauche es aber langfristig mehr Geld, so Prager.

CDU-Politiker Sieveke sprach sich dafür aus, die Meisterausbildung und Fort- und Weiterbildung im Handwerk finanziell stärker zu fördern. Für die Entscheidungen müsse aber der Bund mitgenommen werden. „Wir müssen die Talente zur Entfaltung bringen“, betonte die FDP-Politikerin Hannen und lobte die aktuelle Imagekampagne, die Kinder im Vorschul- und Grundschulalter anspricht. Hannen stellte die Vorteile eines gegliederten Schulsystems heraus. Ab den Klassen 4 und 5 sollte die Schulform ausgewählt werden, die den Talenten der Schülerinnen und Schüler entspreche. Kampmann von der SPD kann sich vorstellen, dass an der gymnasialen Oberstufe ein handwerklicher Zweig eingeführt wird. Die Grünen-Politikerin Brems forderte eine verstärkte Unterstützung von Schülerinnen und jungen Frauen, die sich für technische Berufe interessieren.

CDU-Politiker Sieveke wies auf die Schwierigkeit hin, an Gymnasien und Gesamtschulen für das Handwerk zu werben. Anfragen würden dort oft abgeblockt, Hauptziel sei das Abitur. Der Gütersloher Kreishandwerksmeister Georg Effertz berichtete von ähnlichen Erfahrungen im Kreis Gütersloh. „Wir brauchen Zugang zu den Schulen“, forderte Effertz.

Die überbordende Bürokratie lähmt das wirtschaftliche Geschehen, diese Tatsache erkannten die politischen Gäste gleichermaßen an. „50 Prozent der Zeit einer handwerklichen Führungskraft entfallen auf bürokratische Aufgaben“, erläuterte Heiner Dresrüsse, Vizepräsident der Handwerkskammer. Aus dem Livechat bestätigte ein Handwerksmeister, dass die bürokratischen Auflagen für kleine und mittlere Betriebe im Vergleich viel zu hoch sind. Hannen und Sieveke wiesen auf die in der laufenden Legislaturperiode beschlossenen Entfesselungspakete hin. Diese Politik möchten sie gerne fortsetzen. Grundlage für die Überlegungen zur Abschaffung bürokratischer Regeln müsse ein „Vertrauensvorschuss für die Unternehmen sein“. Die Vertreterin der SPD versprach einen „Check aller bürokratischen Vorgaben“ nach der Wahl und kritisierte die Ergebnisse der Entfesselungspakete als unzureichend.

Warnung vor gefälschten E-Mails

Momentan sind wieder vermehrt gefälschte E-Mails im Umlauf – dieses Mal getarnt als offizielle Meldung vom Internetdienstleister STRATO. Sie zielen darauf ab, unbefugt an Zugangsdaten zu gelangen. Es sind also sogenannte Phishing E-Mails.

Wer eine solche E-Mail erhält, kann recht leicht prüfen, ob diese echt ist oder nicht. Zuerst ist zu kontrollieren, ob die Absender-E-Mail überhaupt den offiziellen STRATO-E-Mails entspricht und ob die E-Mail an die vom Betroffenen  bei den Internetdienstleister hinterlegte Vertrags-E-Mail adressiert wurde. Außerdem sendet STRATO zu keinem Zeitpunkt eine E-Mail ohne persönliche Anrede zu, wie der Internetdienstleister mitteilt. Dies ist somit ebenfalls sofort zu prüfen und bei Abweichungen die E-Mail am besten sofort zu löschen. Keinesfalls sollte auf Links in dem Schreiben geklickt bzw. ihnen gefolgt werden, da sonst Pishing droht.

Generell werden Internetdienstleister ihre bestehenden Kundinnen udn Kunden nicht dazu auffordern, über Links in einer E-Mail bereits vorher vorhandene  Zugangsdaten zu validieren. Alle vertraglichen Informationen einschließlich der Rechnung werden im Regelfall über den gewohnten Kundenlogin geführt.

Spitzenverbände starten Hilfsinitiative

Die vier Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft BDA, BDI, DIHK und ZDH haben zur Koordinierung von Ukraine-Hilfen die Initiative #WirtschaftHilft ins Leben gerufen: Unter www.WirtschaftHilft.info erhalten Unternehmen und Verbände umfangreiche Informationen zu bedarfsgerechtem Spenden, zur Arbeitsmarktintegration Geflüchteter und zu den Auswirkungen auf Betriebe und Beschäftigte.

Kfz-Gewerbe: Verbandskästen für die Ukraine sammeln

Unterstützung für die Ukraine mit dringend benötigtem Verbandsmaterial können die Autohäuser und Kfz-Werkstätten mit Verbandskästen leisten, die noch komplett bestückt sind, auch wenn das Ablaufdatum kurz bevorsteht. Der ZDK ruft daher die Kfz-Innungsbetriebe dazu auf, solche Sammelaktionen auf eigene Initiative durchzuführen. Es wird empfohlen, die Verbandskästen direkt bei einer örtlichen Sammelstelle für Hilfsgüter zum Transport in die Ukraine abzugeben.

Handwerkspolitischer Dialog für OWL mit Fragen an die Politik

Mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen laden die Handwerkskammer und die fünf Kreishandwerkerschaften in Ostwestfalen-Lippe zu einer Online-Diskussionsveranstaltung (17. März 2022,18 Uhr) mit Vertreterinnen und Vertretern der politischen Parteien in OWL ein. In einem konstruktiven Austausch möchten wir vor allem darüber diskutieren, wie es in der nächsten Legislaturperiode gelingen kann, Betriebe zu stärken, Fachkräfte zu qualifizieren, die Digitalisierung voranzutreiben und Nachhaltigkeit zu gestalten.

Handwerker und Handwerkerinnen aus Ostwestfalen-Lippe werden über einen Youtube-Chat mit ihren Fragen in das Format durch WDR-Moderator Marcus Werner eingebunden. Auch Ihre Meinung interessiert uns: Wir laden Sie ein, Ihre Fragen und Anmerkungen im Youtube-Livestream per Chat zu übermitteln und damit live in die Runde zu tragen. Gerne können Sie uns auch Ihre Fragen im Vorfeld der Veranstaltung per ">E-Mail zusenden.

Rohstoffengpässe betreffen auch Bauhandwerker

„Die deutschen und europäischen Sanktionen gegen Russland sind richtig und werden von der deutschen Bauwirtschaft nachdrücklich unterstützt. Die Sanktionen führen aber auch zu Belastungen der heimischen Bauwirtschaft, die getragen werden müssen. Die Folgen des russischen Krieges auf die Bautätigkeit in Deutschland werden von Tag zu Tag sichtbarer. Es ist daher ein Gebot der Vernunft, die negativen Auswirkungen auf heimische Betriebe und Arbeitsplätze so gering wie möglich zu halten.“ Dieses erklärte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa, heute in Berlin. Der ZDB vertritt auf Bundesebene auch die fachspezifischen Interessen der Handwerkssparten im Bauhaupt- und Baunebengewerbe.

Aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine und der weltweiten Sanktionen gegen Russland drohen Lieferengpässe und deutliche Preissteigerungen bei vielen Baustoffen. Bereits jetzt ist ein signifikanter Anstieg der Preise bei dem vor allem im Straßenbau notwendigen Bitumen sowie bei Stahl erkennbar. Durch die Abhängigkeit zentraler Raffinerien von Lieferungen aus Russland droht ein Ausfall von bis zu einem Drittel der hiesigen Bitumenversorgung, mit entsprechenden Auswirkungen auf den deutschen Straßenbau.

Darüber hinaus berichten Bauunternehmen über deutliche Preissteigerungen bei Stahl bzw. bei Stahlerzeugnissen. Rund 30 % des Baustahls kommen aus Russland, der Ukraine und Weißrussland. Hinzu kommt der hohe Anteil von Roheisen (40 % aus diesen Ländern) und diverser weiterer Rohstoffe, die für die Stahllegierung notwendig sind (Nickel 25 % und Titan 75 %).

„Vor dem Hintergrund dieser Situation brauchen wir unbürokratische Maßnahmen zur Sicherung der Bautätigkeit in Deutschland. Notwendig ist die sofortige Einführung von Stoffpreisgleitklauseln, auch für laufende Verträge, um wichtige Bauaufgaben fortführen zu können. Wir brauchen daher schnell vertragsspezifische Lösungen, um der aktuellen Destabilisierung durch die Rohstoffkosten entgegen zu wirken. Schlussendlich müssen wir uns aber, wie bei Gas, von der Abhängigkeit von wenigen Anbietern befreien. Dieses muss dringend in einer nationalen Rohstoffstrategie münden,“ so Pakleppa abschließend.

Praktikumsbörse für den Kreis Herford benötigt Input

Praktika und Berufsfelderkundungstage sind wichtige Elemente der Berufsorientierung. Bei der Suche nach einem Praktikumsplatz ist es aber manchmal nicht leicht bei den vielen Betrieben und Unternehmen im Kreis Herford den Überblick zu behalten. Im Rahmen des Landesprogramms „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)“ wurde daher 2015 eine Buchungsplattform für Berufsfelderkundungen vom Kreis Herfrod freigeschaltet.

Insbesondere in den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der Angebote hier – wenn auch pandemiebedingt – sehr zurückgegangen. Zukünftig möchte die Kreisverwaltung bezüglich des Online-Angebotes neue Wege gehen. Die „Kommunale Koordinierung“ arbeitet mit den Partnern vor Ort an
einer Internetseite, die die Themen Berufliche Orientierung und Ausbildung abbildet. Da Praktikumsplätze aber bereits jetzt gesucht werden, möchte der Kreis Herford auf seiner Internetseite eine Praktikumsbörse anbieten. Hierbei liegt der Fokus auf einem einfachen und schnellen Verfahren,
um die Kommunikationswege zwischen Schülerinnen und Schüler und Betrieben zu vereinfachen. So können u. a. Handwerksunternehmen ihre Praktikumsangebote dem Kreis bis zum 10. März 2022 melden. Weitere Auskünfte dazu sind bei Frau Butenuth unter Tel. 05221-131477 oder per E-Mail zu bekommen.

Nach Fertigstellung der Praktikumsbörse wird die Kreisverwaltung den Schulen im Kreis Herford den hinführenden Link zur Verfügung stellen. Parallel dazu werden alle teilnehmenden Unternehmen über die Freischaltung des Angebotes informiert.

Rund 240 neue Handwerker im Wittekindsland

In den sogenannten Winterprüfungen haben dieses Mal rund 240 Azubis in rund 15 Handwerksberufen ihre Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen und konnten ihre Gesellenbriefe entgegennehmen – und damit rund 40 mehr als ein Jahr zuvor.

Die meisten neuen Handwerker gibt es naturgemäß in den Gewerken, in denen die reguläre Ausbildungszeit dreieinhalb Jahre dauert. Im Metallhandwerk gibt es somit 35 neue Fachkräfte im Wittekindland. Die größte Gruppe stellt aber wieder das Kfz-Handwerk mit 75 Kfz-Mechatronikern für Pkw und Lkw. Das Elektro-Handwerk darf sich über 45 neue Gesellinnen und Gesellen freuen, das SHK-Handwerk über 37 und damit beide über deutlich mehr Absolventen.

Erwartungsgemäß bestand nicht jeder Prüfling alle Teile der Gesellenprüfung und muss weiter ausgebildet werden, um zu einem erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildungsjahre zu kommen. Besonders betroffen davon sind Azubis in den Ausbildungen zu SHK-Anlagenmechanikern oder zu Elektronikern.

Minijob-Erhöhung kaschiert Verschärfung der Dokumentationspflichten

In dem Referentenentwurf der Regierungskoalition zur geplanten Erhöhung der Minijob-Grenze ist auch eine weitreichende Verschärfung der Dokumentationspflichten für nahezu alle Arbeitnehmer untergebracht worden. Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz kritisiert diese Verschärfung, da sie einen weiteren enormen Verwaltungs- und Kostenaufwand für die Betriebe des Maler- und Lackiererhandwerks bedeutet.

Im Zuge der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von 12 Euro sollen ab Oktober 2022 die Verdienstschwellen für geringfügige Beschäftigungen von 450 Euro auf 520 Euro im Monat angehoben werden. Doch in dem dazugehörigen Gesetzentwurf hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ein weiteres Vorhaben untergebracht, das in der Branche Kopfschütteln auslöst und in Anbetracht seiner Auswirkungen erheblich überrascht: Eine verschärfte Dokumentationspflicht der Arbeitszeiten soll zukünftig nicht nur für Minijobber, sondern für nahezu alle Beschäftigten gelten, die unter die Branchen des § 2a Abs. 2 Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz fallen. Alle Arbeitgeber der im Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz aufgeführten elf Branchen, zu dem auch das Bau- und Ausbaugewerbe mit dem Maler- und Lackiererhandwerk zählt, will Heil verpflichten, Arbeitsbeginn, -ende und -dauer „jeweils am Tag der Arbeitsleistung elektronisch und manipulationssicher aufzuzeichnen“ und die Daten digital zu speichern.

Bundesverband kritisiert die Dokumentationspflichtverschärfung scharf

Für die über 40.000 Maler- und Lackiererbetriebe in Deutschland, deren Beschäftigte auf wechselnden Baustellen arbeiten, heißt das: Um eine mobile Zeiterfassung werden sie nicht herumkommen. Für Mitarbeiter, die nicht freiwillig ihr privates Mobiltelefon zur Verfügung stellen, muss ein Mobilfunkvertrag nebst Smartphone angeschafft werden. Nur so können sie bei Ankunft auf der Baustelle den Beginn ihrer Arbeitszeit manipulationssicher und digital vermerken. Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz hat in einer Stellungnahme an das Bundesarbeitsministerium, zusammen mit der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, gegen das neue Bürokratiemonster protestiert: „Natürlich wehren wir uns nicht gegen eine korrekte Erfassung der Arbeitszeiten. Wir kritisieren aber, dass jedem Betrieb ungeachtet seiner Größe ein Verwaltungsapparat aufgezwungen wird, der nur mit erheblichen Kosten zu bewältigen ist“, so Hauptgeschäftsführer Mathias Bucksteeg.

Wissen kann Leben retten: EU-Notruftag am 11. Februar

41 Prozent der EU-Bürger wissen nicht, welche Nummer sie bei einem Notfall im europäischen Ausland wählen müssen. Deshalb hat die Europäische Kommission den 11. Febraur zum EU-Notruftag erklärt. Feuerwehren, Rettungsdienste und Notärzte machen am Aktionstag mobil, um die europäische Notrufnummer bekannter zu machen. Eine Befragung im Auftrag der EU-Kommission hat ergeben, dass noch immer 41 Prozent der Europäer nicht wissen, dass die 112 auch in anderen EU-Staaten gilt.

Seit 2008 ist die 112 der EU-Notruf. Auch wenn landeseigene Notrufnummern in einigen Ländern parallel existieren, funktioniert die 112 in allen EU-Mitgliedsstaaten – aus dem Festnetz und dem Mobilfunknetz. Und nicht nur dort: Schweiz, Norwegen, Russland und Israel haben die 112 übernommen, auch in Südafrika und Kanada funktioniert sie.

Das Wissen um die richtige Notrufnummer kann Leben retten. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall etwa muss es besonders schnell gehen, weil wichtige Nervenzellen im Gehirn absterben. Jede Minute, die vergeht, steigt das Risiko zu sterben oder einer lebenslangen Behinderung.

2019 – im Jahr vor der Pandemie – wurden in Deutschland 16 Millionen Notrufe ausgelöst, in der gesamten EU waren es 266 Millionen. 73 Prozent der Notrufe in Europa gehen mittlerweile von Mobilfunktelefonen ein.

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