Erneuter Anstieg der Ausbildungsverhältnisse am Bau

Der Bauausbildungsmarkt hat sich bundesweit auch im Ausbildungsjahr 2021/2022 positiv und damit deutlich besser als in anderen Branchen entwickelt. Das zeigen neueste Zahlen von SOKA-BAU, den Sozialkassen der Bauwirtschaft. Nachdem die neuen Ausbildungsverhältnisse bereits im vergangenen Jahr angestiegen sind, nahmen sie nun um 5,7 % gegenüber dem Vorjahr zu. Die Zahl aller Auszubildenden erhöhten sich um 2,3 %. Im vergangenen Jahr kam es – wohl bedingt durch die Corona-Pandemie – zu einem regelrechten Schlussspurt am Ausbildungsmarkt und viele Ausbildungsverhältnisse wurden noch im Oktober und November geschlossen. In diesem Jahr ist dies nicht zu erwarten.

Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit deuten ferner darauf hin, dass die angebotenen Ausbildungsplätze im Hoch- und Tiefbau weiter zugenommen haben. Das große Angebot an Ausbildungsstellen in der Bauwirtschaft ist auch eine Folge der von SOKA-BAU durchgeführten Ausbildungsförderung, die alle Baubetriebe an der Finanzierung der Ausbildung beteiligt und Ausbildungsbetriebe finanziell deutlich entlastet.

Aufgrund des hohen Fachkräftebedarfs der Baubranche und der dadurch bedingten hohen Zahl an Ausbildungsstellen bleiben allerdings relativ viele Ausbildungsstellen in der Bauwirtschaft weiterhin unbesetzt. Auf jeden gemeldeten Bewerber im Hoch- und Tiefbau kommen mehr als zwei Ausbildungsstellen.

Videokampagne zum “Tag des Brotes”

Ohne Nachwuchs geht es nicht, das weiß inzwischen jede Branche. Zum Welttag des Brotes am 16.Oktober macht das Bäckerhandwerk im Rahmen der Nachwuchskampagne „Back dir deine Zukunft“ in den sozialen Medien auf sich aufmerksam. Die zeitgemäßen Videos machen Lust auf die Berufe in dieser vielfältigen Branche mit Zukunft. Am 16. Oktober wird der Welttag des Brotes gefeiert, der auf das Grundnahrungsmittel Nummer Eins und zugleich wichtiges Kulturgut Brot aufmerksam macht. Mit über 3.000 Brotspezialitäten und 10.000 Handwerksbäckern ist Deutschland unangefochtener Spitzenreiter in Sachen Brot. In keinem anderen Land sind die Vielfalt und die Auswahl an den Bäckertheken für die Kunden größer.

Das Deutsche Bäckerhandwerk steht dabei nicht nur für Qualität, Regionalität und Genussmomente, sondern bietet auch spannende und vor allem krisenfeste Jobs mit Zukunft. Wie in allen Handwerksbranchen wird die Nachwuchsgewinnung zunehmend schwieriger. Fachkräfte werden dringend gebraucht, damit das backende Handwerk langfristig erhalten bleiben und mit Leben gefüllt werden kann. Um jungen Menschen das backende Handwerk im doppelten Wortsinn „schmackhaft“ zu machen, wurde bereits vor Jahren die Nachwuchskampagne „Back dir deine Zukunft“ ins Leben gerufen. Die jetzt neu produzierten Videos der Werbegemeinschaft des Deutschen Bäckerhandwerks inszenieren mit Augenzwinkern, wie spannend, sinnlich und abwechslungsreich die Handwerksberufe Bäcker/in und Fachverkäufer/in im Gegensatz zum drögen, stupiden Büroalltag sind. Mithilfe von witzigen Gegenüberstellungen wird gezeigt, welche Perspektiven die Berufe in Backstuben und Bäckereien den jungen Menschen eröffnen. Die Protagonisten sind dabei alle „vom Fach“ und zeigen authentisch und begeisternd ihren Berufsalltag im Bäckerhandwerk. So wird die zentrale Botschaft der Filme: „Du entscheidest, wie du deine Brötchen verdienen willst und was dich wirklich glücklich macht!“ emotional inszeniert. Die kurzen Clips werden in den sozialen Netzwerken ausgespielt, um die junge Zielgruppe in ihrem gewohnten medialen Umfeld zu erreichen.

Die Videos zur Kampagne:
www.youtube.com/watch?v=E2Ju4Jct_K0 (Beruf Bäcker/in)
www.youtube.com/watch?v=8Q5TnIWHVkI (Beruf Bäckereifachverkäufer/in)

Neuer Bußgeldkatalog: Halte- und Parkverstöße werden teuer

Es ist soweit: Der neue Bußgeldkatalog wurde nach vielen Streitigkeiten vom Bundesrat verabschiedet. Schon 2020 gab es den Versuch einer StVO-Novelle, doch dieser wurde aufgrund eines Formfehlers nicht angewendet. Da aber die Politik Radfahrer besser schützen und Sanktionen zur stärkeren Abschreckung erhöhen will, musste eine neue Version her. Diese wird voraussichtlich in drei Wochen in Kraft treten.

Im Schnitt werden die Bußgelder für die Geschwindigkeitsüberschreitungen mit dem neuen Bußgeldkatalog doppelt so teuer. So müssen Autofahrer, die bis zu 10 km/h zu schnell sind, innerorts künftig 30 Euro statt 15 Euro zahlen. Wer 16 bis 20 km/h zu schnell fährt, zahlt dann 70 Euro statt 35 Euro innerorts. Bei 41 km/h mehr sind es dann 400 statt 200 Euro. Zusätzliche Fahrverbote, die beim letzten Versuch der Novelle verabschiedet und anschließend wieder gekippt wurden, wird es im neuen Bußgeldkatalog nicht mehr geben. Verkehrsteilnehmer, die innerorts ein 30er-Schild übersehen, müssen den Führerschein also nicht mehr abgeben.

Zusätzlich zu den Geschwindigkeitsverstößen soll auch das Parken und Halten auf Geh- und Radwegen sowie das Halten in zweiter Reihe und auf Schutzstreifen teurer werden – was viele Handwerksbetriebe teuer zu stehen kommen kann: Bis zu 110 Euro können dafür zukünftig anfallen. So sollen künftig Radfahrer und andere schwächere Verkehrsteilnehmer besser geschützt werden. Bei diesen Verstößen gibt es aber noch eine weitere wesentliche Neuerung. Bisher ging man davon aus, dass von stehenden beziehungsweise parkenden Fahrzeugen keine Gefährdung oder Sachbeschädigung ausgehen kann. Das ändert sich mit dem neuen Bußgeldkatalog.

Insgesamt sehen einige Interessenverbände die neuen Regelungen zu Park- und Halteverstößen. Hauptvorwurf: Die Politik scheint den innerstädtischen Alltag mit seinem Lieferverkehr und der begrenzten Infrastruktur auszublenden. Der Online-Handel wächst stetig und Handwerker und Lieferanten werden aufgrund fehlender Alternativen zum Be- und Entladen deutlich unter den neuen Sanktionen leiden. Bleibt zu hoffen, dass durch eine großzügige Vergabe von kommunalen Ausnahmegenehmigungen Abhilfe geschaffen wird. (Quelle: CODUKA GmbH)

Neuzulassungen gehen weiter zurück

Mit 197.000 Pkw lagen die Neuzulassungen im September 25,7 Prozent unter dem Vergleichswert vom September 2020. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden damit im bisherigen Jahresverlauf 2,02 Mio. Pkw neu zugelassen, damit schließen die ersten 3 Quartale mit einem Minus von 1,2 Prozent. Im letzten Vorkrisen-Jahr waren es in den ersten drei Quartalen noch 2,74 Mio. Pkw und damit rund 720.000 Fahrzeuge mehr gewesen.

Lediglich die Oberklasse konnte bei den Zulassungen um 19,5 Prozent zulegen, allerdings bei einem Anteil von lediglich einem Prozent. Alternative Antriebe verzeichneten weiterhin gute Zuwächse. 33.700 Elektro-Pkw sorgten für ein Plus von 58,8 Prozent und 22.800 Plug-in-Hybride bewirkten ein Plus von 13,5 Prozent.

Nach Einschätzung des ZDK wird die Halbleiterproblematik auch weiterhin die Verfügbarkeit von Neufahrzeugen einschränken. Das wirkt sich auf den Gebrauchtwagenmarkt aus und auch hier wird das Angebot knapper. Im September wechselten 585.000 Pkw den Besitzer, 12 Prozent weniger als im gleichen Monat 2020. Im bisherigen Jahresverlauf wurden 5,15 Mio. gebrauchte Pkw verkauft, 1,8 Prozent weniger als im Vorjahr und fast 6 Prozent weniger als 2019.

Rund 5,4 Millionen Menschen im Handwerk tätig

Im Jahr 2019 waren in Deutschland im zulassungspflichtigen und zulassungsfreien Handwerk rund 5,4 Millionen Personen tätig. Darunter waren mehr als 4,1 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und etwa 701.600 geringfügig entlohnte Beschäftigte. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Ergebnisse der aktuellen Handwerkszählung vor wenigen Tagen weiter mitteilte, erwirtschafteten die rund 560.300 Handwerksunternehmen etwa 634 Milliarden Euro Umsatz.

Im Vergleich zu 2018 stieg die Zahl der tätigen Personen damit um 1,0 % (2018: rund 5,3 Millionen). Auch die Zahl der Handwerksunternehmen legte um 0,5 % zu (2018: rund 557.400). Der erzielte Umsatz stieg mit einem Plus von rund 27 Milliarden Euro zudem um etwa 4,5 %.

Die Unternehmen des Handwerks sind nach ihrem ausgeübten Gewerbe in sieben Gewerbegruppen gegliedert. Bezogen auf die Anzahl der Unternehmen, die tätigen Personen sowie den Umsatz war das Ausbaugewerbe die größte Gewerbegruppe. Dazu gehören beispielsweise Handwerksunternehmen der Bereiche Installation und Heizungsbau, Malerei und Lackiererei sowie Elektrotechnik. Im Jahr 2019 erwirtschafteten im Ausbaugewerbe mehr als 230.400 Handwerksunternehmen mit rund 1,5 Millionen tätigen Personen etwa 172 Milliarden Euro Umsatz.

Die kleinste Gewerbegruppe war das Gesundheitsgewerbe. Hier waren rund 207.400 Personen in etwa 19.700 Handwerksunternehmen tätig und erzielten rund 17,5 Milliarden Euro Umsatz. Besonders relevante Gewerbezweige in dieser Gruppe sind Unternehmen der Zahntechnik, Augenoptik und Orthopädietechnik.

Die Handwerke für den privaten Bedarf sind am stärksten von kleinen Unternehmen geprägt. Dazu gehören beispielsweise Friseur-, Textilreinigungs- oder Steinmetzunternehmen. Gemessen an der Zahl der Handwerksunternehmen bildeten sie mit rund 87.200 Unternehmen die zweitgrößte Gewerbegruppe. Die Unternehmen der Handwerke für den privaten Bedarf hatten durchschnittlich 4 tätige Personen je Unternehmen und etwa 47.500 Euro Umsatz je tätige Person. Zum Vergleich: Im Handwerk insgesamt waren durchschnittlich 10 Personen je Unternehmen tätig und es wurden rund 117.600 Euro Umsatz je tätige Person erwirtschaftet.

Heimisches Kfz-Gewerbe lädt zum Lichttest ein

Der Herbst ist da: Die Dämmerung setzt von Tag zu Tag früher ein. Das Wetter wird unbeständiger. Es ist also Zeit für alle Autofahrer ihre Beleuchtung zu checken, damit sie jederzeit gute Sicht haben und von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden. Aus diesem Grund rufen auch in diesem Jahr wieder das KFZ-Gewerbe im Bereich der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland und die Landesverkehrswacht NRW zum Licht-Test auf – zum 65. Mal.  Durchgeführt wird er den gesamten Oktober lang in KFZ-Betrieben. Defekte Lichtanlangen, auch die von Nutzfahrzeugen, werden so entdeckt und können in der Regel kostenlos behoben werden. Nur notwendige Ersatzteile und aufwändige Einstellarbeiten müssen bezahlt werden.

Innenminister Herbert Reul, KFZ-Gewerbe-Präsident Frank Mund sowie der Vizepräsident der Landesverkehrswacht NRW Klaus Voussem machen sich in NRW für die Aktion stark und rufen zur Teilnahme auf. „Wer in der dunklen Jahreszeit sicher unterwegs sein möchte, sollte den kostenlosen Licht-Test in Anspruch nehmen“, rät Reul. Die Ergebnisse des letzten Jahres waren ähnlich unzufriedenstellend wie die der vergangenen Jahre: 32,2 Prozent der vorgeführten PKW in NRW wiesen Mängel auf. Falsch eingestellte Hauptscheinwerfer waren das Hauptproblem. 10,5 Prozent waren zu hoch, 9 Prozent zu tief eingestellt. „Die Anzahl ist zu hoch für ein Problem, das sich so leicht lösen lässt“, so Reul.

Wie der Licht-Test genau abläuft, erklärt Frank Mund: „Es werden acht Bestandteile der Fahrzeugbeleuchtung auf Funktion und richtige Einstellung überprüft. Bereits eine minimale Abweichung von den Herstellervorgaben führt bei modernen Beleuchtungsanlagen zu schlechter Straßenausleuchtung und einer Blendung mit Gefährdung von anderen Verkehrsteilnehmern. Die einwandfreie Lichtanlage wird mit der Licht-Test-Plakette belohnt. Die Plakette ist auch der Polizei bekannt und sorgt bei Verkehrskontrollen in der Regel für ‘freie Fahrt’.“

Auch Klaus Voussem appelliert an die „Einäugigen“ und „Blender“ durch einen kurzen Besuch in der Werkstatt die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen. „Damit möglichst viele auf den Licht-Test aufmerksam werden, machen unsere örtlichen Verkehrswachten mit Spannbändern an Straßen und über ihre zur Verfügung stehenden Kanäle darauf aufmerksam.“ Da Verkehrssicherheit auch von sehen und gesehen werden abhängt, rät er gleichzeitig allen anderen Verkehrsteilnehmern – vom Fußgänger bis hin zum Motorradfahrer – sich in der dunklen Jahreszeit mit heller, besser noch mit reflektierender Kleidung auszurüsten.

Welche KFZ-Betriebe sich an der Licht-Test-Aktion beteiligen, erfahren Interessierte in der Werkstattsuche unter www.licht-test.de. Im Vorfeld sollte ein Termin vereinbart werden.

 

Zukunftsdialog “Malerhandwerk 2040” gestartet

Die Herausforderungen für das Maler- und Lackiererhandwerk werden in den nächsten zwanzig Jahren zunehmen. Nachwuchs- und Fachkräftemangel, Betriebsnachfolge und zeitgemäße Ausbildungsinhalte, ein hoher Investitionsbedarf durch die beschleunigte Digitalisierung, neue Kundenbedürfnisse – Fragen zu gesellschaftlichen Trends, Märkten und Technik sind die zentralen Handlungsfelder des Zukunftsdialogs “Malerhandwerk 2040”, den der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz mit rund 1.000 Betrieben gestartet hat.

“Wir möchten über wichtige Herausforderungen der Zukunft sprechen, die das Maler- und Lackiererhandwerk in den nächsten zwanzig Jahren beschäftigen werden. Wir wollen, dass unsere Betriebe zukunftsfähig werden und frühzeitig auf Trends reagieren können”, erklärt Mathias Bucksteeg, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes.

Im Rahmen des Zukunftsdialogs nehmen die Betriebe an einer sogenannten “Delphi”-Befragung teil. In zwei Befragungsrunden werden sie Thesen über die Zukunft des Handwerks bewerten und diskutieren. “Die letzten großen Delphi-Studien wurden im Logistik- und Bankensektor sowie in der Energiewirtschaft durchgeführt und haben wichtige Zukunftsimpulse ausgelöst”, so Bucksteeg. Die Befragungen werden zusammen mit dem renommierten Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt. Endergebnis werden Szenarien sein, die im März 2022 im Rahmen der Messe Farbe, Ausbau und Fassade in München vorgestellt werden.

Der Handwerk-Song ist fertig

Übermorgen ist es soweit: der Handwerk-Song ist fertig und ertönt pünktlich zum Tag des Handwerks 2021 am 10. September in der Öffentlichkeit. Mit dem Handwerk-Song werden zwei wichtige Kampagnenziele verfolgt: Zum einen soll der Song Stolz und Gemeinschaftsgefühl in der Handwerkerschaft stärken. Zum anderen soll der Song in der breiten Öffentlichkeit bekannt und erfolgreich werden, damit die Botschaft viele und vor allem junge Menschen erreicht.

Der Handwerk-Song mit dem Titel „Was für immer bleibt“ wird am 10. September 2021 zusammen mit einem offiziellen Musikvideo veröffentlicht. Der Song kann ab diesem Tag auf allen gängigen Musikplattformen, wie Spotify, Amazon Music, Apple Music, Deezer oder auch YouTube Music, angehört (“gestreamt”) und je nach Plattform und Abonnement auch heruntergeladen werden. Damit ist der Handwerk-Song auf allen wichtigen Plattformen vertreten, auf denen Musik heutzutage konsumiert wird. Über die kostenfreien Basis-Mitgliedschaften bei den Streamingdiensten ist er damit für möglichst viele Menschen entgeltfrei zugänglich. Musikliebhaber, die nicht streamen, können den Song über verschiedene Anbieter (z. B. Apple Music, Amazon Music, etc.) als MP3-Datei zum Download erwerben. Das Musikvideo ist zeitgleich vom 10. September an auf dem YouTube-Kanal der Handwerkskampagne abrufbar. Damit steht der Song samt Video auch für Jedermann kostenlos und unabhängig von Mitgliedschaften bei Streamingdiensten online zur Verfügung.

Botschaft des Handwerk-Songs
Der Song „Was für immer bleibt“ beschreibt die besondere Haltung und den inneren Antrieb von Handwerkerinnen und Handwerkern, die durch ein gemeinsames Lebensgefühl miteinander verbunden sind. Sie suchen nicht nach einem Sinn im Leben, sie erschaffen ihn, Tag für Tag. Darauf sind sie stolz. Das macht sie geerdet und erfüllt. Sie wollen anpacken, mitgestalten und etwas bewegen. Sie wissen, was sie tun. Und was sie tun, das bleibt. Dies ist allen 5,6 Millionen Handwerkerinnen und Handwerkern gemein, ob im Norden, Süden, Osten oder Westen der Republik, ob am Bau, in der Backstube, im Mode-Atelier oder der Werkstatt.

So ist dieser Handwerk-Song ein musikalisches Denkmal für alle Handwerkerinnen und Handwerker, die täglich einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren des Alltags leisten. Ihre Leistung wurde während der Corona-Pandemie noch einmal besonders deutlich, als das Handwerk das Land mit am Laufen hielt, während viele anderen Bereiche stillstanden und halb Deutschland sich ins Homeoffice zurückzog.

 

Neue Handlungshilfe der BG Bau für Aufräumarbeiten nach Hochwasser

Seit Wochen werden die Hochwasserschäden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz beseitigt. Häuser, Straßen und Infrastruktur werden wieder aufgebaut. Prognosen gehen davon aus, dass die Arbeiten noch Monate dauern werden. Für die haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte vor Ort gibt es besondere Gefahren, beispielsweise durch nicht befestigte Erdlöcher, ausgelaufene Gefahrstoffe oder unterspülte Häuser und Straßen. “Der Wiederaufbau läuft auf Hochtouren. Allerdings ist besondere Vorsicht geboten. Denn einsturzgefährdete Gebäude oder Erdrutsche können für die Helfenden lebensgefährlich sein”, sagt Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG Bau. “Die Baufirmen arbeiten in den Überschwemmungsgebieten unter erschwerten Bedingungen. Wichtig ist, dass die Aufbauhelfer mögliche Gefahren kennen und sich schützen.”

Was bei Bauarbeiten in den Schadensgebieten zu beachten ist, hat die BG Bau in einem neuen Handlungsleitfaden zusammengefasst. Er enthält allgemeine Verhaltensgrundlagen und Hinweise zu den besonderen Gefahren für Tätigkeiten im Katastrophengebiet. Anhand von Checklisten können Unternehmen für den Einsatz vor Ort geeignete Schutzmaßnahmen festgelegen. “Die Umgebungsbedingungen in den Notfallgebieten sind sehr komplex. Trotz Zeitdruck braucht es eine gute Vorbereitung, damit beim Arbeitseinsatz niemand zu Schaden kommt. Unsere Handlungshilfe soll dabei unterstützen, die richtigen Schutzmaßnahmen zu ergreifen”, sagt Arenz.

Auf einer Sonderseite “Unterstützung bei der Hochwasserkatastrophe” bietet die BG Bau neben dem neuen Handlungsleitfaden zahlreiche weitere Arbeitsschutzmedien für die spezifischen Bedingungen beim Wiederaufbau in den Hochwassergebieten an. Unter anderem stehen hier Informationen zum Umgang mit Gefahrstoffen sowie mit Elektrizität und elektrischen Versorgungsleitungen zur Verfügung. Außerdem gibt es Hinweise zur persönlichen Schutzausrüstung sowie zu den Themen Abbruch, Absturzsicherung und Erdarbeiten.

EDEKA-Campus größte Baumaßnahme seit 20 Jahren

Die neue Unternehmenszentrale der EDEKA Minden-Hannover kann gebaut werden: Die Stadtverwaltung Minden hat nunmehr die Baugenehmigung offiziell erteilt. Damit steht dem „EDEKA-Campus”, der künftig den bestehenden EDEKA-Bürokomplex aus dem Jahr 1964 ersetzen soll, nichts mehr im Weg. Das bisherige Gebäude ist in den Jahrzehnten des Wachstums deutlich zu klein geworden. Deshalb unterhält das Unternehmen heute allein in Minden insgesamt zwölf Standorte. Ziel ist es, diese ab 2024 auf dem neuen Campus zwischen Wittelsbacherallee und Hahler Straße zusammenzuführen. Dafür investiert die Regionalgesellschaft rund 150 Millionen Euro.

„Der Bau unserer neuen Unternehmenszentrale ist ein klares Bekenntnis zu Minden, wo vor mehr als 100 Jahren die Wiege unserer Genossenschaft stand. Mit unserem neuen ‚EDEKA-Campus‘ werden wir genau hier die Grundlage für unsere weiterhin erfolgreiche Zukunft legen”, konstatiert Mark Rosenkranz, Vorstandssprecher der EDEKA Minden-Hannover. „Es liegt viel Arbeit vor uns. Deshalb werden wir noch im September den offiziellen Startschuss für die Bauarbeiten geben.”

Rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden künftig in dem 55.000 Quadratmeter großen EDEKA-Campus ihren Arbeitsplatz haben. Der Neubau selbst besteht aus fünf quadratischen, viergeschossigen Gebäuden, die durch eine Magistrale verbunden sind. Auf dem Gelände sind auch ein Parkhaus, Fahrradparkplätze, ein Wirtschaftsgebäude sowie Grünflächen geplant. Die dafür erforderlichen Abrissarbeiten der ehemaligen Lagerhallen auf dem rund 123.000 Quadratmeter großen Gelände sind weitgehend abgeschlossen. Rund 90.000 Tonnen Bauschutt mussten abgetragen und zerkleinert werden. Bis zu zehn Bagger waren dafür monatelang im Einsatz.

Nach Aussagen der Stadtverwaltung Minden handelt es sich beim Campus-Neubau um eine der größten geplanten Baumaßnahmen der vergangenen 20 Jahre. „Nur der Neubau des Klinikums war ähnlich umfassend”, macht der Beigeordnete für Städtebau und Feuerschutz, Lars Bursian, die Dimension des Antrags für die neue Unternehmenszentrale der EDEKA Minden-Hannover deutlich. Das Unternehmen hatte am 5. März 2021  den Bauantrag – bestehend aus insgesamt 72 Aktenordnern – im Bereich Bauen und Wohnen der Stadtverwaltung eingereicht. Acht identische Sätze wurden für die notwendige Beteiligung der anderen Dienststellen und Behörden geliefert. Es gab zwei Anträge: einen für den barrierefreien Neubau der Unternehmenszentrale mit Nebengebäuden und einen für das Parkhaus mit Fahrrad-Parkhaus. Die Genehmigung für das Parkhaus ist in der abschließenden Bearbeitung, sie kann laut Stadtverwaltung in Kürze erteilt werden.

„Nur knapp sechs Monate an Bearbeitungszeit haben wir dank der sehr guten Vorbereitung durch die Architekten, Fachingenieure und die EDEKA-Bauabteilung sowie der insgesamt professionellen Zusammenarbeit für die Genehmigung benötigt”, so Bursian. Interne Dienststellen, wie die Stadtplanung, die Berufsfeuerwehr und der Bereich Abwasser und Straßen der Städtischen Betriebe, sowie externe wie das Kreis-Umweltamt, das Kreis-Gesundheitsamt (wegen des geplanten Kantinenbetriebes), das Wasser-und Schifffahrtsamt Mittellandkanal/Elbe-Seitenkanal (WSA) und die Mindener Kreisbahn (MKB) mussten beteiligt werden.

„Zu den Unterlagen gehörten neben einem Lärmschutzgutachten, einer Umweltverträglichkeits-Vorprüfung, einem Brandschutzkonzept und einem Barrierefrei-Konzept auch ein eingereichter Verkehrsplan für die Erschließung des Geländes von der Hahler Straße aus, sodass auch die Verkehrsbehörde der Stadt miteinbezogen werden musste”, berichtet Bursian weiter. Hierzu wurde ein Erschließungsvertrag geschlossen, da die Einfahrt zu einem Knotenpunkt umgebaut wird – mit weiteren Spuren im Verkehrsraum.

Mehr als 200 neue Fachkräfte im Wittekindsland

Nachdem vor wenigen Tagen auch die Dachdecker-Innung Herford die Lossprechung ihrer vormaligen Azubis vorgenommen hat, steht fest: Mehr als 200 neue Fachkräfte in zwölf Handwerksbereichen haben seit Juni ihre Gesellenbriefe überreicht bekommen. 38 von ihnen bestanden die Prüfungen mit Auszeichnung – vorrangig die Zimmerer im Mühlenkreis (7 von 13) und die Dachdecker der Herforder Innung (8 von 17).

Über die meisten Gesellinnen und Gesellen kann sich das Tischlerhandwerk freuen: 43 bestanden die Prüfungen (29 in Lübbecke und Minden, 14 in Bünde). Im Maler-Handwerk bestanden 29 Prüflinge (MI-LK: 12, HF: 17) gefolgt vom Friseur-Handwerk 27 Prüflinge (MI-LK: 14, HF: 13). Mit jeweils 22 neuen Fachkräften können das SHK-Handwerk und das Kfz-Handwerk (jeweils MI-LK: 16, HF: 6) aufwarten.

Mehr neue Azubis im Wittekindsland

Die neuesten Zahlen zu den Ausbildungsverhältnissen in der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland liegen vor: Laut Handwerkskammer stieg hier bis zum 31. Juli 2021 die Zahl der Ausbildungsverträge um 2,7 Prozent auf 561. Für den Kammerbezirk Ostwestfalen-Lippe ist hingegen ein Minus von 1,0 Prozent zu verzeichnen auf 2.574 (-26).

Doch auch im Wittekindsland scheint nicht nur die Sonne: Während für den Kreis Herford ein Plus von 17,7 Prozent auf 283 zu verzeichnen ist, ging im Kreis Minden-Lübbecke die Zahl der Ausbildungsverhältnisse um 5,7 Prozent auf 371 zurück. Aus Sicht der Kreishandwerkerschaft hat sich im Mühlenkreis stärker ausgewirkt, dass im Corona-Jahr die direkte Ansprache von Schulabgehenden – beispielsweise auf Berufemessen und Ausbildungsplatzbörsen – nahezu unmöglich war. Zugleich wirkt sich hier aus, dass es über alle Wirtschaftszeige hinweg ein Ausbildungsangebot gibt, das die Nachfrage weit übersteigt. Es fehlt unterm Strich einfach an einer aureichenden Zahl Bewerberinnen und Bewerber…

 

Kfz-Gewerbe startet Social Media-Kampagne zur Bundestagswahl

Um seinen Forderungen an eine zukünftige Bundesregierung Nachdruck zu verleihen, startet der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) eine Kampagne auf Twitter und Facebook. Damit sollen die Positionen der überwiegend kleinen und mittelständischen Autohäuser und Werkstätten gegenüber den Wählerinnen und Wählern und der Politik klar und deutlich kommuniziert werden. “Wir wollen informieren, wie sich politische Entscheidungen bei der Bundestagswahl 2021 auf den ökonomischen, technischen und digitalen Wandel im Kfz- und Verkehrssektor auswirken”, erklärt Arne Joswig vom ZDK-Vorstand.

Die Inhalte der Social Media-Kampagne stützen sich auf den fünfseitigen Forderungskatalog, den der ZDK bereits im Frühjahr veröffentlicht hat. Schwerpunkte sind die Reduzierung von CO2-Emissionen durch E-Fuels und Biokraftstoffe, die Förderung aller Alternativen Antriebsarten sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur und der nachhaltigen Energieerzeugung. Ein weiteres Themenfeld umfasst die Digitalisierung der Kfz-Branche, sprich Stärkung der digitalen Infrastruktur, digitale Fahrzeugzulassung im Autohaus und offener, diskriminierungsfreier Zugang zu Fahrzeugdaten. Wichtig sind dem ZDK auch das Miteinander und die individuelle Mobilität der Verkehrsteilnehmer:innen. Dazu gehören der Erhalt des innerstädtischen Verkehrs und der Verzicht auf ein striktes Tempolimit auf Autobahnen.

Unter dem Hashtag #unbegrenztmobil erscheinen bis zum Wahltermin am 26. September Grafiken, Bilder, Videos und Interaktionsbeiträge auf den ZDK-Kanälen facebook.com/kfzgewerbe und twitter.com/kfzgewerbe. Die Nutzer:innen werden in den Postings gezielt nach ihrer Meinung gefragt und so zur Interaktion und zum Austausch mit dem ZDK motiviert. Begleitet wird die Kampagne von vier Interviews mit Bundestagsabgeordneten, die sich den Fragen des Kraftfahrzeuggewerbes stellen. Die Interview-Reihe ist auf dem YouTube-Kanal des ZDK zu finden. Außerdem steht ein Podcast aus der Reihe ProMotor zur Verfügung, in dem Dr. Christoph Konrad, Leiter des ZDK-Hauptstadtbüros, die politische Arbeit des Verbandes und dessen Forderungen zur Bundestagswahl erklärt.

Überaus starker Rückgang bei neuen Ausbildungsverträgen

Die Corona-Krise hat zu einem bislang einzigartigen Rückgang der Zahl neuer Ausbildungsverträge geführt: Insgesamt haben im Jahr 2020 nur 465 700 Personen in Deutschland einen Ausbildungsvertrag in der dualen Berufsausbildung abgeschlossen. Nach endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren das 47 600 oder 9,3 % weniger als im Jahr 2019. Der größte prozentuale Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1977 zeigt damit einen deutlichen Effekt der Corona-Krise auf den Ausbildungsmarkt.

“Die Zahl der Neuverträge befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Noch nie seit Beginn der Statistik vor über 40 Jahren hat es in einem Jahr weniger als 500 000 neue Azubis gegeben”, sagt Rotraud Kellers aus dem für die Berufsbildungsstatistik zuständigen Referat im Statistischen Bundesamt. “Besonders deutlich gingen die Neuabschlüsse im Gast- und Verkehrsgewerbe zurück, also in sehr stark von den Corona-Maßnahmen betroffenen Branchen. Aber es gab auch positive Entwicklungen im handwerklichen Bereich”, so Kellers.

Handwerk insgesamt weniger betroffen als Industrie und Handel

Im Ausbildungsbereich Industrie und Handel, zu dem auch das Gast- und Verkehrsgewerbe gehört, sank die Zahl der Neuabschlüsse im Jahr 2020 am stärksten (-36 000, -11,9 %). Besonders betroffen waren Branchen, die von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie äußerst stark belastet wurden: Die größten Rückgänge gab es bei den Berufen Hotelfachmann/-frau (-2 530, -31,0 %), Koch/Köchin (-1 540, -19,8 %) und Tourismuskaufmann/-frau (-990, -61,1 %).

Im Ausbildungsbereich Handwerk fiel der Rückgang deutlich geringer aus (-9 000, -6,5 %). Hier verzeichnete der Beruf Friseur/-in den stärksten Rückgang (-1 700, -18,6 %), während die Berufe Dachdecker/-in (+130, +3,9 %), Zimmerer/-in (+470, +11,7 %) und Zweiradmechatroniker/-in (+90, +13,1 %) sogar leicht zulegen konnten. Rückgänge gab es auch in den Bereichen Freie Berufe (-2 500, -5,6 %) und Öffentlicher Dienst (-490, -3,3 %). Lediglich im Bereich Landwirtschaft gab es insgesamt einen leichten Zuwachs (+450, +3,5 %).

Warnung vor “Rip-Deals”

Die Betrugsmasche “Rip-Deals” ist inzwischen auch in OWL angekommen, weiß die Handwerkskammer OWL. Denn es gibt bereits Geschädigte. Sie warnt davor, Betrügern mit Auftragsoptionen auf den Leim zu gehen. Unter dem Begriff „Rip-Deal“ sind Betrugsdelikte zu verstehen, die alle nach einem bestimmten Muster ablaufen und deren Opfer in der Regel kleine und mittelständische Unternehmen sowie Handwerksbetriebe sind. Die Vorgehensweise ist auch unter dem Namen „Mailänder Betrugsmasche“ bekannt. Bei dem betrügerischen Vorgehen geben die Täter zumeist vor, im Auftrag eines Investors zu handeln und stellen dem Unternehmen einen größeren Auftrag in Aussicht. Für die Vermittlung des Auftrags fordern die angeblichen Vermittler eine hohe Provision als Vorauszahlung zumeist in bar.

Durch das professionell wirkende Vorgehen und das augenscheinliche Fachwissen wird der Eindruck vermittelt, dass es sich tatsächlich um seriöse Interessenten handelt. Die Handwerkskammer rät dazu, stets die Personenangaben von Interessenten genauestens zu prüfen und niemals unter Zeitdruck Geschäfte abzuschließen. Höchste Alarmstufe besteht, wenn die Geschäftsabwicklung im Ausland stattfinden soll. Betroffene sollten Anzeige erstatten, auch wenn sie noch nicht geschädigt sind.

Gesucht: Bautrockner für Unwetter-Katastrophengebiet

Die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld (HWK) und die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK)  rufen ihre Mitgliedsunternehmen dazu auf, Bautrockner für die von der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen betroffenen Gebiete zu spenden. Der Mangel an Bautrocknungsgeräten sei laut übermittelten Informationen der Staatskanzlei NRW in den betroffenen Regionen derart akut, dass sehr viele zusätzliche Geräte in den Schadensgebieten benötigt werden.

Die Handwerksorganisation und die IHK haben dafür bereits entsprechende Sammelstellen bei der Heinrich Grotemeier GmbH in Bielefeld und Bünde sowie der Feuerwehr in Paderborn organisiert. Die Meldung über verfügbare Geräte erfolgt dann durch HWK und IHK an eine zentrale Stelle des NRW-Innenministeriums. Der bedarfsorientierte Transport der Geräte von den Sammelpunkten in die Hochwasserschadensgebiete wird abschließend vom Land organisiert. Ansprechpartner für die Spendenaktion der Bautrockner ist bei der HWK Heinz-Rüdiger Wulfmeyer (Tel. 0521 5608-412).

Fotoaktion im Vorfeld des Tags des Handwerk

Die Handwerkskammer OWL hat alle im Handwerk Tätigen wie auch alle Auszubildenden in OWL aufgefordert, an der Fotoaktion „Wir tun, was bleibt – (D)ein Blick ins Handwerk“ teilzunehmen. Wichtig ist dabei für die Handwerksorganisation der Bezug jedes Fotos zu einem Handwerk und zur eigenen Tätigkeit. Bei der Fotoaktion handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt anlässlich des bundesweiten 11. Tags des Handwerks am 18. September 2021. Die Handwerkskammer hofft nunmehr auf Bilder, die das Gefühl aus einer sinnhaften Tätigkeit widerspiegeln.

Hochzuladen sind die Bilder bis einschließlich Sonntag, 15. August 2021, auf der Aktionsplattform handwerk.de/tdh. Die eingereichten Fotos werden vom 18. September an zusammen mit einer kurzen Bildbeschreibung in einer großen Fotogalerie auf handwerk.de veröffentlicht. Besucherinnen und Besucher sollen so einen besonderen Einblick in die Vielfalt und Bedeutung des Handwerks erhalten.

Flutkatastrophe: Das Handwerk hilft Handwerkern

Die Hochwasserkatastrophe in Deutschland hat viele Menschenleben gekostet, Mitbürgerinnen und Mitbürgern unendlich großes Leid gebracht und Menschen in existenzielle Not gestürzt. Schwer getroffen sind auch viele Handwerkerinnen und Handwerker, Betriebe mit ihren Beschäftigten und Auszubildenden mit dem Verlust oder schweren Schäden an Werkstätten, Maschinen, Material, Fuhrpark oder Geschäftsräumen. Dabei werden jetzt mehr denn je anpackende Hände und Unterstützung gebraucht.

Während es zunächst darum geht, schnelle Unterstützung für das Notwendigste zu leisten, ist auch eine langfristige Hilfe unentbehrlich, um zerstörte Handwerksunternehmen wieder aufzubauen und ans Laufen zu bekommen, denn an ihnen hängen nicht nur die Existenzen der Unternehmer, sondern auch die der Beschäftigten und deren Familien ab. Koordiniert über den Landesverband der Kreishandwerkerschaften NRW lassen sich  Unterstützungsangebote melden, die dann direkt an die Kreishandwerkerschaften in den betroffenen Regionen weitergeleitet werden. Gefragt sind nicht nur kurzfristige Hilfen, sondern auch Angebote, die den in der Hochwasserregionen betroffenen Handwerksunternehmen helfen sollen, durchzuhalten und einen Neustart zu schaffen:
• Können Maschinen, Geräte oder Materialien zur Verfügung gestellt werden, damit der Handwerksbetrieb weiterarbeiten kann?
• Besteht die Möglichkeit, Werkstattkapazitäten zur Verfügung zu stellen, damit bestehende Aufträge noch abgearbeitet werden können?
• Wurde gerade die Laden- oder Saloneinrichtung erneuert und kann somit die alte, aber noch funktionsfähige Ausstattung gespendet werden?
• Auch die logistische Unterstützung durch die Zurverfügungstellung von Firmenfahrzeugen für den Transport ist willkommen.

In einem Formular auf der Homepage des Landesverbandes der Kreishandwerkerschaften NRW können Hilfsangebote eingestellt werden. Die Hilfsangebote sind Spenden und bedingungslos. Die Hilfeempfänger müssen davon ausgehen, dass für sie bei der Inanspruchnahme keine Kosten entstehen.

Kirchturm-Denken gibt es bei den Kreishandwerkerschaften in NRW in einer solchen Notsituation nicht. Auch die Handwerksbetriebe in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz können und sollen selbstverständlich die Unterstützung annehmen. Wer helfen will, aber keine Sachspenden oder Hilfsleistungen anbieten kann oder schnelle Hilfe leisten will, der kann natürlich auch Geld spenden. Die Kreishandwerkerschaften haben bewusst darauf verzichtet, ein eigenes Spendenkonto einzurichten, sondern empfehlen die Verwendung der bereits bestehenden Konten für die Nothilfe – entweder die der verschiedenen Hilfsorganisationen oder direkt die regionalen Spendenkonten.

So hat die Handwerkskammer zu Köln stellvertretend für die Handwerkskammern in allen betroffenen Regionen ein Spendenkonto eingerichtet, um die in Not geratenen Handwerksbetriebe gezielt zu unterstützen:

Spendenkonto: Sparkasse KölnBonn
Empfänger: Handwerkskammer zu Köln
IBAN: DE63 3705 0198 1902 5913 28 BIC: COLSDE33XXX
Stichwort: Hochwasserhilfe „Handwerk hilft“
Zusammen mit den Handwerksorganisationen in den anderen betroffenen Regionen wird sich die Handwerkskammer zu Köln um eine Verteilung der Mittel kümmern. Für die steuerliche Anrechenbarkeit einer solchen Spende ist der Überweisungsbeleg ausreichend.

Darüber hinaus gibt es mehrere weitere Spendenkonten:

Aktion Deutschland Hilft | www.aktion-deutschland-hilft.de

IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30
BIC: BFSWDE33XXX,
Bank für Sozialwirtschaft
Spenden-Stichwort: Hochwasser Deutschland

Caritas International | https://www.caritas-international.de/spenden/online/fluten-deutschland

Caritas international

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
BIC: BFSWDE33KRL
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe

Deutsche Rote Kreuz (DRK) | https://www.drk.de/hochwasser

Online, verschiedene Zahlungsmethoden

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von privaten Spendenkationen, z. B. von Zeitungen und Radiosendern auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. 

Spenden für Flutopfer auf regionaler Ebene:

Kreis Euskirchen: Hotline für Hilfsangebote: 02251/15910; offizielles Spendenkonto: IBAN: DE20 3825 0110 0001 0000 17 (Stichwort „Spende Hochwasser“)

Rhein-Sieg-Kreis
: Hilfsangebote: rhein-sieg-kreis.de/flut2021 oder unter 02241/136252; offizielle Spendenkonten: DE54 3705 0299 0001 0694 48 oder DE78 3706 9520 1109 6900 11 (Stichwort „Flut 2021“)

Rhein-Erft-Kreis
: Offizielles Spendenkonto: DE72 3705 0299 0142 0012 00 (Stichwort „Hochwasserhilfe“)

Stadt Erftstadt: Offizielles Spendenkonto: DE20 3705 0299 0190 2794 24 (Stichwort „Hochwasser“); Hinweis: Die Stadt Erftstadt bittet anstelle von Sachspenden um Geldspenden

Kreis Heinsberg
: Offizielles Spendenkonto: DE71 3125 1220 0000 0315 00 (Stichwort „Fluthilfe“)

Kreis Ahrweiler:  Offizielles Spendenkonto: DE86 5775 1310 0000 3394 57 (Stichwort: „Hochwasser“)

Spendenaktion für Innungsbäcker gestartet

Aufgrund der katastrophalen Situation in den überfluteten Gebieten im Westen Deutschlands startet der Zentralverband des Bäckerhandwerks eine Spendenaktion. Unter dem Motto „Bäcker helfen Bäckern“ sollen Innungsbetriebe auf diesem Weg schnell und unbürokratisch finanzielle Unterstützung bekommen.

Die Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands nimmt für viele Innungsbäcker in den Krisenregionen zum Teil existenzbedrohende Ausmaße an. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks ruft deshalb gemeinsam mit den Bäckerinnungsverbänden Rheinland, Südwest und Westfalen-Lippe zu einer großen Spendenaktion auf. Mit dieser Spendenaktion sollen die Innungsbäcker, die durch die Flut besonders betroffen sind, schnell und unbürokratisch unterstützt werden: Bäcker helfen Bäckern! Betroffene Innungsbäcker können sich ab sofort an ihren Landesinnungsverband wenden.

„Wir rufen die Betriebe des Bäckerhandwerks dazu auf, die Aktion mit einem finanziellen Beitrag zu unterstützen. Auch Innungen und Zulieferer können sich individuell an dieser Spendenaktion beteiligen. Helfen Sie den Kollegen in der Not!“, appelliert Michael Wippler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks e.V.

Spendenkonto: Karl-Grüßer-Unterstützungsverein des Deutschen Bäckerhandwerks

IBAN: DE80 3806 0186 5602 7720 22

BIC:GENODED1BRS

Bank: Volksbank Bonn Rhein-Sieg

Stichwort: Bäcker helfen Bäckern – Flutkatastrophe 2021

Eine Spendenbescheinigung stellt der Karl-Grüßer-Unterstützungsverein des Deutschen Bäckerhandwerks anschließend für alle Spender aus. Spender sollten dafür im Verwendungszweck ihre vollständige Adresse nennen.

Sonderimpfaktion für Handwerksbetriebe

Die Kreishandwerkerschaft Wittekindsland ruft gemeinsam mit der Handwerkskammer OWL alle Handwerksbetriebe in den Kreisen Herford und Minden-Lübbdecke dazu auf, sich an der jetzt gestarteten Sonderimpfaktion gegen das Corona-Virus zu beteiligen. Für weitere Informationen zu den jeweiligen Zeitrahmen, Orten und dem generellem Ablauf der Sonderimpfaktion können sich interessierte Betriebe bei der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland per E-Mail melden.

Arbeitsunfall: Mann stürzt von Baugerüst

Bei einem Arbeitsunfall am Montagnachmittag in der Marienstraße in Minden hat sich ein 36 Jahre alter Mann schwere Verletzungen zugezogen. Dieser hatte sich laut Polizeibericht gegen 15.50 Uhr zusammen mit einem Arbeitskollegen in etwa sechs Metern Höhe auf dem Baugerüst an einem Neubau befunden, als er eine Rigipsplatte in die Tiefe werfen wollte. Dabei geriet der Mindener offenbar mit der Hüfte gegen das Geländer, das daraufhin nachgab. Der 36-Jährige stürzte in die Tiefe. Rettungskräfte, darunter ein Notarzt, brachten ihn mit schweren Verletzungen in das Mindener Johannes-Wesling-Klinikum. Zusätzlich setzten die Leitstellenbeamten das Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz über den Sachverhalt in Kenntnis.

 

Bäckerhandwerk blickt positiv in die Zukunft

Die Strukturzahlen des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks für 2020 zeigen, dass die Corona-Pandemie nicht spurlos an den Betrieben vorbeigegangen ist. Die Branche hofft deshalb, in diesem Jahr wieder auf Wachstumskurs gehen zu können. Dazu müssen allerdings die wirtschaftlichen Weichen richtig gestellt sein.

Das Jahr 2020 war aufgrund der Corona-Pandemie in jeder Hinsicht ein Ausnahmejahr, das auch im Bäckerhandwerk Spuren hinterlassen hat. Die positive Entwicklung des deutschen Bäckerhandwerks der vergangenen Jahre konnte erstmals seit fast einem Jahrzehnt nicht fortgeführt werden: Der Umsatz der Branche brach von 15,22 auf nunmehr 14,45 Mrd. Euro ein. Das entspricht einem Verlust von 770 Millionen Euro. Der durchschnittliche Umsatz pro Betrieb ging ebenfalls leicht von 1.451.000 auf 1.419.000 Euro zurück.

„Während der Verkauf von Brot- und Backwaren vornehmlich in wohnortnahen Gebieten florierte, haben vor allem die Betriebe mit geschlossenen Café-Bereichen und mit Filialen an üblicherweise frequenzstarken Orten wie Bahnhöfen und Flughäfen erhebliche Einbußen erlitten“, erklärt Michael Wippler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. „Allerdings kommt das Bäckerhandwerk im Vergleich zu anderen Branchen dank der Wirtschaftshilfen der Bundesregierung und seiner Systemrelevanz insgesamt mit einem blauen Auge davon. Vor allem der große Zuspruch der Verbraucher*, gerade in Krisenzeiten ihrem lokalen Innungsbäcker die Treue zu halten, hat vielen Betrieben geholfen“, so Michael Wippler weiter. In den kommenden Monaten werde sich zeigen, ob die Branche sich wieder erholen und auf Wachstumskurs gehen kann. Gelingen könne dies nur, wenn die Öffnungsperspektiven der Gastro-Betriebe von Dauer sind und das Konsumklima stabil bleibe.

„Deutschland braucht ein wirtschaftsfreundliches Klima, um wieder durchstarten zu können“, so Daniel Schneider, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes. Dazu gehöre der Abbau von bürokratischen Hemmnissen ebenso wie bezahlbare Energiekosten für die Betriebe. Nur so könne das mittelständisch geprägte Gewerk im Wettbewerb mit den großen Backkonzernen bestehen. Fortgesetzt hat sich auch im Coronajahr 2020 der Strukturwandel der Branche: Die Zahl der Betriebe im Bäckerhandwerk ging gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf nunmehr 10.181 Betriebe zurück. Beim genauen Hinsehen zeigt sich allerdings, dass dieser seit Jahrzehnten anhaltende Konzentrationsprozess auch mit zahlreichen Neugründungen einhergeht: So haben sich im vergangenen Jahr insgesamt 420 Betriebe neu in die Handwerksrolle eingetragen. Vor allem in den urbanen Ballungsräumen wagen sich viele junge Bäckermeister mit innovativen Geschäftskonzepten in die Selbstständigkeit. „Handwerklich hergestellte Brot- und Backwaren liegen voll im Trend“, ist Daniel Schneider überzeugt. Gerade in Pandemiezeiten hat sich gezeigt, wie sehr die Verbraucher regional produzierte und qualitativ hochwertige Backwaren zu schätzen wissen.

Baugenehmigungen brauchen in Minden länger

Die Zeit, die es braucht um eine Baugenehmigung zu bearbeiten, liegt momentan bei über einem halben Jahr – das sagt Saniye Danabas-Höpker. Sie ist Leiterin des Bereichs Bauen und Wohnen bei der Stadt Minden. Die lange Bearbeitungszeit hat unterschiedliche Gründe. So sind ihre Kolleginnen und Kollegen damit beschäftigt, die laufenden Anträge aus dem vergangenen Jahr abzuarbeiten. „Die Corona-Pandemie hat bei uns im Bereich die Liste der Anträge stark anwachsen lassen“, so Danabas-Höpker.

Die starke Baukonjunktur wirkt sich auch auf Minden aus. Hier werden viele neue Bauprojekte angeschoben. So sind bei den großen Wohnungsbaugesellschaften die Modernisierung der Wohnungen oder der Neubau von seniorengerechten Wohnprojekten drängende Themen. „Leider müssen wir bei einem Großteil der kleineren und größeren eingereichten Bauanträge Nachforderungen stellen. Das hat zur Folge, dass sich die Verfahren in die Länge ziehen. Aus dem Grund empfehlen wir den Bauwilligen Bauanträge mit den Architekten durchsprechen und selbst mit darauf zu achten, dass ein vollständiger Bauantrag eingereicht wird“, erklärt Lars Bursian, Beigeordneter für Städtebau und Feuerschutz bei der Stadt Minden.

In den vergangenen Jahren und Monaten gab es verschiedene neue gesetzliche Regelungen, wie beispielsweise Landesbauordnung NRW, Baugesetzbuch, Baunutzungsverordnung, Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen oder die Sonderbauverordnung. „Wir merken immer wieder, dass sich Planer*innen bei der Fülle der Änderungen im Baurecht zu wenig mit dem geltenden Planungs- und Bauordnungsrecht auseinandersetzen“, hebt Danabas-Höpker hervor. Dies führt leider auch häufiger zu Nachforderungen und Anpassungen der Bauvorlagen und verlängert das Verfahren.

Insgesamt sollte mit längeren Genehmigungszeiten gerechnet werden und dementsprechend sollte auch der Projektplan für ein Bauvorhaben angepasst werden. Wer dahingehend Beratungsbedarf hat, kann sich an die Mitarbeitenden des Bau-Bürgerbüros wenden. Die Beratung kann aber die fachliche Unterstützung der Bauherrn durch einen qualifizierten Architekten nicht ersetzen und somit nicht alle Fragen klären. Das Bau-Bürgerbüro ist dienstags, donnerstags und freitags von 9 Uhr bis 12.30 Uhr, donnerstags von 14 Uhr bis 18 Uhr aufgrund der Pandemie zunächst nur telefonisch erreichbar. Termine außerhalb dieser Öffnungszeiten sind nach Absprache möglich.

Neben externen Herausforderungen, hat sich die Rathaussanierung auf den Bereich Bauen und Wohnen ausgewirkt. So ist der Bereich im vergangenen Sommer vom Deilmannbau in neue Büros in der ehemaligen Deutschen Bank umgezogen. Das hat Zeit in Anspruch genommen und wirkte sich negativ auf die Antragsbearbeitung aus. Die ohnehin schon angespannte Lage hat sich auch durch Personalausfälle verschärft. „Ich kann nicht auf die volle Arbeitskraft zurückgreifen, denn Kolleginnen und Kollegen werden für eine längere Zeit nicht im Dienst sein. Wir versuchen auch das Personal aufzustocken, was sich aber aufgrund des leergefegten Stellenmarktes schwierig gestaltet und leider nicht kurzfristig umzusetzen ist“, berichtet die Bereichsleiterin.

Umsatzrückgang im 1. Quartal

Im 1. Quartal 2021 sind die Umsätze im zulassungspflichtigen Handwerk in Deutschland gegenüber dem 1. Quartal 2020 um 7,5 % gesunken. Dies ist der erste Umsatzrückgang des zulassungspflichtigen Handwerks im 1. Quartal eines Jahres seit 2013. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren Ende März 2021 im zulassungspflichtigen Handwerk 1,7 % weniger Personen tätig als Ende März 2020.

Umsatzminus von 23,0 % beim Handwerk für den privaten Bedarf

In allen Gewerbegruppen des zulassungspflichtigen Handwerks wurden im 1. Quartal 2021 niedrigere Umsätze als im Vorjahresquartal erwirtschaftet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie erst am Ende des 1. Quartals 2020 begannen und die Ergebnisse des 1. Quartals 2020 davon noch kaum betroffen waren. Den größten Umsatzverlust verzeichneten die Handwerke für den privaten Bedarf (-23,0 %). Hauptbetroffene des Rückgangs sind dabei die Friseurunternehmen (-37,4 %), bei denen es zu größeren Einschränkungen in Folge der Corona-Pandemie kam.

Auch beim Bauhauptgewerbe (-15,9 %) gab es größere Umsatzrückgänge. Dabei sind die gewichtigsten Gewerbezweige des Bauhauptgewerbes – Maurer und Betonbauer; Straßenbauer (-17,9 %) – nach fünfjährigen Umsatzsteigerungen im 1. Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal wieder gesunken. Die Ursachen dürften in Rohstoffengpässen, teureren Baurohstoffen und schlechteren Witterungsbedingungen im Vergleich zum Vorjahresquartal liegen.

Auch das Lebensmittelgewerbe (-9,8 %) meldete einen stärkeren Umsatzeinbruch. Besonders die Konditoreien (-20,8 %) erwirtschafteten deutlich weniger. Das Ausbaugewerbe (-5,7 %), die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (-3,1 %), das Kraftfahrzeuggewerbe (-5,6 %) und das Gesundheitsgewerbe (-3,3 %) verzeichneten vergleichsweise geringere Umsatzeinbußen. Innerhalb des Kraftfahrzeuggewerbes kam es bei den Zweiradmechanikerinnen und Zweiradmechanikern (+26,9 %) zu deutlichen Umsatzsteigerungen, dem entgegengesetzt stehen Umsatzverluste bei den Kraftfahrzeugtechnikerinnen und Kraftfahrzeugtechnikern (-6,6 %). Insgesamt konnten nur drei der veröffentlichten Gewerbezweige des zulassungspflichtigen Handwerks ihren Umsatz steigern.

In fünf von sieben Gewerbegruppen waren Ende März 2021 weniger Personen tätig als Ende März 2020. Die Beschäftigung nahm in den Handwerken für den privaten Bedarf (-7,5 %) am stärksten ab. Die Stärke des Rückgangs ist wie beim Umsatz auf die Friseurunternehmen (-9,2 %) zurückzuführen. Das Bauhauptgewerbe (+0,2 %) und das Ausbaugewerbe (+0,3 %) steigerten die Zahl der Beschäftigten minimal, trotz Umsatzverlusten.

Tag der BAUINDUSTRIE 2021 am 10. Juni

Es ist soweit: Der erste digitale Tag der BAUINDUSTRIE öffnet am Donnerstag, 10. Juni 2021, seine Türen. Unter dem Motto: “Stadt. Land. Bau. – Wir können mehr als bauen!” gibt es Informationen zu Schwerpunktthemen der Bauwirtschaft: KlimaschutzInnovation und DigitalisierungInfrastrukturentwicklungFachkräfte bzw. Nachwuchssicherung in der Branche. Auch zu themen wie Ausland und Europa sind Diskussionen mit namenhaften Vertretern der Politik, der Wirtschaft und Wissenschaft sowie der gesamten Wertschöpfungskette Bau geplant.

Auch Interessenten aus den handwerklichen Baugewerken sind dazu eingeladen, an Vorträgen und Diskussionen im Livestream teilzunehmen und sich – nur einen Mausklick weiter – über spannende Themen per Videos oder im Chat mit Experten zu informieren. Mit dabei aus der Politik sind die Bundeskanzlerin, Bundesminister, Staatssekretäre und in Anbetracht des Wahljahres natürlich auch Kanzlerkandidaten und Fraktionsvorsitzende. Eine gute Gelegenheit, wichtige Themen der Bauwirtschaft zu diskutieren und Vorschläge direkt an die Politik zu adressieren.

Zusätzlich wird unter der Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministeriums der Start-up-Preis BAUsmart2021 live verliehen. Er ist als Jury- und als Publikums-Preis ausgeschrieben. So können am Tag der BAUINDUSTRIE alle Teilnehmer eine Bewertung für die Start-ups abgeben. Diese wiederum präsentieren sich auf virtuellen Messeständen mittels einer kurzen Filmpräsentation.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung befinden sich auf der Veranstaltungswebsite www.tag-der-bauindustrie.de.

Im Notfall die Härtefallhilfe beantragen

Der Bund stützt die Wirtschaft in der Corona-Pandemie durch eine Fördersystematik mit bestehenden Unternehmenshilfen. Zudem hat die nordrhein-westfälische Landesregierung Sonderprogramme aufgelegt. Dennoch kann es in besonderen Fällen dazu kommen, dass die bestehenden Hilfsprogramme für Unternehmen nicht greifen. Denjenigen, die die Folgen der Pandemie unvorhersehbar und in besonderem Maße getroffen haben, ohne dass sie für diese Folgen aus anderen Hilfsprogrammen entsprechende Mittel erhalten haben oder ihnen der vertretbare Einsatz eigener Mittel oder die Inanspruchnahme von weiteren Finanzierungsalternativen möglich ist, soll durch die Härtefallhilfe NRW eine einmalige Unterstützung gewährt werden können.

Antragsberechtigt sind von der Corona-Krise betroffene Unternehmen einschließlich Sozialunternehmen (gemeinnützige Unternehmen) sowie Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb, die zum Zeitpunkt der Antragstellung und Auszahlung der Härtefallhilfe NRW ihren Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen haben. Die Grundlage dafür bildet der Runderlass des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (VA3-81.11.18.02) vom 18. Mai 2021. Weitere Informationen auf den Internetseiten zur Härtefallhilfe.

Für Schulabsolventen gute Chancen am Ausbildungsmarkt

Corona hat vieles verändert – unter anderem auch die Arbeitswelt. Das Thema Ausbildung ist da keine Ausnahme. Dass es trotz Pandemie-Situation zum August 2021 noch genügend Chancen für den Berufseinstieg gibt, betonen Agentur für Arbeit, die Kreishandwerkerschaft Wittekindsland und die IG Metall Minden.

782 freie Ausbildungsstellen im Kreis Herford, 1.147 im Kreis Minden-Lübbecke – also fast 2.000 freie Ausbildungsstellen in beiden Kreisen. Das ist der Stand von Ende April. „Trotzdem liest man immer wieder von der schlechten Situation am Ausbildungsmarkt. Das stimmt aber so nicht, die Zahlen zeigen das, und auch das Gespräch mit den Unternehmen beweist uns, dass eine hohe Ausbildungsbereitschaft besteht – der Pandemie zum Trotz“, weiß Thomas Brinkmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland. „Ausbildung ist auch auf Arbeitnehmerseite ein wichtiges Thema, sichert es doch die berufliche Zukunft so vieler junger Menschen. Fachkräfte haben einfach die sichereren Arbeitsplätze, das ist Fakt. Gerade deshalb freut es uns, wenn Unternehmen in diesen Zeiten in Ausbildung investieren – und das müssen sie auch, nicht zuletzt für ihre eigene Zukunft“, so Lutz Schäffer, Geschäftsführer der IG Metall Minden.

Beide sind Mitglied des Verwaltungsausschusses der Agentur für Arbeit Herford und bewegen als Ausbildungsmarktexperten – auch weit über ihre eigentlichen Tätigkeiten hinaus – das Thema gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Herford. Deshalb wissen sie, dass es für die Jugendlichen momentan trotz allen Angebots nicht so einfach ist. Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Arbeitsagentur, berichtet: „2020/2021 hat es weniger und überwiegend virtuelle Angebote zur Berufsorientierung und Beratung gegeben. Es ist für die Jugendlichen unter den gegebenen Umständen schwerer, sich mit der Frage des anstehenden Berufseinstiegs auseinanderzusetzen. Die jungen Menschen sehen, dass zum Beispiel viele Läden geschlossen haben und hören, dass Betriebe in Kurzarbeit sind. Sie fühlen eine Perspektivlosigkeit. Das ist nachvollziehbar, aber ich möchte Mut machen: wir haben in beiden Kreisen einen Aufwuchs an gemeldeten Ausbildungsstellen. Diese Chance sollten die Jugendlichen jetzt ergreifen.“

Auch die beiden Experten appellieren, den Berufseinstieg jetzt anzugehen, denn bis zum Ausbildungsbeginn im August kann man noch viel bewegen, wenn man sich selbst bewegt. „Die Angebote der Betriebe sind da – bitte meldet euch!“, betont Brinkmann. Lutz Schäffer fügt hinzu: „Es ist wichtig, dass die Betriebe sich auch um diese potenziellen Auszubildenden bemühen. Es ist in diesem Jahr sowieso schon schwieriger für die jungen Menschen, den richtigen Betrieb zu finden. Holen Sie die Jugendlichen ab, wo Sie können. Es gibt digitale Veranstaltungen, nehmen Sie daran teil!“

Digitale Veranstaltungen für Jugendliche – kostenlos und neutral – bietet auch die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Herford an. Diese findet man unter www.arbeitsagentur.de/herford unter der Kachel „Online-Meetings“. Hier kann man such auch direkt anmelden.

Weitere Informationen rund um das Thema Berufsorientierung und Ausbildungssuche findet man außerdem unter www.arbeitsagentur.de/ausbildungklarmachen zusammengefasst. Hier gibt es unter anderem auch einen psychologisch fundierten Test zur Unterstützung bei der Suche nach dem richtigen Beruf. Unter www.heimatdeshandwerks.de finden Jugendliche besonders einfach Ausbildungsstellen und Kontaktdaten von Handwerksbetrieben in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke.

Umsätze im Baugewerbe merklich unter Vorjahresniveau

Im ersten Quartal haben der Wintereinbruch und die planmäßige Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes die Baukonjunktur merklich eingebremst. Auch im März haben die Umsätze im Wirtschaftsbau mit ca. 3,1 Mrd. Euro (-5,0 %) und öffentlichen Bau mit ca. 2,3 Mrd. Euro (-2,0 %) nicht das Vorjahresniveau erreicht. Im Wohnungsbau sehen wir mit ca. 2,0 Mrd. Euro ein schmales Plus von 0,7%. Mit diesen Aussagen kommentierte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), die gestern veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts. Demnach liegen die Umsätze der Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten im Bauhauptgewerbe im ersten Quartal 2021 bei 16,4 Mrd. Euro und damit um ca. 9,4 % unter dem Vorjahresniveau.

“Mit Blick auf die kommenden Monate machen uns die Probleme in der Lieferkette mit Baumaterial große Sorgen. Bei Kunststoffen und Holz bleiben vielfach Lieferungen aus, bei Stahl und Metallen gibt es deutliche Preiserhöhungen. So zeigt sich bei Holz jetzt eine Steigerung zum Vorjahreswert von 35,7 % und gegenüber Dezember 2020 von immerhin 27,2 %; Bei Styrolen sind es zum Vorjahr 23,3 % mehr und zum Dezember 32,9 % mehr. Die Engpässe haben das Potenzial, die Baustellen im Sommer zum Erliegen zu bringen. Unsere Unternehmen befürchten Baustellenstopps und Kurzarbeit”, führt Pakleppa weiter aus.

“Bei den Auftragseingängen sehen wir sowohl Licht als auch Schatten: Während die Nachfrage im Wohnungsbau hoch bleibt, ist die Nachfrage aus der Wirtschaft weiter volatil. Nach den positiven Signalen im Februar gab es hier im März wieder einen Dämpfer. Umso wichtiger bleibt es, dass die öffentliche Hand ihre Auftraggeberfunktion wahrnimmt”, mahnt der Hauptgeschäftsführer des größten Branchenverbands der Bauwirtschaft.

“Der Investitionsstau ist hoch. Gerade wieder hat das ‘Kommunalpanel 2021’ den akuten Investitionsbedarf mit fast 150 Milliarden Euro bei den Kommunen gezeigt. Die Corona-Pandemie hat die kommunalen Haushalte vor große Herausforderungen gestellt. Wir setzen uns daher für einen zweiten Rettungsschirm des Bundes und der Länder für die Kommunen ein”, so Pakleppa abschließend.

“Politik muss Verwerfungen auf Baumaterialmarkt gegensteuern”

Anlässlich des Verbändegesprächs zu den akuten Preis- und Beschaffungsproblemen bei Baumaterialien im Handwerk mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erklärte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH): „Die Politik ist aufgefordert, alle ihr zur Verfügung stehenden Instrumente so rasch es geht einzusetzen, um den Verwerfungen auf dem Markt für Baumaterialien entgegenzuwirken und diese in den Griff zu bekommen. Gerade in der gegenwärtig äußerst fragilen konjunkturellen Phase, in der alle wirtschaftlichen Kräfte für eine Wiederbelebung und den Neustart gebraucht werden, müssen derart zusätzlich belastende Faktoren aus dem Weg geräumt werden. Es ist daher richtig und der Dringlichkeit der Probleme angemessen, dass Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier dankenswerterweise die Initiative ergriffen und die akuten Preis- und Beschaffungsprobleme bei zahlreichen für Handwerksbetriebe relevanten Rohstoffen und Vorprodukten zur Chefsache erklärt hat.”

Wollseifer weiter: “Gerade die Bau- und Ausbauhandwerke haben sich während der Pandemie als wesentliche Konjunkturstütze erwiesen. Dieser Konjunkturpfeiler droht durch die aktuellen Entwicklungen auf dem Baumaterialmarkt einzustürzen, was massive Beeinträchtigungen der Konjunktur zur Folge hätte, nicht allein im Handwerk. Es ist geradezu widersinnig, dass Handwerksbetriebe bei gefüllten Auftragsbüchern nun plötzlich Kurzarbeit in Betracht ziehen müssen, weil wichtige Materialien schlichtweg nicht beschafft werden können oder die Beschaffungspreise durch die Decke schießen. Das betrifft aktuell auch die industriellen Zulieferer, die sich gerade wieder zu erholen beginnen. Hier muss dringend gegengesteuert und geholfen werden.”

Den öffentlichen Auftraggebern kommt seinen Worten zufolge dabei eine zentrale Vorbildfunktion zu: In den Aufträgen müssen die sogenannten Preisgleitklauseln zum Standard werden. Zudem darf ein Handwerksbetrieb, der wegen der aktuellen Probleme den Vertrag nicht rechtzeitig erfüllen kann, nicht mit Vertragsstrafen überzogen werden. “Hier setzen wir darauf, dass der Bundeswirtschaftsminister auch mit Ländern und Kommunen ein entsprechendes Einvernehmen erreicht. Darüber hinaus müssen die Regeln zum Kurzarbeitergeld wie auch zur Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen verlängert werden, um den Betrieben in dieser außergewöhnlichen Situation eine Liquiditätshilfe an die Hand zu geben.”

Die aktuellen Preis- und Beschaffungsprobleme sind kein rein deutsches Phänomen, sondern überall in der EU virulent. “Bundeswirtschaftsminister Altmaier muss deshalb auch rasch europäisch die Initiative ergreifen.”

Reduzierung der Einschränkungen – ein kurzer Überblick

Die Landesregierung hat in der seit 15. Mai 20121 geltenden neuen Corona-Schutzverordnung Schritte zur Reduzierung der Corona-Einschränkungen bekannt gegeben. Die neue Corona-Schutzverordnung gilt bis zum 4. Juni 2021. Aufgrund diverser Nachfragen nachfolgend ein kurzer Überblick:

Grundsätzlich gilt – die bisher im Rahmen der Bundesnotbremse ergriffenen Maßnahmen gelten für Kreise und kreisfreie Städte mit einer 7-Tage-Inzidenz über 100 weiterhin. Unterhalb dieser Inzidenz liegt die alleinige Regelungskompetenz grundsätzlich beim Land. Hier sieht das Land NRW nun erste vorsichtige Öffnungsschritte für Kreise und kreisfreie Städte mit stabilen 7-Tage-Inzidenzen unter 100 bzw. unter 50 vor.

Die Öffnungsschritte erfolgen dementsprechend in einem zweistufigen Verfahren: Die erste Stufe gilt für Kreise und kreisfreie Städte mit Inzidenzwerten zwischen 100 und 50. Die zweite Stufe gilt für Kreise und kreisfreie Städte mit Inzidenzwerten unter 50.

Vor allem in der ersten Stufe sind die Öffnungsschritte weiterhin an negative Testergebnisse geknüpft, um nach Aussage des Landes für weitere Sicherheit zu sorgen und durch ein größeres Testgeschehen Infektionsketten schnell und gezielt unterbrechen zu können. Besonders weisen wir darauf hin, dass ein Test, der den Zugang oder die Nutzung von bestimmten Angeboten ermöglicht, künftig 48 Stunden lang gültig ist.

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