Fotoaktion im Vorfeld des Tags des Handwerk

Die Handwerkskammer OWL hat alle im Handwerk Tätigen wie auch alle Auszubildenden in OWL aufgefordert, an der Fotoaktion „Wir tun, was bleibt – (D)ein Blick ins Handwerk“ teilzunehmen. Wichtig ist dabei für die Handwerksorganisation der Bezug jedes Fotos zu einem Handwerk und zur eigenen Tätigkeit. Bei der Fotoaktion handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt anlässlich des bundesweiten 11. Tags des Handwerks am 18. September 2021. Die Handwerkskammer hofft nunmehr auf Bilder, die das Gefühl aus einer sinnhaften Tätigkeit widerspiegeln.

Hochzuladen sind die Bilder bis einschließlich Sonntag, 15. August 2021, auf der Aktionsplattform handwerk.de/tdh. Die eingereichten Fotos werden vom 18. September an zusammen mit einer kurzen Bildbeschreibung in einer großen Fotogalerie auf handwerk.de veröffentlicht. Besucherinnen und Besucher sollen so einen besonderen Einblick in die Vielfalt und Bedeutung des Handwerks erhalten.

Flutkatastrophe: Das Handwerk hilft Handwerkern

Die Hochwasserkatastrophe in Deutschland hat viele Menschenleben gekostet, Mitbürgerinnen und Mitbürgern unendlich großes Leid gebracht und Menschen in existenzielle Not gestürzt. Schwer getroffen sind auch viele Handwerkerinnen und Handwerker, Betriebe mit ihren Beschäftigten und Auszubildenden mit dem Verlust oder schweren Schäden an Werkstätten, Maschinen, Material, Fuhrpark oder Geschäftsräumen. Dabei werden jetzt mehr denn je anpackende Hände und Unterstützung gebraucht.

Während es zunächst darum geht, schnelle Unterstützung für das Notwendigste zu leisten, ist auch eine langfristige Hilfe unentbehrlich, um zerstörte Handwerksunternehmen wieder aufzubauen und ans Laufen zu bekommen, denn an ihnen hängen nicht nur die Existenzen der Unternehmer, sondern auch die der Beschäftigten und deren Familien ab. Koordiniert über den Landesverband der Kreishandwerkerschaften NRW lassen sich  Unterstützungsangebote melden, die dann direkt an die Kreishandwerkerschaften in den betroffenen Regionen weitergeleitet werden. Gefragt sind nicht nur kurzfristige Hilfen, sondern auch Angebote, die den in der Hochwasserregionen betroffenen Handwerksunternehmen helfen sollen, durchzuhalten und einen Neustart zu schaffen:
• Können Maschinen, Geräte oder Materialien zur Verfügung gestellt werden, damit der Handwerksbetrieb weiterarbeiten kann?
• Besteht die Möglichkeit, Werkstattkapazitäten zur Verfügung zu stellen, damit bestehende Aufträge noch abgearbeitet werden können?
• Wurde gerade die Laden- oder Saloneinrichtung erneuert und kann somit die alte, aber noch funktionsfähige Ausstattung gespendet werden?
• Auch die logistische Unterstützung durch die Zurverfügungstellung von Firmenfahrzeugen für den Transport ist willkommen.

In einem Formular auf der Homepage des Landesverbandes der Kreishandwerkerschaften NRW können Hilfsangebote eingestellt werden. Die Hilfsangebote sind Spenden und bedingungslos. Die Hilfeempfänger müssen davon ausgehen, dass für sie bei der Inanspruchnahme keine Kosten entstehen.

Kirchturm-Denken gibt es bei den Kreishandwerkerschaften in NRW in einer solchen Notsituation nicht. Auch die Handwerksbetriebe in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz können und sollen selbstverständlich die Unterstützung annehmen. Wer helfen will, aber keine Sachspenden oder Hilfsleistungen anbieten kann oder schnelle Hilfe leisten will, der kann natürlich auch Geld spenden. Die Kreishandwerkerschaften haben bewusst darauf verzichtet, ein eigenes Spendenkonto einzurichten, sondern empfehlen die Verwendung der bereits bestehenden Konten für die Nothilfe – entweder die der verschiedenen Hilfsorganisationen oder direkt die regionalen Spendenkonten.

So hat die Handwerkskammer zu Köln stellvertretend für die Handwerkskammern in allen betroffenen Regionen ein Spendenkonto eingerichtet, um die in Not geratenen Handwerksbetriebe gezielt zu unterstützen:

Spendenkonto: Sparkasse KölnBonn
Empfänger: Handwerkskammer zu Köln
IBAN: DE63 3705 0198 1902 5913 28 BIC: COLSDE33XXX
Stichwort: Hochwasserhilfe „Handwerk hilft“
Zusammen mit den Handwerksorganisationen in den anderen betroffenen Regionen wird sich die Handwerkskammer zu Köln um eine Verteilung der Mittel kümmern. Für die steuerliche Anrechenbarkeit einer solchen Spende ist der Überweisungsbeleg ausreichend.

Darüber hinaus gibt es mehrere weitere Spendenkonten:

Aktion Deutschland Hilft | www.aktion-deutschland-hilft.de

IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30
BIC: BFSWDE33XXX,
Bank für Sozialwirtschaft
Spenden-Stichwort: Hochwasser Deutschland

Caritas International | https://www.caritas-international.de/spenden/online/fluten-deutschland

Caritas international

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
BIC: BFSWDE33KRL
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe

Deutsche Rote Kreuz (DRK) | https://www.drk.de/hochwasser

Online, verschiedene Zahlungsmethoden

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von privaten Spendenkationen, z. B. von Zeitungen und Radiosendern auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. 

Spenden für Flutopfer auf regionaler Ebene:

Kreis Euskirchen: Hotline für Hilfsangebote: 02251/15910; offizielles Spendenkonto: IBAN: DE20 3825 0110 0001 0000 17 (Stichwort „Spende Hochwasser“)

Rhein-Sieg-Kreis
: Hilfsangebote: rhein-sieg-kreis.de/flut2021 oder unter 02241/136252; offizielle Spendenkonten: DE54 3705 0299 0001 0694 48 oder DE78 3706 9520 1109 6900 11 (Stichwort „Flut 2021“)

Rhein-Erft-Kreis
: Offizielles Spendenkonto: DE72 3705 0299 0142 0012 00 (Stichwort „Hochwasserhilfe“)

Stadt Erftstadt: Offizielles Spendenkonto: DE20 3705 0299 0190 2794 24 (Stichwort „Hochwasser“); Hinweis: Die Stadt Erftstadt bittet anstelle von Sachspenden um Geldspenden

Kreis Heinsberg
: Offizielles Spendenkonto: DE71 3125 1220 0000 0315 00 (Stichwort „Fluthilfe“)

Kreis Ahrweiler:  Offizielles Spendenkonto: DE86 5775 1310 0000 3394 57 (Stichwort: „Hochwasser“)

Spendenaktion für Innungsbäcker gestartet

Aufgrund der katastrophalen Situation in den überfluteten Gebieten im Westen Deutschlands startet der Zentralverband des Bäckerhandwerks eine Spendenaktion. Unter dem Motto „Bäcker helfen Bäckern“ sollen Innungsbetriebe auf diesem Weg schnell und unbürokratisch finanzielle Unterstützung bekommen.

Die Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands nimmt für viele Innungsbäcker in den Krisenregionen zum Teil existenzbedrohende Ausmaße an. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks ruft deshalb gemeinsam mit den Bäckerinnungsverbänden Rheinland, Südwest und Westfalen-Lippe zu einer großen Spendenaktion auf. Mit dieser Spendenaktion sollen die Innungsbäcker, die durch die Flut besonders betroffen sind, schnell und unbürokratisch unterstützt werden: Bäcker helfen Bäckern! Betroffene Innungsbäcker können sich ab sofort an ihren Landesinnungsverband wenden.

„Wir rufen die Betriebe des Bäckerhandwerks dazu auf, die Aktion mit einem finanziellen Beitrag zu unterstützen. Auch Innungen und Zulieferer können sich individuell an dieser Spendenaktion beteiligen. Helfen Sie den Kollegen in der Not!“, appelliert Michael Wippler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks e.V.

Spendenkonto: Karl-Grüßer-Unterstützungsverein des Deutschen Bäckerhandwerks

IBAN: DE80 3806 0186 5602 7720 22

BIC:GENODED1BRS

Bank: Volksbank Bonn Rhein-Sieg

Stichwort: Bäcker helfen Bäckern – Flutkatastrophe 2021

Eine Spendenbescheinigung stellt der Karl-Grüßer-Unterstützungsverein des Deutschen Bäckerhandwerks anschließend für alle Spender aus. Spender sollten dafür im Verwendungszweck ihre vollständige Adresse nennen.

Sonderimpfaktion für Handwerksbetriebe

Die Kreishandwerkerschaft Wittekindsland ruft gemeinsam mit der Handwerkskammer OWL alle Handwerksbetriebe in den Kreisen Herford und Minden-Lübbdecke dazu auf, sich an der jetzt gestarteten Sonderimpfaktion gegen das Corona-Virus zu beteiligen. Für weitere Informationen zu den jeweiligen Zeitrahmen, Orten und dem generellem Ablauf der Sonderimpfaktion können sich interessierte Betriebe bei der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland per E-Mail melden.

Arbeitsunfall: Mann stürzt von Baugerüst

Bei einem Arbeitsunfall am Montagnachmittag in der Marienstraße in Minden hat sich ein 36 Jahre alter Mann schwere Verletzungen zugezogen. Dieser hatte sich laut Polizeibericht gegen 15.50 Uhr zusammen mit einem Arbeitskollegen in etwa sechs Metern Höhe auf dem Baugerüst an einem Neubau befunden, als er eine Rigipsplatte in die Tiefe werfen wollte. Dabei geriet der Mindener offenbar mit der Hüfte gegen das Geländer, das daraufhin nachgab. Der 36-Jährige stürzte in die Tiefe. Rettungskräfte, darunter ein Notarzt, brachten ihn mit schweren Verletzungen in das Mindener Johannes-Wesling-Klinikum. Zusätzlich setzten die Leitstellenbeamten das Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz über den Sachverhalt in Kenntnis.

 

Bäckerhandwerk blickt positiv in die Zukunft

Die Strukturzahlen des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks für 2020 zeigen, dass die Corona-Pandemie nicht spurlos an den Betrieben vorbeigegangen ist. Die Branche hofft deshalb, in diesem Jahr wieder auf Wachstumskurs gehen zu können. Dazu müssen allerdings die wirtschaftlichen Weichen richtig gestellt sein.

Das Jahr 2020 war aufgrund der Corona-Pandemie in jeder Hinsicht ein Ausnahmejahr, das auch im Bäckerhandwerk Spuren hinterlassen hat. Die positive Entwicklung des deutschen Bäckerhandwerks der vergangenen Jahre konnte erstmals seit fast einem Jahrzehnt nicht fortgeführt werden: Der Umsatz der Branche brach von 15,22 auf nunmehr 14,45 Mrd. Euro ein. Das entspricht einem Verlust von 770 Millionen Euro. Der durchschnittliche Umsatz pro Betrieb ging ebenfalls leicht von 1.451.000 auf 1.419.000 Euro zurück.

„Während der Verkauf von Brot- und Backwaren vornehmlich in wohnortnahen Gebieten florierte, haben vor allem die Betriebe mit geschlossenen Café-Bereichen und mit Filialen an üblicherweise frequenzstarken Orten wie Bahnhöfen und Flughäfen erhebliche Einbußen erlitten“, erklärt Michael Wippler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. „Allerdings kommt das Bäckerhandwerk im Vergleich zu anderen Branchen dank der Wirtschaftshilfen der Bundesregierung und seiner Systemrelevanz insgesamt mit einem blauen Auge davon. Vor allem der große Zuspruch der Verbraucher*, gerade in Krisenzeiten ihrem lokalen Innungsbäcker die Treue zu halten, hat vielen Betrieben geholfen“, so Michael Wippler weiter. In den kommenden Monaten werde sich zeigen, ob die Branche sich wieder erholen und auf Wachstumskurs gehen kann. Gelingen könne dies nur, wenn die Öffnungsperspektiven der Gastro-Betriebe von Dauer sind und das Konsumklima stabil bleibe.

„Deutschland braucht ein wirtschaftsfreundliches Klima, um wieder durchstarten zu können“, so Daniel Schneider, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes. Dazu gehöre der Abbau von bürokratischen Hemmnissen ebenso wie bezahlbare Energiekosten für die Betriebe. Nur so könne das mittelständisch geprägte Gewerk im Wettbewerb mit den großen Backkonzernen bestehen. Fortgesetzt hat sich auch im Coronajahr 2020 der Strukturwandel der Branche: Die Zahl der Betriebe im Bäckerhandwerk ging gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf nunmehr 10.181 Betriebe zurück. Beim genauen Hinsehen zeigt sich allerdings, dass dieser seit Jahrzehnten anhaltende Konzentrationsprozess auch mit zahlreichen Neugründungen einhergeht: So haben sich im vergangenen Jahr insgesamt 420 Betriebe neu in die Handwerksrolle eingetragen. Vor allem in den urbanen Ballungsräumen wagen sich viele junge Bäckermeister mit innovativen Geschäftskonzepten in die Selbstständigkeit. „Handwerklich hergestellte Brot- und Backwaren liegen voll im Trend“, ist Daniel Schneider überzeugt. Gerade in Pandemiezeiten hat sich gezeigt, wie sehr die Verbraucher regional produzierte und qualitativ hochwertige Backwaren zu schätzen wissen.

Baugenehmigungen brauchen in Minden länger

Die Zeit, die es braucht um eine Baugenehmigung zu bearbeiten, liegt momentan bei über einem halben Jahr – das sagt Saniye Danabas-Höpker. Sie ist Leiterin des Bereichs Bauen und Wohnen bei der Stadt Minden. Die lange Bearbeitungszeit hat unterschiedliche Gründe. So sind ihre Kolleginnen und Kollegen damit beschäftigt, die laufenden Anträge aus dem vergangenen Jahr abzuarbeiten. „Die Corona-Pandemie hat bei uns im Bereich die Liste der Anträge stark anwachsen lassen“, so Danabas-Höpker.

Die starke Baukonjunktur wirkt sich auch auf Minden aus. Hier werden viele neue Bauprojekte angeschoben. So sind bei den großen Wohnungsbaugesellschaften die Modernisierung der Wohnungen oder der Neubau von seniorengerechten Wohnprojekten drängende Themen. „Leider müssen wir bei einem Großteil der kleineren und größeren eingereichten Bauanträge Nachforderungen stellen. Das hat zur Folge, dass sich die Verfahren in die Länge ziehen. Aus dem Grund empfehlen wir den Bauwilligen Bauanträge mit den Architekten durchsprechen und selbst mit darauf zu achten, dass ein vollständiger Bauantrag eingereicht wird“, erklärt Lars Bursian, Beigeordneter für Städtebau und Feuerschutz bei der Stadt Minden.

In den vergangenen Jahren und Monaten gab es verschiedene neue gesetzliche Regelungen, wie beispielsweise Landesbauordnung NRW, Baugesetzbuch, Baunutzungsverordnung, Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen oder die Sonderbauverordnung. „Wir merken immer wieder, dass sich Planer*innen bei der Fülle der Änderungen im Baurecht zu wenig mit dem geltenden Planungs- und Bauordnungsrecht auseinandersetzen“, hebt Danabas-Höpker hervor. Dies führt leider auch häufiger zu Nachforderungen und Anpassungen der Bauvorlagen und verlängert das Verfahren.

Insgesamt sollte mit längeren Genehmigungszeiten gerechnet werden und dementsprechend sollte auch der Projektplan für ein Bauvorhaben angepasst werden. Wer dahingehend Beratungsbedarf hat, kann sich an die Mitarbeitenden des Bau-Bürgerbüros wenden. Die Beratung kann aber die fachliche Unterstützung der Bauherrn durch einen qualifizierten Architekten nicht ersetzen und somit nicht alle Fragen klären. Das Bau-Bürgerbüro ist dienstags, donnerstags und freitags von 9 Uhr bis 12.30 Uhr, donnerstags von 14 Uhr bis 18 Uhr aufgrund der Pandemie zunächst nur telefonisch erreichbar. Termine außerhalb dieser Öffnungszeiten sind nach Absprache möglich.

Neben externen Herausforderungen, hat sich die Rathaussanierung auf den Bereich Bauen und Wohnen ausgewirkt. So ist der Bereich im vergangenen Sommer vom Deilmannbau in neue Büros in der ehemaligen Deutschen Bank umgezogen. Das hat Zeit in Anspruch genommen und wirkte sich negativ auf die Antragsbearbeitung aus. Die ohnehin schon angespannte Lage hat sich auch durch Personalausfälle verschärft. „Ich kann nicht auf die volle Arbeitskraft zurückgreifen, denn Kolleginnen und Kollegen werden für eine längere Zeit nicht im Dienst sein. Wir versuchen auch das Personal aufzustocken, was sich aber aufgrund des leergefegten Stellenmarktes schwierig gestaltet und leider nicht kurzfristig umzusetzen ist“, berichtet die Bereichsleiterin.

Umsatzrückgang im 1. Quartal

Im 1. Quartal 2021 sind die Umsätze im zulassungspflichtigen Handwerk in Deutschland gegenüber dem 1. Quartal 2020 um 7,5 % gesunken. Dies ist der erste Umsatzrückgang des zulassungspflichtigen Handwerks im 1. Quartal eines Jahres seit 2013. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren Ende März 2021 im zulassungspflichtigen Handwerk 1,7 % weniger Personen tätig als Ende März 2020.

Umsatzminus von 23,0 % beim Handwerk für den privaten Bedarf

In allen Gewerbegruppen des zulassungspflichtigen Handwerks wurden im 1. Quartal 2021 niedrigere Umsätze als im Vorjahresquartal erwirtschaftet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie erst am Ende des 1. Quartals 2020 begannen und die Ergebnisse des 1. Quartals 2020 davon noch kaum betroffen waren. Den größten Umsatzverlust verzeichneten die Handwerke für den privaten Bedarf (-23,0 %). Hauptbetroffene des Rückgangs sind dabei die Friseurunternehmen (-37,4 %), bei denen es zu größeren Einschränkungen in Folge der Corona-Pandemie kam.

Auch beim Bauhauptgewerbe (-15,9 %) gab es größere Umsatzrückgänge. Dabei sind die gewichtigsten Gewerbezweige des Bauhauptgewerbes – Maurer und Betonbauer; Straßenbauer (-17,9 %) – nach fünfjährigen Umsatzsteigerungen im 1. Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal wieder gesunken. Die Ursachen dürften in Rohstoffengpässen, teureren Baurohstoffen und schlechteren Witterungsbedingungen im Vergleich zum Vorjahresquartal liegen.

Auch das Lebensmittelgewerbe (-9,8 %) meldete einen stärkeren Umsatzeinbruch. Besonders die Konditoreien (-20,8 %) erwirtschafteten deutlich weniger. Das Ausbaugewerbe (-5,7 %), die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (-3,1 %), das Kraftfahrzeuggewerbe (-5,6 %) und das Gesundheitsgewerbe (-3,3 %) verzeichneten vergleichsweise geringere Umsatzeinbußen. Innerhalb des Kraftfahrzeuggewerbes kam es bei den Zweiradmechanikerinnen und Zweiradmechanikern (+26,9 %) zu deutlichen Umsatzsteigerungen, dem entgegengesetzt stehen Umsatzverluste bei den Kraftfahrzeugtechnikerinnen und Kraftfahrzeugtechnikern (-6,6 %). Insgesamt konnten nur drei der veröffentlichten Gewerbezweige des zulassungspflichtigen Handwerks ihren Umsatz steigern.

In fünf von sieben Gewerbegruppen waren Ende März 2021 weniger Personen tätig als Ende März 2020. Die Beschäftigung nahm in den Handwerken für den privaten Bedarf (-7,5 %) am stärksten ab. Die Stärke des Rückgangs ist wie beim Umsatz auf die Friseurunternehmen (-9,2 %) zurückzuführen. Das Bauhauptgewerbe (+0,2 %) und das Ausbaugewerbe (+0,3 %) steigerten die Zahl der Beschäftigten minimal, trotz Umsatzverlusten.

Tag der BAUINDUSTRIE 2021 am 10. Juni

Es ist soweit: Der erste digitale Tag der BAUINDUSTRIE öffnet am Donnerstag, 10. Juni 2021, seine Türen. Unter dem Motto: “Stadt. Land. Bau. – Wir können mehr als bauen!” gibt es Informationen zu Schwerpunktthemen der Bauwirtschaft: KlimaschutzInnovation und DigitalisierungInfrastrukturentwicklungFachkräfte bzw. Nachwuchssicherung in der Branche. Auch zu themen wie Ausland und Europa sind Diskussionen mit namenhaften Vertretern der Politik, der Wirtschaft und Wissenschaft sowie der gesamten Wertschöpfungskette Bau geplant.

Auch Interessenten aus den handwerklichen Baugewerken sind dazu eingeladen, an Vorträgen und Diskussionen im Livestream teilzunehmen und sich – nur einen Mausklick weiter – über spannende Themen per Videos oder im Chat mit Experten zu informieren. Mit dabei aus der Politik sind die Bundeskanzlerin, Bundesminister, Staatssekretäre und in Anbetracht des Wahljahres natürlich auch Kanzlerkandidaten und Fraktionsvorsitzende. Eine gute Gelegenheit, wichtige Themen der Bauwirtschaft zu diskutieren und Vorschläge direkt an die Politik zu adressieren.

Zusätzlich wird unter der Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministeriums der Start-up-Preis BAUsmart2021 live verliehen. Er ist als Jury- und als Publikums-Preis ausgeschrieben. So können am Tag der BAUINDUSTRIE alle Teilnehmer eine Bewertung für die Start-ups abgeben. Diese wiederum präsentieren sich auf virtuellen Messeständen mittels einer kurzen Filmpräsentation.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung befinden sich auf der Veranstaltungswebsite www.tag-der-bauindustrie.de.

Im Notfall die Härtefallhilfe beantragen

Der Bund stützt die Wirtschaft in der Corona-Pandemie durch eine Fördersystematik mit bestehenden Unternehmenshilfen. Zudem hat die nordrhein-westfälische Landesregierung Sonderprogramme aufgelegt. Dennoch kann es in besonderen Fällen dazu kommen, dass die bestehenden Hilfsprogramme für Unternehmen nicht greifen. Denjenigen, die die Folgen der Pandemie unvorhersehbar und in besonderem Maße getroffen haben, ohne dass sie für diese Folgen aus anderen Hilfsprogrammen entsprechende Mittel erhalten haben oder ihnen der vertretbare Einsatz eigener Mittel oder die Inanspruchnahme von weiteren Finanzierungsalternativen möglich ist, soll durch die Härtefallhilfe NRW eine einmalige Unterstützung gewährt werden können.

Antragsberechtigt sind von der Corona-Krise betroffene Unternehmen einschließlich Sozialunternehmen (gemeinnützige Unternehmen) sowie Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb, die zum Zeitpunkt der Antragstellung und Auszahlung der Härtefallhilfe NRW ihren Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen haben. Die Grundlage dafür bildet der Runderlass des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (VA3-81.11.18.02) vom 18. Mai 2021. Weitere Informationen auf den Internetseiten zur Härtefallhilfe.

Für Schulabsolventen gute Chancen am Ausbildungsmarkt

Corona hat vieles verändert – unter anderem auch die Arbeitswelt. Das Thema Ausbildung ist da keine Ausnahme. Dass es trotz Pandemie-Situation zum August 2021 noch genügend Chancen für den Berufseinstieg gibt, betonen Agentur für Arbeit, die Kreishandwerkerschaft Wittekindsland und die IG Metall Minden.

782 freie Ausbildungsstellen im Kreis Herford, 1.147 im Kreis Minden-Lübbecke – also fast 2.000 freie Ausbildungsstellen in beiden Kreisen. Das ist der Stand von Ende April. „Trotzdem liest man immer wieder von der schlechten Situation am Ausbildungsmarkt. Das stimmt aber so nicht, die Zahlen zeigen das, und auch das Gespräch mit den Unternehmen beweist uns, dass eine hohe Ausbildungsbereitschaft besteht – der Pandemie zum Trotz“, weiß Thomas Brinkmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland. „Ausbildung ist auch auf Arbeitnehmerseite ein wichtiges Thema, sichert es doch die berufliche Zukunft so vieler junger Menschen. Fachkräfte haben einfach die sichereren Arbeitsplätze, das ist Fakt. Gerade deshalb freut es uns, wenn Unternehmen in diesen Zeiten in Ausbildung investieren – und das müssen sie auch, nicht zuletzt für ihre eigene Zukunft“, so Lutz Schäffer, Geschäftsführer der IG Metall Minden.

Beide sind Mitglied des Verwaltungsausschusses der Agentur für Arbeit Herford und bewegen als Ausbildungsmarktexperten – auch weit über ihre eigentlichen Tätigkeiten hinaus – das Thema gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Herford. Deshalb wissen sie, dass es für die Jugendlichen momentan trotz allen Angebots nicht so einfach ist. Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Arbeitsagentur, berichtet: „2020/2021 hat es weniger und überwiegend virtuelle Angebote zur Berufsorientierung und Beratung gegeben. Es ist für die Jugendlichen unter den gegebenen Umständen schwerer, sich mit der Frage des anstehenden Berufseinstiegs auseinanderzusetzen. Die jungen Menschen sehen, dass zum Beispiel viele Läden geschlossen haben und hören, dass Betriebe in Kurzarbeit sind. Sie fühlen eine Perspektivlosigkeit. Das ist nachvollziehbar, aber ich möchte Mut machen: wir haben in beiden Kreisen einen Aufwuchs an gemeldeten Ausbildungsstellen. Diese Chance sollten die Jugendlichen jetzt ergreifen.“

Auch die beiden Experten appellieren, den Berufseinstieg jetzt anzugehen, denn bis zum Ausbildungsbeginn im August kann man noch viel bewegen, wenn man sich selbst bewegt. „Die Angebote der Betriebe sind da – bitte meldet euch!“, betont Brinkmann. Lutz Schäffer fügt hinzu: „Es ist wichtig, dass die Betriebe sich auch um diese potenziellen Auszubildenden bemühen. Es ist in diesem Jahr sowieso schon schwieriger für die jungen Menschen, den richtigen Betrieb zu finden. Holen Sie die Jugendlichen ab, wo Sie können. Es gibt digitale Veranstaltungen, nehmen Sie daran teil!“

Digitale Veranstaltungen für Jugendliche – kostenlos und neutral – bietet auch die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Herford an. Diese findet man unter www.arbeitsagentur.de/herford unter der Kachel „Online-Meetings“. Hier kann man such auch direkt anmelden.

Weitere Informationen rund um das Thema Berufsorientierung und Ausbildungssuche findet man außerdem unter www.arbeitsagentur.de/ausbildungklarmachen zusammengefasst. Hier gibt es unter anderem auch einen psychologisch fundierten Test zur Unterstützung bei der Suche nach dem richtigen Beruf. Unter www.heimatdeshandwerks.de finden Jugendliche besonders einfach Ausbildungsstellen und Kontaktdaten von Handwerksbetrieben in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke.

Umsätze im Baugewerbe merklich unter Vorjahresniveau

Im ersten Quartal haben der Wintereinbruch und die planmäßige Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes die Baukonjunktur merklich eingebremst. Auch im März haben die Umsätze im Wirtschaftsbau mit ca. 3,1 Mrd. Euro (-5,0 %) und öffentlichen Bau mit ca. 2,3 Mrd. Euro (-2,0 %) nicht das Vorjahresniveau erreicht. Im Wohnungsbau sehen wir mit ca. 2,0 Mrd. Euro ein schmales Plus von 0,7%. Mit diesen Aussagen kommentierte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), die gestern veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts. Demnach liegen die Umsätze der Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten im Bauhauptgewerbe im ersten Quartal 2021 bei 16,4 Mrd. Euro und damit um ca. 9,4 % unter dem Vorjahresniveau.

“Mit Blick auf die kommenden Monate machen uns die Probleme in der Lieferkette mit Baumaterial große Sorgen. Bei Kunststoffen und Holz bleiben vielfach Lieferungen aus, bei Stahl und Metallen gibt es deutliche Preiserhöhungen. So zeigt sich bei Holz jetzt eine Steigerung zum Vorjahreswert von 35,7 % und gegenüber Dezember 2020 von immerhin 27,2 %; Bei Styrolen sind es zum Vorjahr 23,3 % mehr und zum Dezember 32,9 % mehr. Die Engpässe haben das Potenzial, die Baustellen im Sommer zum Erliegen zu bringen. Unsere Unternehmen befürchten Baustellenstopps und Kurzarbeit”, führt Pakleppa weiter aus.

“Bei den Auftragseingängen sehen wir sowohl Licht als auch Schatten: Während die Nachfrage im Wohnungsbau hoch bleibt, ist die Nachfrage aus der Wirtschaft weiter volatil. Nach den positiven Signalen im Februar gab es hier im März wieder einen Dämpfer. Umso wichtiger bleibt es, dass die öffentliche Hand ihre Auftraggeberfunktion wahrnimmt”, mahnt der Hauptgeschäftsführer des größten Branchenverbands der Bauwirtschaft.

“Der Investitionsstau ist hoch. Gerade wieder hat das ‘Kommunalpanel 2021’ den akuten Investitionsbedarf mit fast 150 Milliarden Euro bei den Kommunen gezeigt. Die Corona-Pandemie hat die kommunalen Haushalte vor große Herausforderungen gestellt. Wir setzen uns daher für einen zweiten Rettungsschirm des Bundes und der Länder für die Kommunen ein”, so Pakleppa abschließend.

“Politik muss Verwerfungen auf Baumaterialmarkt gegensteuern”

Anlässlich des Verbändegesprächs zu den akuten Preis- und Beschaffungsproblemen bei Baumaterialien im Handwerk mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erklärte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH): „Die Politik ist aufgefordert, alle ihr zur Verfügung stehenden Instrumente so rasch es geht einzusetzen, um den Verwerfungen auf dem Markt für Baumaterialien entgegenzuwirken und diese in den Griff zu bekommen. Gerade in der gegenwärtig äußerst fragilen konjunkturellen Phase, in der alle wirtschaftlichen Kräfte für eine Wiederbelebung und den Neustart gebraucht werden, müssen derart zusätzlich belastende Faktoren aus dem Weg geräumt werden. Es ist daher richtig und der Dringlichkeit der Probleme angemessen, dass Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier dankenswerterweise die Initiative ergriffen und die akuten Preis- und Beschaffungsprobleme bei zahlreichen für Handwerksbetriebe relevanten Rohstoffen und Vorprodukten zur Chefsache erklärt hat.”

Wollseifer weiter: “Gerade die Bau- und Ausbauhandwerke haben sich während der Pandemie als wesentliche Konjunkturstütze erwiesen. Dieser Konjunkturpfeiler droht durch die aktuellen Entwicklungen auf dem Baumaterialmarkt einzustürzen, was massive Beeinträchtigungen der Konjunktur zur Folge hätte, nicht allein im Handwerk. Es ist geradezu widersinnig, dass Handwerksbetriebe bei gefüllten Auftragsbüchern nun plötzlich Kurzarbeit in Betracht ziehen müssen, weil wichtige Materialien schlichtweg nicht beschafft werden können oder die Beschaffungspreise durch die Decke schießen. Das betrifft aktuell auch die industriellen Zulieferer, die sich gerade wieder zu erholen beginnen. Hier muss dringend gegengesteuert und geholfen werden.”

Den öffentlichen Auftraggebern kommt seinen Worten zufolge dabei eine zentrale Vorbildfunktion zu: In den Aufträgen müssen die sogenannten Preisgleitklauseln zum Standard werden. Zudem darf ein Handwerksbetrieb, der wegen der aktuellen Probleme den Vertrag nicht rechtzeitig erfüllen kann, nicht mit Vertragsstrafen überzogen werden. “Hier setzen wir darauf, dass der Bundeswirtschaftsminister auch mit Ländern und Kommunen ein entsprechendes Einvernehmen erreicht. Darüber hinaus müssen die Regeln zum Kurzarbeitergeld wie auch zur Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen verlängert werden, um den Betrieben in dieser außergewöhnlichen Situation eine Liquiditätshilfe an die Hand zu geben.”

Die aktuellen Preis- und Beschaffungsprobleme sind kein rein deutsches Phänomen, sondern überall in der EU virulent. “Bundeswirtschaftsminister Altmaier muss deshalb auch rasch europäisch die Initiative ergreifen.”

Reduzierung der Einschränkungen – ein kurzer Überblick

Die Landesregierung hat in der seit 15. Mai 20121 geltenden neuen Corona-Schutzverordnung Schritte zur Reduzierung der Corona-Einschränkungen bekannt gegeben. Die neue Corona-Schutzverordnung gilt bis zum 4. Juni 2021. Aufgrund diverser Nachfragen nachfolgend ein kurzer Überblick:

Grundsätzlich gilt – die bisher im Rahmen der Bundesnotbremse ergriffenen Maßnahmen gelten für Kreise und kreisfreie Städte mit einer 7-Tage-Inzidenz über 100 weiterhin. Unterhalb dieser Inzidenz liegt die alleinige Regelungskompetenz grundsätzlich beim Land. Hier sieht das Land NRW nun erste vorsichtige Öffnungsschritte für Kreise und kreisfreie Städte mit stabilen 7-Tage-Inzidenzen unter 100 bzw. unter 50 vor.

Die Öffnungsschritte erfolgen dementsprechend in einem zweistufigen Verfahren: Die erste Stufe gilt für Kreise und kreisfreie Städte mit Inzidenzwerten zwischen 100 und 50. Die zweite Stufe gilt für Kreise und kreisfreie Städte mit Inzidenzwerten unter 50.

Vor allem in der ersten Stufe sind die Öffnungsschritte weiterhin an negative Testergebnisse geknüpft, um nach Aussage des Landes für weitere Sicherheit zu sorgen und durch ein größeres Testgeschehen Infektionsketten schnell und gezielt unterbrechen zu können. Besonders weisen wir darauf hin, dass ein Test, der den Zugang oder die Nutzung von bestimmten Angeboten ermöglicht, künftig 48 Stunden lang gültig ist.

Chance für Kurzentschlossene: Viele freie Ausbildungsplätze im Baugewerbe

Wer jetzt noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist, der ist im Baugwerbe genau richtig. Während das Ausbildungsplatzangebot im Vergleich zum Vorjahr über alle Branchen hinweg um 4,9 % bundesweit zurückgegangen ist, verzeichnen der Hoch- und Tiefbau einen Anstieg um gut 1,5 % (Bundesagentur für Arbeit). Entsprechend suchen die Unternehmen des Baugwerbes trotz der Corona-Pandemie weiter nach Auszubildenden für das im August/September beginnende Ausbildungsjahr 2021/2022. Laut Bundesagentur für Arbeit sind zum April 2021 im Hoch- und Tiefbau bundesweit über 14.000 Ausbildungsplätze gemeldet worden. Davon sind aktuell 9.640 (knapp 70 %) noch unbesetzt.

Dabei bietet die Baubranche jungen Menschen spannende Herausforderungen und sichere Arbeitsbedingungen. In der Corona-Pandemie hat die Branche einmal mehr ihre Krisenfestigkeit unter Beweis gestellt. Während die gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfung (ohne Bau) 2020 preisbereinigt um 5,5 % zurückging, legte sie im Baugewerbe um 2,8 % zu. Entsprechend sind im Baugewerbe im letzten Jahr knapp 22.500 neue Stellen entstanden, ein Plus von 0,7 % zum Vorjahr. Und das, während die Erwerbstätigenzahlen 2020 über alle Branchen hinweg um 1,1 % gesunken sind.

Zudem hält die Bauwirtschaft für junge Menschen derzeit wahrscheinlich die spannendsten Herausforderungen aller Branchen parat. Während die digitale Transformation in vielen Wirtschaftszweigen bereits vorangeschritten ist, befindet sich die Bauindustrie in ihrem größten Veränderungsprozess seit der Einführung der motorisierten Baugeräte. Innovationen drängen auf den Markt: Bau-Roboter, Drohnen, 3D-Drucker und vieles mehr werden schon bald die Prozesse auf dem Bau komplett verändern. Ein zentrales Thema dabei ist auch, die Nachhaltigkeit von Gebäuden zu optimieren. Junge Menschen haben jetzt die Chance mit einer Ausbildung in der Bauwirtschaft diesen Wandel aktiv mitzugestalten.

Auch die Verdienstmöglichkeiten sind hervorregend. Gewerbliche Auszubildende bekommen bereits im dritten Ausbildungsjahr bis zu 1.500 Euro.

ZDH: Betriebärzte vermehrt für Impfungen nutzen

Der Zentralverband des Handwerks (ZDH) appelliert, dass nun – nachdem Erleichterungen bei den Corona-Beschränkungen für Geimpfte und Genesene beschlossen worden sind –, auch das Impftempo deutlich beschleunigt werden muss. Dazu sollten im Rahmen politischer Entscheidungen auch die Betriebsärzte stärker einbezogen werden.

Dort, wo im Handwerk mit seinen überwiegend eher kleineren Betrieben SARS-CoV2-Impfungen nicht durch eigene Betriebsärzte oder unmittelbar in den Betrieben erfolgen können, sollten aus Sicht des ZDH Handwerksbeschäftigte in die Impfinfrastrukturen von Großunternehmen eingebunden werden können. Bei der Suche nach einem Betriebsarzt, der dann zeitnahe Impfungen durchführen kann, können sowohl die Berufsgenossenschaften helfen wie auch die auf der gemeinsamen Internetseite der vier Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft unter http://www.wirtschaftimpftgegencorona.de verlinkten Plattformen zur Betriebsarztsuche.

Entwicklung des Ausbildungsmarktes im Wittekindsland

Die Zahl der in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke gemeldeten Ausbildungsstellen ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Die Betriebe und Verwaltungen im Kreis Herford meldeten von Oktober 2020 bis April 2021 insgesamt 1.463 freie Ausbildungsstellen, 131 oder 9,8 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. In Minden Lübbecke waren es insgesamt 2.001 Ausbildungsstellen und damit 80 oder 4,2 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

1.662 junge Menschen im Kreis Herford und 1.716 im Mühlenkreis meldeten sich im gleichen Zeitraum auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber im Wittekindkreis um 17 Personen oder 1,0 Prozent gesunken, im Mühlenkreis um 20 Personen oder 1,2 Prozent.

Im Wittekindskreis hatten Ende April von den insgesamt 1.662 gemeldeten jungen Menschen aktuell 797 keine Zusage für einen Ausbildungs- oder Studienplatz. Von den 1.463 Stellen waren im April noch 782 unbesetzt. Mit rechnerisch 88 gemeldeten Stellen für 100 Jugendliche bleibt hier weiterhin eine Lücke zwischen Ausbildungsangebot und -nachfrage (Vorjahr: 79 Stellen).

Von den insgesamt 1.716 gemeldeten jungen Menschen im Mühlenkreis hatten 906 der Bewerber noch keine Zusage für einen Ausbildungs- oder Studienplatz. Von den 2.001 Stellen waren im April ebenfalls noch 1.147 unbesetzt. Rechnerisch stehen im Kreisgebiet 100 Jugendlichen 117 gemeldete Stellen zur Verfügung (Vorjahr: 111 Stellen). Damit ist ein rechnerischer Ausgleich am Ausbildungsmarkt erreicht.

Unternehmen, die noch passenden Bewerber für 2021 suchen, können ihre Ausbildungsstelle dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Herford unter 0800 – 4 5555 20 melden.

Handwerk bietet auch in Krisenzeiten sichere Perspektiven

Aktuell fehlen in Deutschland im Handwerk knapp 65.000 Fachkräfte, davon allein 54.000 Gesellinnen und Gesellen. Der Fachkräftemangel in dieser Branche bleibt damit auf sehr hohem Niveau. Auch die Corona-Pandemie hat daran kaum etwas geändert. So stieg die Arbeitskräftenachfrage im Bauhandwerk gegen Ende des vergangenen Jahres sogar weiter an. Nachwuchs wird also dringend gesucht. Ein wichtiges Learning aus der Corona-Zeit: Handwerk ist krisenfest und damit für junge Menschen eine sichere Option im Hinblick auf die Berufsplanung. Die Attraktivität und Verlässlichkeit dieser Branche sollte Jugendlichen verdeutlicht werden, damit das Handwerk weiterhin zukunftsfähig bleibt. Dies belegt die aktuelle repräsentative Studie des Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Auch das Handwerk ist zunehmend vom Fachkräftemangel betroffen – weit mehr als andere Branchen. Dadurch müssen Konsumenten nicht nur lange Wartezeiten in Kauf nehmen, sondern auch mit fehlenden Leistungen rechnen. Dies gilt ebenfalls für Unternehmen anderer Branchen, die in Wertschöpfungsketten eng mit dem Handwerk verbunden sind.

Die gute Konjunktur sorgte bis in das Jahr 2018 für eine kontinuierliche Steigerung der Arbeitskräftenachfrage. Die Zahl der Arbeitslosen reichte immer weniger aus, um offene Stellen besetzen zu können. Dieser Trend wurde durch eine konjunkturelle Abkühlung und die Corona-Pandemie zwar gebremst, allerdings fehlen aktuell in deutschen Handwerksbetrieben immer noch knapp 65.000 Fachkräfte. Zudem hat das Handwerk bei jungen Menschen noch immer mit einem Imageproblem zu kämpfen. Aktuell können 54.000 Stellen für Gesellinnen und Gesellen nicht besetzt werden.

Auch durch die Corona-Pandemie verbesserte sich die Engpasssituation kaum. Im Gegenteil – im Bauhandwerk stieg die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften noch weiter. Neben der Tatsache, dass die Branche händeringend um Nachwuchs kämpft, sind auch 5.500 Meisterstellen nicht zu besetzen. Zwar werden Meisterinnen und Meister seltener gesucht, sind dann aber besonders schwer zu finden. So gab es im Jahr 2020, trotz Corona-Krise, für jede zweite vakante Meisterstelle bundesweit keine passend qualifizierten Arbeitslosen, mit denen man diese Stellen hätte besetzen können.

“Jugendliche wissen viel zu wenig über die vielfältigen und zukunftssicheren Möglichkeiten im Handwerk. Dort warten auf sie zahlreiche Berufe in allen Zukunftsbereichen und mit Karriereoptionen, die denen eines Studiums in Nichts nachstehen. Ein Meistertitel ist die denkbar beste Absicherung gegen Arbeitslosigkeit. Sowohl als Unternehmensnachfolger wie auch als Angestellte werden Meisterinnen und Meister im Handwerk händeringend gesucht. Der Fachkräftebedarf ist riesig”, so ZDH-Präsident Hans-Peter Wollseifer.

Generell hat das vergangene Jahr gezeigt – Handwerk ist krisenfest. “Es ist deutlicher denn je geworden, wie attraktiv und verlässlich Handwerksberufe sind, denn sie bieten auch in Krisenzeiten eine sichere Perspektive. Die duale Ausbildung leistet hier einen wichtigen Beitrag und bleibt der zentrale Weg der Fachkräftesicherung”, sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier. So stehen insbesondere allgemeinbildende Schulen in der Pflicht, noch breiter über die Karriere- und Fortbildungschancen im Handwerk zu informieren. Passend dazu setzt sich der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) bereits seit Jahren mit einer ansprechenden Kampagne für die Imagesteigerung des Handwerks bei Jugendlichen ein.

Über das KOFA: Das Projekt KOFA (Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung) am Institut der deutschen Wirtschaft startete im Mai 2011 und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Der Fokus des Projektes liegt in der Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bei der Fachkräftesicherung und der Gestaltung ihrer Personalarbeit. Das KOFA bietet auf seiner Homepage www.kofa.de konkrete Handlungsempfehlungen und Praxisbeispiele.

Effizienz-Preis NRW 2021 für ressourceneffiziente Produkte

Unternehmen aus Ostwestfalen-Lippe können sich ab sofort wieder um den renommierten Effizienz-Preis NRW bewerben. Mit dem Preis, der alle zwei Jahre verliehen wird, prämiert die Effizienz-Agentur NRW besonders innovative und clevere Produkte und Dienstleistungen aus Nordrhein-Westfalen, die zur Ressourcen- und Umweltschonung beitragen. Der Preis ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert. Bewerbungen sind bis zum 2. Juli 2021 kostenfrei unter www.effizienzpreis-nrw.de möglich. NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser wird die Gewinner im Herbst in Köln auszeichnen.

„Der Effizienz-Preis NRW hebt herausragende ressourceneffiziente Produkte aus Nordrhein-Westfalen hervor und setzt so ein Signal für die Innovationskraft der Unternehmen“, sagt Ressourceneffizienz-Beraterin Heike Wulf vom Regionalbüro Bielefeld der Effizienz-Agentur NRW. „Wir hoffen wieder auf viele Bewerbungen aus der Region.“

Um den Effizienz-Preis NRW 2021 können sich kleine und mittlere Unternehmen bis 1.000 Mitarbeiter und Unternehmenskooperationen aller Branchen mit Standort in NRW bewerben. Prämiert werden Produkte für Endverbraucher und Industrie sowie Serviceleistungen. Zum Zeitpunkt der Bewerbung müssen die Produkte bereits am Markt platziert sein oder mindestens als marktfähiger Prototyp vorliegen.

Neben der Nominierung von Projekten durch renommierte Experten aus Netzwerken, Institutionen, Wirtschaft und Forschungseinrichtungen können sich Unternehmen auch direkt bewerben. Die Beurteilung und Entscheidung über die Preisträger trifft eine sachkundige Jury.

Die im Auftrag des NRW-Umweltministeriums tätige Effizienz-Agentur NRW ist Ausrichter des Preises. Seit 2002 begleitet und unterstützt die Agentur produzierende Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe mit ihrem Regionalbüro in Bielefeld rund um das Thema Ressourceneffizienz. Die NRW.BANK beteiligt sich zum zweiten Mal als Kooperationspartnerin am Effizienz-Preis NRW.

Die Bewerbung ist kostenfrei. Detaillierte Informationen zum Preis und den Bewerbungsunterlagen gibt es unter www.effizienzpreis-nrw.de.

Appell: Zuschüsse für Prüfungsvorbereitung nutzen

Der Zentralverband des Bäckerhandwerks und die Gewerkschaft NGG appellieren an alle Ausbildungsbetriebe, ihre Azubis bestmöglich in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen: „Nutzen Sie die Zuschüsse für Kurse zur Prüfungsvorbereitung und helfen Sie dem Nachwuchs des Bäckerhandwerks, sich optimal auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten“, lautet der gemeinsame Aufruf der Sozialpartner.

Die Corona-Pandemie stellt auch die Auszubildenden im Bäckerhandwerk vor besondere Herausforderungen. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V. und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) begrüßen daher die von der Bundesregierung beschlossene finanzielle Förderung von Prüfungsvorbereitungskursen. Die Förderung ist nun als Förderrichtlinie im Bundesanzeiger veröffentlicht worden und entsprechende Anträge können gestellt werden. Pandemiebetroffene Ausbildungsbetriebe erhalten für jeden Auszubildenden einmalig fünfzig Prozent der Kosten für einen Prüfungsvorbereitungskurs, maximal 500 Euro. Mit dieser Unterstützung sollen sich ihre Auszubildenden aufgrund der Schulschließungen intensiver auf die bevorstehenden Abschlussprüfungen vorbereiten können.

„Die Auszubildenden müssen gut auf die Abschlussprüfung vorbereitet werden, um Lernrückstände durch geschlossene Berufsschulen kompensieren zu können. Ich empfehle den Ausbildungsbetrieben, dieses Angebot zu nutzen und die Auszubildenden für die Teilnahme freizustellen“, betont Claudia Tiedge, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Dies sieht Michael Wippler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks genauso: „Die Betriebe sollten in dieser schwierigen Situation ihren Nachwuchs bestmöglich unterstützen und ihren Azubis diese Angebote nahelegen.

Die Bildungseinrichtungen des Bäckerhandwerks (ADB-Fachschulen) bieten den Azubis förderfähige Prüfungsvorbereitungskurse vor Ort an. Weitere Angebote können auch bei den zuständigen Handwerkskammern bestehen. „Ungewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Wege: Unterstützen Sie Ihre Azubis bestmöglich und helfen Sie, Wissenslücken zu schließen! So schaffen wir heute das Fundament für gute Fachkräfte von morgen. Ich appelliere an alle Ausbildungsbetriebe, von diesen Angeboten Gebrauch zu machen“, so Michael Wippler.

Zusätzlich Hilfe für die optimale Prüfungsvorbereitung bietet der Zentralverband auch dank einer Kooperation mit dem Verlag Europa-Lehrmittel. Auf deren Plattform www.pruefungsdoc.com können Auszubildende im Bäckereihandwerk individuell mit kostenlosen digitalen Kursen ausbildungsrelevante Inhalte nacharbeiten, Lücken schließen und sich gezielt auf Klassenarbeiten, Zwischen- und Abschlussprüfungen vorbereiten.

Innungen geben dem Friseurhandwerk eine Stimme

In der Corona-Pandemie hat das Friseurhandwerk seine starke Gemeinschaft bewiesen. Das Verbandswesen des Friseurhandwerks hat sich dabei in der Krise mehr denn je bewährt und gemeinsam dafür gesorgt, dass die Friseursalons nach zwei Lockdowns zu den ersten Branchen gehörten, die wieder öffnen durften und auch bei der sogenannten Bundesnotbremse eine Sonderrolle einnehmen konnten.

Innungen, Kreishandwerkerschaft, Landesinnungsverbände und der Zentralverband machen sich für ein zukunftsfähiges Friseurhandwerk stark und vertreten die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber Regierung, Parlament, Ministerien und Behörden. Und damit das Verbandswesen auch weiterhin für ein erfolgreiches Friseurhandwerk kämpfen kann, braucht es die Unterstützung aller selbstständigen Friseurinnen udn Friseure!

Was Friseure können, können nur Friseure – daher der Appell: “Werde Mitglied in Deiner Innung und werde Teil einer
starken Gemeinschaft. Informiere Dich jetzt bei Deiner Innung oder der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland.

Zuschuss für externe Prüfungsvorbereitung

Die Zweite Förderrichtlinie des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ wurde geäenert und ist am 30. April 2021 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden. Damit können von dieser Woche an Ausbildungsbetriebe, die in besonderem Umfang von der Pandemie betroffen sind, einen Zuschuss zu den Kosten für externe Prüfungsvorbereitungslehrgänge ihrer Auszubildenden erhalten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) setzt damit auch eine Anregung der Allianz für Aus- und Weiterbildung zur Unterstützung von Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben um.

Darüber hinaus wurden die Voraussetzungen für die Förderung der Auftrags- und Verbundausbildung deutlich vereinfacht und erweitert. Auch hierzu hat die Allianz für Aus- und Weiterbildung wichtige Impulse gegeben. Weitere Informationen finden sich auf den Webseiten des BMBF und der Knappschaft-Bahn-See, die die Richtlinie umsetzt.

www.bmbf.de/de/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern-13371.html

www.kbs.de/DE/Bundesprogramm_Ausbildung/node.html

Aussetzung der Insolvenzantragspflicht endet

Vom 1. Mai 2021 an gilt wieder die volle Insolvenzantragspflicht für Unternehmen. „Es gibt dann keinerlei Ausnahmen mehr, weder für zahlungsunfähige noch überschuldete Unternehmen“, sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform. Auch die insolvenzreifen Unternehmen, die noch auf das Corona-Überbrückungsgeld warten, müssen unter Berücksichtigung der regulären gesetzlichen Fristen einen Antrag beim Amtsgericht stellen. „Das Auslaufen des vermeintlichen Schutzes bedeutet eine Rückkehr zu regulären Wettbewerbsbedingungen und marktwirtschaftlicher Transparenz.“

Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht wurde im März vergangenen Jahres beschlossen und wurde seitdem mehrfach verlängert. Vor allem aus volkswirtschaftlicher und ordnungspolitischer Sicht war die Maßnahme bis zuletzt umstritten, da es zu einer weitgehenden Verzerrung des Insolvenzgeschehens kam, Vertrauen in etablierte Wirtschaftsstandards verloren ging und Gläubigerinteressen massiv beschnitten wurden. Trotz aller Befürchtungen werde es ab Mai aber wahrscheinlich nicht zu einer akuten Insolvenzwelle bei den Unternehmen kommen, da die staatlichen Hilfsmaßnahmen – wie zum Beispiel die Überbrückungshilfen oder das Kurzarbeitergeld – erst einmal weiter laufen, so Hantzsch weiter.

Besonders wichtig ist es nun für Unternehmen, Lieferanten und Kreditgeber, sich mit allen verfügbaren Mitteln über die Lage ihrer jeweiligen Geschäftspartner zu informieren und ihr Risikomanagement zu professionalisieren. Wie sich der – angesichts der historisch niedrigen Insolvenzzahlen – gebildete Insolvenzstau mittel- und langfristig auf die Volkswirtschaft auswirke, müsse jetzt besonders wachsam beobachtet werden.

Digitalisierungsplattform für das Handwerk

Seit rund einem Monat gibt es die neue Digitalisierungsplattform für Handwerksbetriebe in Nordrhein-Westfalen handwerk-digital.nrw. Die Internetseite bietet Unternehmen ausführliche Informationen, viele nützliche Werkzeuge (Tools) und Unterstützung rund ums Thema Digitalisierung. Das Gemeinschaftsprojekt der Handwerkskammern Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld und Dortmund sowie den Fachverbänden Metall und Tischler NRW wird vom Land Nordrhein-Westfalen mit einer Millionen Euro gefördert.  

Erklärtes Ziel des Konsortiums ist es, Handwerksunternehmen in Nordrhein-Westfalen bei der digitalen Transformation Möglichkeiten aufzuzeigen und sie aktiv bei der Umsetzung erfolgversprechender Vorhaben zu begleiten. Bei Fragen zu Fördermitteln, zu Anpassungen von Geschäftsmodellen oder zu einer verbesserten Sichtbarkeit der eigenen Homepages finden Handwerksunternehmerinnen und -unternehmer wichtige Informationen auf der neuen Website. In einer organisationsübergreifenden Beraterdatenbank können Interessierte auch direkte Kontakte zu Beratenden herstellen.

Corona-Notbremse ab morgen zu beachten

Der Bundespräsident hat gestern, am 22. April 2021, das vierte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite, die sogenannte Bundesnotbremse, ausgefertigt. Das Gesetz ist bereits heute in Kraft, Wirkung wird es ab morgen, Samstag, den 24.04.2021, entfalten.

Der wesentliche Inhalt der Notbremse ist der neue Paragraph 28b des Infektionsschutzgesetzes. Für die Innungsbetriebe sind insbesondere die Regelungen in § 28b Abs. 1 Ziffer 4, 7 und 8 von Bedeutung. Der Gesetzestext kann hier heruntergeladen werden.

Eine erste Zusammenstellung von Fragen und Antworten gibt es auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums unter folgendem Link: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/guv-19-lp/4-bevschg-faq.html#c21101

Mühlenkreis zeichnet familienfreundliche Unternehmen aus

Noch bis zum 30. April können sich Unternehmen im Kreis Minden-Lübbecke für die Auszeichnung „Familienfreundliches Unternehmen im Kreis Minden-Lübbecke“ bewerben. Die Auszeichnung wird seit 2015 alle zwei Jahre durch ein breites Kooperationsbündnis koordiniert, an dem das Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL, die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld und der Kreis Minden-Lübbecke beteiligt sind.

„Mit der Auszeichnung ‚Familienfreundliches Unternehmen‘ möchten wir insbesondere kleine und mittlere Unternehmen für ihre familienfreundliche Personalpolitik würdigen und ihnen ein Instrument an die Hand geben, mit dem sie ihr Engagement nach innen und außen kommunizieren können“, so Landrätin Anna Katharina Bölling.

Auch in diesem Jahr erfolgt die Bewerbung für Unternehmen über einen Fragebogen. Später erhalten die Betriebe während eines Ortstermins die Möglichkeit, einzelnen Jurymitgliedern sowohl das Unternehmen vorzustellen als auch einen Eindruck über die umgesetzten familienfreundlichen Angebote zu verschaffen.

Unternehmen, die bereits ausgezeichnet wurden und die erneute Auszeichnung in 2021 anstreben, bekommen die Gelegenheit, die erkennbare Verstetigung und Entwicklung der familienfreundlichen Aktivitäten vor Jurymitgliedern zu präsentieren. Die Verleihung der Urkunde durch Landrätin Anna Katharina Bölling ist Ende September geplant. Die Teilnahme am Auszeichnungsverfahren ist kostenlos. Weitere Informationen sind zu finden unter www.frau-beruf-owl.de. Als Ansprechpartnerin steht Janina Blome vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf unter (05741) 2 99 49 64 oder zur Verfügung.

ZDK: Wem nutzt der Tod der Autohäuser?

Vor den dramatischen Folgen der geplanten bundesweiten Corona-Regeln für den Automobilhandel warnt der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). “Wenn jetzt nach über vier Monaten Lockdown auch noch die Abholung bestellter Fahrzeuge verboten werden soll, ist das der Sargnagel für viele Autohäuser”, kommentiert ZDK-Präsident Jürgen Karpinski den vorliegenden Entwurf einer Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes. Dieser Entwurf wird allgemein so interpretiert, dass im Handel – anders als in der Gastronomie – bei Überschreiten des Sieben-Tage-Inzidenzwerts von 100 auch das sogenannte “Call & Collect”-Verfahren untersagt werden soll. “Damit zerstört man uns auch noch das Online-Geschäft”, konstatiert Karpinski mit Blick auf die dann nicht mehr zulässige Kombination eines Vertragsschlusses auf elektronischem Wege mit der Übernahme des Fahrzeugs vor dem Autohaus.

Durch diese unsinnige Verschärfung, so Karpinski, werde kein einziger Infektionsfall vermieden. Die Fahrzeugabholung erfordere keinerlei physischen Kontakt zwischen Personen. Und die etwaige Sorge vor einem Gedränge wartender Kunden vor dem Betrieb sei im Autohandel geradezu absurd, betont Karpinski. Ohnehin sei nicht nachvollziehbar, warum in dem Entwurf ohne jede Begründung die Autohäuser mit ihren großen Ausstellungsräumen, der vergleichsweise geringen Kundenfrequenz und den ausgefeilten Hygienekonzepten nicht in den umfangreichen Katalog der Ausnahmen vom Verkaufsverbot aufgenommen worden seien. “Ich gönne es jeder Buchhandlung und jedem Blumengeschäft, weiter verkaufen zu dürfen, aber warum darf das dann nicht auch der Autohandel, bei dem die Infektionsgefahr völlig unstreitig viel geringer ist?”, fasst Karpinski das Unverständnis der Mitgliedsbetriebe zusammen. Zweck der anstehenden Neuregelung sei erklärtermaßen der Infektionsschutz. Wenn man das ernst nehme, sei das nun drohende Sterben der Autohäuser ein völlig sinnloses Opfer, das niemandem nutze.

Einheitlicher Standard für elektronische Kassenbelege freigegeben

Die Ausgabepflicht an Kassen hat vor allem bei Bäckern und Fleischern zu unerwünschten Belegbergen geführt. Der Deutsche Fachverband für Kassen- und Abrechnungssystemtechnik im bargeld- und bargeldlosen Zahlungsverkehr e.V. und die ihm angeschlossenen Unternehmen wollen das ändern und haben sich auf einen Standard für elektronische Kassenbelege geeinigt. Der “Elektronische Kassen-Beleg-Standard” (EKaBS) ermöglicht eine sichere, umwelt- und benutzerfreundliche Alternative zu Kassenbons auf Papier.

“Wir sind stolz, dass die Fachbranche, die der DFKA e.V. vertreten darf, weiterhin die Entwicklung von Rechtssicherheit und Steuerehrlichkeit in Deutschland mitgestaltet und einen wichtigen Schritt hin zu durchgängig digitalen Prozessen rund um die Kasse macht”, sagte Udo Stanislaus, Vorstandsvorsitzender des DFKA e.V., zur Einführung des EKaBS.

Der neue Standard wird dem Anspruch der Kassenanwender und Kunden gerecht, einen verlässlichen und leicht zu handhabenden Ersatz für Papierbelege zu erhalten. Gleichzeitig erfüllt der EKaBS auch die Anforderungen, die die Finanzbehörden an einen gedruckten Papierbeleg haben, und bietet der Kassensystembranche, eine rechtsichere und rechtskonforme digitale Alternative.

Schon seit langer Zeit, aber besonders mit der Einführung der Belegausgabepflicht an Kassen, ist das Interesse an elektronischen Belegen angestiegen. In der Vergangenheit boten bereits einige Unternehmen ihren Kunden an, den Kassenbeleg auf elektronischem Wege entgegenzunehmen, allerdings fehlte bisher die universelle Nutzbarkeit und allgemeine Akzeptanz einer einzigen Lösung. Der EKaBS wurde deshalb in der Arbeitsgruppe “Elektronischer Beleg” in einer multilateralen Kooperation von Mitgliedern des DFKA e.V., weiteren Herstellern aus dem Fachgewerbe und den Verbänden ZDH, HDE und DEHOGA, erstellt.

Bisher verwendete Systeme zur Erzeugung von Belegen blieben so unterschiedlich und vielfältig, dass eine einheitliche Verwaltung und automatisierte Auswertbarkeit nicht gewährleistet werden konnte. Mit dem EKaBS wurde nun ein Standard geschaffen, der dieses Defizit beseitigt und die Lücken schließt. “Damit wurde Konsens geschaffen, wo vorher Ungewissheit und Uneinigkeit herrschte”, so Stanislaus.

ZDK: Irrfahrt durch die Inzidenzzonen geht weiter

Als Fortsetzung der Irrfahrt durch die Inzidenzzonen bewertet der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) den Änderungsentwurf des Infektionsschutzgesetzes. “Was bleibt von den vielversprechenden Konzepten vieler Kreise und Städte, mit Schnelltests und digitaler Kontaktnachverfolgung dem Handel erste Öffnungsperspektiven zu bieten?”, fragt ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Sobald der Inzidenz-Tacho die 100 überschreite, sei jetzt wieder eine Vollbremsung fällig. Und nur alle darüber hinausgehenden härteren Regelungen sollen fortbestehen. “Wie soll ein Unternehmer mit diesen Vorgaben vernünftig planen? Mögliches Öffnen und Schließen im Fünf-Tages-Rhythmus kann niemand mehr nachvollziehen. Im Zweifel bleiben die Kunden zuhause, und das nun schon seit vier Monaten.”

Dabei sei ein Besuch im Autohaus laut dem Robert-Koch-Institut fast so sicher wie ein Aufenthalt im Freien. Statt wechselnd zu bremsen und wieder Gas zu geben wäre es viel wirksamer, weiter auf Öffnungsschritte mit flächendeckenden Schnelltests und Systemen digitaler Kontaktnachverfolgung zu setzen – unabhängig vom starren Blick auf den Inzidenz-Tacho.

Laut Karpinski empfehle auch der ZDK den Autohäusern und Kfz-Werkstätten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Betrieben regelmäßig testen zu lassen. “Dieses Engagement ist in den vergangenen Wochen kontinuierlich ausgeweitet worden. Wir setzen hier auf das freiwillige Engagement der Betriebe und lehnen eine Zwangsverpflichtung ab”, so der ZDK-Präsident. Wenn die Politik die Übernahme der Testkosten durch die Betriebe als Beitrag zur Pandemiebekämpfung deklariere, werde komplett vergessen, welche wirtschaftlichen Belastungen der Automobilhandel aufgrund des monatelangen Verkaufsverbots bisher zu tragen habe. “Auch unter Infektionsschutzgesichtspunkten halten wir die Aufnahme des Automobilhandels in die vom Öffnungsverbot ausgenommenen Ladengeschäfte für gerechtfertigt und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sogar für zwingend notwendig. Aufgrund der großen Ausstellungsflächen und der typischerweise sehr geringen Zahl gleichzeitig anwesender Kunden ist das Infektionsrisiko im Automobilhandel minimal und sicherlich nicht größer als in den laut Entwurf privilegierten Gartenmärkten oder Buchhandlungen”, betont Karpinski.

Corona-Tests: Wirtschaft ist der Politik voraus

Schon wenige Tage nach dem gemeinsamen Aufruf der vier Spitzenverbände im März hat eine Umfrage klar gezeigt: Fast die Hälfte der Unternehmen und Betriebe bietet ihren Beschäftigten bereits regelmäßige Corona-Tests an oder plant, dies in Kürze zu tun. Das Engagement zeigt wieder einmal, was die Wirtschaft in kurzer Zeit mit Unternehmergeist und Pragmatismus auf die Beine stellen kann – ohne Bürokratie und gesetzliche Regulierung. Per Verordnung oder Testpflicht lassen sich diese Herausforderungen nämlich nicht beseitigen, sondern erschweren eher eine rasche Besserung. Das schnelle und engagierte private, eigenverantwortliche Engagement der Unternehmen in Handwerk, Handel, Industrie und Dienstleistungen wird durch Äußerungen aus dem politischen Bereich, die auf Zwang abzielen, daher eher massiv gefährdet denn unterstützt. Eine Fokussierung auf unbürokratische Lösungen und Hilfestellungen ist aus Sicht der Wirtschaftsverbände weitaus zielführender.

Eine Zusammenstellung aller wichtigen Informationen von den Wirtschaftsverbänden für die Unternehmen zum Thema Corona-Tests findet sich hier:
Menü